Aktuelle Filme


Aus dem NichtsAus dem Nichts
Noch während in München der NSU-Gerichtsprozess läuft, kommt Regisseur Fatih Akin mit dem Film dazu ins Kino. "Aus dem Nichts" ist so gut, ja packend, dass der Film beim Filmfestival in Cannes 2017 im Wettbewerb lief und seine Hauptdarstellerin Diane Kruger dort ausgezeichnet wurde.
Eine junge Deutsche verliert ihren Mann und kleinen Sohn, weil Terroristen, Neonazis, sie in die Luft sprengen. Was die Frau daraufhin durchmachen muss, zeigt Akin ergreifend, von Trauer über Wut über einen Selbstmordversuch bis hin zum Racheakt. Dieser ist in einem Film immer fragwürdig, immer kontrovers diskutierbar. Da hier das Selbstmordattentat der Frau am Ende des Films nur ein filmisches Element von vielen ist, andere wichtiger, wird "Aus dem Nichts" nicht zu einem weiteren Film der Richtung "Ein Mann sieht Rot", sondern zu einem hervorragend erzählten Film.
Dessen einziges Manko: Akin unterschätzt die Bedeutung einer Explosion mit Toten in Hamburg.
Von Michael Dlugosch.
Foto: Warner Bros. Entertainment GmbH


Paddington 2Paddington 2
Die Weihnachtsüberraschung klappt: Paddington kann in diesem Feelgood-Movie für die ganze Familie gute Laune und vorweihnachtliche Stimmung verbreiten. Mit seinen großen treuen feuchtbraunen Augen, seiner abenteuerlichen Tollpatschigkeit und seinem aufrechten Charakter stiehlt er sich blitzschnell ins Herz des kleinen und großen Zuschauers. Dabei kommt die Spannung nicht zu kurz. Fast noch besser als im ersten Film wird sie bis zum Ende gehalten. Auch wird der Zuschauer mit dem gekonnt (von Hugh Grant) gespielten Bösewicht Phoenix Buchanan in einer revueartigen Vaudeville-Darbietung versöhnt.
Paddingtons Tante Lucys Geburtstag steht bevor. Paddington (deutsche Stimme: Elyas M'Barek) möchte ihr etwas Besonderes schenken, ein handgezeichnetes London-Popup-Buch. Kurz vor dem Ziel wird das Buch geklaut und Paddington wird des Raubes verdächtigt. Mit Hilfe von Freunden und Familie macht sich der idealistische und gut erzogene Bär auf die Suche nach dem Dieb.
Von Hilde Ottschofski.
Foto: Studiocanal GmbH


SuburbiconSuburbicon
Zahnpastalächeln. Schöne Häuser in ruhiger Lage. Die ersten Minuten des Films "Suburbicon" zeigen eine Fernsehreklame für das Stadtrandörtchen desselben Namens. Die Atmosphäre in ihm ist klinisch rein, so rein, dass der Zuschauer ahnt: Die Sünde kann nicht weit weg sein. Die Sündhaftigkeit seiner Bewohner schlägt gleich doppelt zu. Während ein Mob eine schwarze Familie vertreiben will, ist eine weiße Familie nebenan mit sich selbst beschäftigt und der Vertuschung eines Mordes.
Ethan und Joel Coen schrieben das Drehbuch mit George Clooney und Grant Heslov. Clooney führte Regie, aber es ist in erster Linie ein Coen-Brüder-Film. Die beiden entnahmen ihrem Meisterwerk "Fargo" Grundzüge, doch ist es keine Reminiszenz, sondern ein Kopieren dessen, was mal auf der Leinwand funktioniert hat. Im seicht inszenierten Film "Suburbicon" funktioniert es nicht. Trotz aller guten Absichten.
Von Michael Dlugosch.
Foto: Concorde Filmverleih GmbH / Hilary Bronwyn Gayle


Jetzt. Nicht.Jetzt. Nicht.
Walter (Godehard Giese) geht vollkommen in seiner Arbeit auf. Dies sieht der Zuschauer, als der Mittvierziger eine Werbekampagne für ein Produkt vorstellt. Dies sieht der Zuschauer erst recht, als Walter entlassen ist. Als er Leere empfindet. Sich zu einer Schlägerei provozieren lässt. Wegfährt. Flüchtet. Irgendwohin. Was tun ohne Job? Walter fängt während seiner Fahrt ins Ungewisse an zu grübeln. Er wird am Ende des Films alles in Frage gestellt haben. Sein Leben. Seinen Ehrgeiz. Vielleicht seine Ehe.
"Jetzt. Nicht.", der erste Langfilm von Julia Keller, die bis 2011 an der Kunsthochschule für Medien in Köln studierte, ist komplett auf Fragen nach dem Sinn des Lebens konzentriert. Auf die Fragen: Hat man sein Leben gelebt, kann man nur durch Arbeit glücklich sein? Der Durchschnittsmensch Walter steht für alle Suchenden - und wer sucht nicht?
Von Michael Dlugosch.
Foto: W-film / Heimatfilm


GauguinGauguin
Es ist schon ein Trend geworden: In den letzten Jahren wurden immer wieder die Lebensläufe von Künstlerinnen und Künstlern verfilmt (als so genannte "biopics", also Biographien in Bildern), und ein Ende ist nicht abzusehen.
Jetzt erscheint Paul Gauguin zum dritten Mal auf der Leinwand. Es spielt ihn der kantige Vincent Cassel. In Paris ist dem wenig erfolgreichen Künstler alles zu eng und spießig. Er zieht sich in ein Exil zurück, Französisch-Polynesien, und lässt dafür sogar seine Frau Mette und seine sechs Kinder zurück, die ihm nicht folgen wollen. Der Film ist ein ästhetisches Erlebnis. Es bleibt zu hoffen, dass er auch den Zuschauern etwas sagt, die sich kunstgeschichtlich nicht besonders gut auskennen. Gauguins ungeheuer farbenfrohe Bilder kommen im Laufe der Handlung kaum vor, man sieht sie erst im Nachspann.
Von Manfred Lauffs.
Foto: Studiocanal GmbH


Good TimeGood Time
Der Filmtitel "Good Time" ist pure Ironie: Es sind schlechte, ganz schlechte Zeiten für Constantine, genannt Connie (Robert Pattinson). Ein Bankraub ist dem jungen Gauner zwar geglückt, aber nur ihm gelingt danach die Flucht. Seinen geistig behinderten Bruder Nick (Benny Safdie), den Connie für den Überfall missbrauchte, hat die Polizei geschnappt. Um seinen Bruder zu befreien, wagt Connie viel. Für ihn beginnt eine nächtliche Odyssee ins Ungewisse.
"Good Time" ist grandioses Erzählkino, die Regie-Brüder Safdie erfinden immer neue gelungene Wendungen. Connies Irrfahrt zelebrieren sie dazu als einen Trip, verbunden mit hämmernden Beats und gewöhnungsbedürftigen Nahaufnahmen, selten sieht der Zuschauer Filmfiguren in der totalen oder halbtotalen Kameraeinstellung. Hauptdarsteller Pattinson hingegen nutzt seine Chance nicht, aus dem Schatten der "Twilight"-Filme herauszutreten, er hat nur eine Gesichtseinstellung drauf. Aber auch dies könnte man so erklären: Die Probleme seiner Figur lassen nicht viele Emotionen zu.
Von Michael Dlugosch.
Foto: temperclay Filmverleih


Vorwärts immer!Vorwärts immer!
Das Genre Verwechslungskomödie schien in Deutschland bereits ausgestorben. Franziska Meletzky erfindet es in ihrem dritten Kino-Langfilm "Vorwärts immer!" regelrecht neu. Nach ihren Dramen "Nachbarinnen" (2004) und "Frei nach Plan" (2007) überrascht die Regisseurin mit einer klamottigen Farce mit Dramen-Elementen, die erstaunlich gut funktioniert. "Vorwärts immer!" spielt exakt einen Monat vor Günter Schabowskis Rede, die zum Mauerfall führte. An den ist am 9. Oktober 1989 noch nicht zu denken. Erich Honecker ist noch Staatschef der DDR. Um ihn geht es im Film und um einen Schauspieler, Otto Wolf (Jörg Schüttauf), der in Maske genauso aussieht. Vater Wolf ist gezwungen, in Verkleidung ins Zentralkomitee zu fahren, um seine Tochter Anne (Josefine Preuß) zu retten.
Viele Gags sind im Film, für einen deutschen Film sehr viele, so viele, dass manche misslingen. Aber nicht alle. Und die Darsteller sind hervorragend ausgewählt.
Von Michael Dlugosch.
Foto: DCM


Blood SimpleBlood Simple (Wiederaufführung des Director's Cuts)
Hitchcock wäre neidisch gewesen. Die Coen-Brüder Ethan und Joel haben 1984 mit ihrem Debütfilm "Blood Simple" ein Meisterwerk vorgelegt, das seinesgleichen sucht. Suspense in Reinform. Obwohl der sogenannte "Director's Cut" nur minimal von der ursprünglichen Fassung abweicht, so lohnt sich der Kinobesuch ohne Frage.
Abby (Frances McDormand) ist in ihrer Ehe mit dem besitzergreifenden Marty (Dan Hedaya) nicht glücklich und wagt mit dessen Angestellten Ray (John Getz) einen Seitensprung. Das ist der Auslöser für die folgende Kette von Ereignissen, in der man sich nie sicher sein kann, wer Opfer und wer Täter ist. Der betrogene Ehemann, der seine Frau von einem schmierigen Detektiv (M. Emmet Walsh) beschatten ließ, beauftragt diesen nun, das Paar umzubringen. Doch der Auftraggeber misstraut dem käuflichen Detektiv ebenso wie der ihm misstraut, und auch das frische Liebespaar hat kein gefestigtes Vertrauen zueinander...
Von Jessica Ridders.
Foto: Studiocanal GmbH


Die MigrantigenDie Migrantigen
Sind Migranten auf jeden Fall Kriminelle? Mit diesem Gedankengang spielt der Film "Die Migrantigen" von Arman T. Riahi. In seinem humorvollen Spielfilmregie-Debüt geht der 1981 im Iran geborene Riahi durchaus auf seine eigene Lebenssituation ein: Er ist in Wien aufgewachsen, aber gilt das schon, um als Österreicher anerkannt zu werden? Der Film handelt von zwei Wienern mit Migrationshintergrund, die zufällig zu Serienstars werden, weil sie die klischeetypischen verbrecherischen Ausländer darstellen, die sie selbst nicht sind. Dabei ziehen sie unschuldige Viertel-Bewohner mit rein und verursachen Schaden. Um diesen wieder gutzumachen, begeben sie sich am Ende der Komödie in eine an "Mission Impossible"-Filme angelehnte Tour de Force, ein Einfall der Drehbuchautoren (Riahi und seine beiden Hauptdarsteller), der sehr gut funktioniert. Der Film macht sich in intelligenter Weise über das Schubladendenken lustig, aber eine negative Szene bleibt beim Zuschauer hängen.
Von Michael Dlugosch.
Foto: Camino Filmverleih



Neue Rezensionen


Alles erlaubt - Eine Woche ohne Regeln
Körperflüssigkeiten und andere Frechheiten spielen seit jeher eine große Rolle in den Komödien von Bobby und Peter Farrelly. Auch bei "Alles erlaubt" lebt der Humor vom Brachialen: Ein im Drogenrausch vollführtes großes Geschäft mitten auf einem Golfplatz, ein politisch inkorrekter Lacher über einen großen und einen kleinen Penis oder ein folgenschwerer Nieser am Badewannenrand liefern den typischen Farrelly-Touch. Man nennt das abwertend Klamauk oder Fäkalhumor. Anders als in ähnlichen Filmen erscheinen aber zumindest die Hauptfiguren aus "Alles erlaubt" trotz ihrer argen Ungeschicklichkeit nicht als simple Lachnummern. Nun zündet dieser Ansatz zwar nicht so geschmeidig wie etwa bei "Verrückt nach Mary", sondern wirkt bisweilen bemüht - dennoch ist "Alles erlaubt" ein kurzweiliger und komischer Kinospaß mit einigen denkwürdigen Albernheiten.
Die Mittvierziger Rick und Fred (Owen Wilson & Jason Sudeikis) stehen prototypisch für Ehemänner, die in der Annahme leben, die eigenen Frauen hielten sie von unendlich vielen, quasi stündlich offerierten Liebeleien mit allen anderen Frauen ab.
Von Christian Horn.

Die anonymen Romantiker
Jean-René (Benoit Poelvoorde) gerät eifrig ins Schwitzen, sobald er sich mit einer Frau unterhält. Deshalb bringt der Besitzer einer kleinen Schokoladenfabrik zum Date mit seiner neuen Angestellten Angélique (Isabelle Carré) eine ganze Tasche baugleicher Wechselhemden mit, die er auf der Restaurant-Toilette versteckt. Regelmäßig unterbricht Jean-René die laufende Unterhaltung abrupt, flieht zu seinem Depot und wechselt hektisch das Hemd - als er sich vergreift und unerwartet mit einem altbackenen Rüschenhemd vor seiner Begleitung steht, ergreift der Unentspannte übereilt die Flucht aus dem Toilettenfenster.
Dass dieses Rendezvous überhaupt zustande gekommen ist, grenzt an ein Wunder: Während Jean-René im zwischenmenschlichen Bereich extrem schüchtern und verkrampft agiert, zählt Angélique zur Gruppe der hochsensiblen Persönlichkeiten. Schon ein kleiner Anlass genügt und Angélique fällt in Ohnmacht oder reagiert anderweitig panisch.
Von Christian Horn.

Another Earth
Weil die 17-jährige Schülerin Rhoda (Brit Marling) fahrlässig einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem zwei Menschen tödlich verunglücken, muss sie für vier Jahre ins Gefängnis. Dass die junge Frau während der Autofahrt abgelenkt war, erscheint jedoch verständlich, denn am Unfalltag zeigte sich am Himmel ein neuer Planet, der unserer Erde aufs Äußerste ähnelt. Als Rhoda ihre Haftstrafe verbüßt hat, ist der mittlerweile auf den Namen Earth 2 getaufte Planet der Erde bereits ein gutes Stück näher gekommen und nimmt einen deutlich sichtbaren Platz am Firmament ein. Trotzdem beschäftigen Rhoda vor allem die Schuldgefühle gegenüber dem Musikprofessor John Burroughs (William Mapother), dessen Frau und Kind bei dem Unfall starben. Als angebliche Putzfrau nimmt Rhoda Kontakt zum einsiedlerischen John auf, der den Verlust seiner Familie kaum überwunden hat. Bald entstehen aus zaghaften Annäherungen romantische Gefühle zwischen den beiden, wobei John nichts von Rhodas Unfallbeteiligung ahnt.
Von Christian Horn.

Arthur (2011)
Erst seit kurzem treibt der amerikanische Comedian und Moderator Russell Brand seinen Schabernack auch auf der Kinoleinwand. "Arthur", das Remake des Dudley-Moore-Films aus dem Jahr 1981, liefert ihm für diesen neuen Tätigkeitsbereich eine glänzende Vorlage: Der trunksüchtige, zwischen Idiotie und kindlicher Naivität schwankende Titelheld Arthur ist dem leicht entrückt wirkenden Brand nämlich wie auf den schmächtigen Leib geschrieben. Daher verwundert es wenig, dass die mit romantischen Gefühlen gewürzte Komödie in erster Linie von ihrem stilprägenden Hauptdarsteller lebt.
Als alleinstehender Milliardenerbe lebt der spleenige Arthur Bach ohne große Sorgen zwischen einem frei schwebenden Magnetbett, einem Fuhrpark aus Superheldenautos und einer extravaganten Garderobe. Seine liebevolle Haushälterin Hobson (Helen Mirren) behütet ihn wie eine Mutter, während der Privatchauffeur für die tägliche Unterhaltung sorgt. Der Lebemann muss sich bald zwischen Reichtum und Liebe entscheiden.
Von Christian Horn.

Auftrag Rache
Mit "Auftrag Rache", dessen Originaltitel "Edge of Darkness" vielfach ambitionierter klingt, adaptiert Martin Campbell seine sechsteilige TV-Serie aus dem Jahr 1985 für die Kinoleinwand. Mel Gibson spielt seine erste Hauptrolle seit acht Jahren und macht als Epizentrum des Thrillers eine durchaus gute Figur. Leider kann das Drehbuch da nicht immer mithalten, weil die notwendige Verdichtung und Aktualisierung des Serienplots allzu oft schlichte Behauptung bleibt. Die große handwerkliche Kompetenz Campbells, die etwa an seinen Bond-Filmen "Goldeneye" und "Casino Royale" ablesbar ist, hilft dem Thriller-Drama aber in weiten Teilen über die erzählerischen Schwächen hinweg.
Sehr vielversprechend ist der Beginn des Films: Der verwitwete Bostoner Polizei-Inspektor Thomas Craven (Mel Gibson) führt ein zurückgezogenes Leben. Als seine Tochter Emma (Bojana Novakovic) zu Besuch kommt, wird sie vor seinen Augen erschossen und die mit wenigen Strichen etablierte Normalität der Vater-Tochter-Beziehung zerplatzt im Bruchteil einer Sekunde.
Von Christian Horn.

The Book of Eli
Das Jahr 2044: Die Kamera streift im nebelverhangenen Halbdunkel über einen Waldboden. Eine Pistole, eine danach ausgestreckte Hand und schließlich der dazugehörige Leichnam. Schon in dieser Bildfolge zu Beginn von "The Book of Eli" etablieren die Regie-Brüder Albert und Allen Hughes ("From Hell") die allgegenwärtige Präsenz von Gewalt in ihrer Dystopie. Schließlich ist nichts anderes als die Apokalypse über die Welt hereingebrochen und der Mensch des Menschen Wolf geworden.
Inmitten dieser Szenerie, die mit den allseits bekannten Bildern aus den "Mad Max"-Filmen oder der Videospiel-Serie "Fallout" arbeitet, treffen wir auf Denzel Washington, der den Protagonisten Eli spielt. Er wandert nach Westen, schon eine ganze Weile – mehr wissen wir zunächst nicht. In einem provisorischen (Western-)Kaff, das Carnegie (Gary Oldman) und seine brutalen Schergen regieren, macht Eli Rast. Bald erfahren wir, dass Carnegie auf der Suche nach dem Buch ist und ihm zur Beschaffung desselben jedes Mittel recht ist.
Von Christian Horn.

Brand Upon the Brain!
Auf der Berlinale 2007 hatte Guy Maddins experimenteller Stummfilm "Brand Upon the Brain!" seinen großen Auftritt: Mit musikalischer Live-Begleitung und einem Sänger, drei Geräuschemachern und Isabella Rossellini als Sprecherin hat er bestimmt groß was her gemacht. Zwei Jahre später kam das Werk regulär in die deutschen Kinos und obwohl Maddins Inszenierung durchaus interessant ist, hatte der fordernde Film es dort ungleich schwerer.
Ein frontaler, mit Ausrufezeichen versehener Angriff auf das Brain des Zuschauer(-Körper)s ist Maddins Film vor allem. Mit einer hemmungslos schnellen Melange aus Videoclip- und Stummfilm-Ästhetik rast das Experiment durch zwölf Kapitel, die mysteriöse Vorgänge in einem Waisenhaus aufdecken. Die Text-Inserts blitzen meist nur kurz, kaum lesbar auf und die konzentrierte, weibliche Erzählerstimme stolpert beinahe bei dem Versuch, dem Bilderstrom, der nur ab und an mal kurz inne hält, zu folgen.
Von Christian Horn.

Captain America: The First Avenger
Als die USA im Dezember 1941 in den Zweiten Weltkrieg eintreten, will Steve Rogers (Chris Evans) unbedingt an die Front, doch die Armee erklärt den arg schmächtigen Burschen für kriegsuntauglich. Seine zweite Chance kommt, als Steve mittels der futuristischen Technik eines geheimen Militärprojekts zum Muskelpaket aufgebläht wird. Fortan haut der einstige Schwächling unter dem Namen Captain America jenseits des Atlantik mächtig auf den Putz. Sein ebenbürtiger Gegner ist der Nazi-Scherge Johann Schmidt alias Red Skull (Hugo Weaving), der die Welt im Alleingang knechten will.
Wie kein anderer Superheld verkörpert Captain America den Inbegriff des amerikanischen Bilderbuch-Patrioten, ist er doch ein gestählter, blonder Jüngling, der sich sozusagen in eine amerikanische Flagge wickelt und gegen alle möglichen Widersacher der USA ins Feld zieht: Allein der Name schon!
Von Christian Horn.

The Counselor
El Paso, Texas: Eigentlich führt der "Counselor" (Michael Fassbender), ein Anwalt ohne Namen, inmitten der Armut an der mexikanischen Grenze ein Leben auf der Überholspur. Frisch mit seiner zauberhaften Geliebten Laura (Penélope Cruz) verlobt und materiell mehr als abgesichert, könnte der erfolgreiche Mann im Grunde zufrieden sein. Doch der Counselor will noch mehr Luxus. Also leiert er in Kooperation mit dem extravaganten Reiner (Javier Bardem), der mit seiner verruchten Gespielin Malkina (Cameron Diaz) in einer pompösen Villa lebt, einen gewinnträchtigen 20-Millionen-Dollar-Drogendeal an. Doch schon bald führt eine Verkettung von Zufällen, die der Counselor nicht zu verantworten hat, zum Platzen der Aktion. Von nun an befindet sich der Anwalt in höchster Lebensgefahr, was ihm der plötzlich auftauchende "Problemlöser" Westray (Brad Pitt) mehr als verdeutlicht. Wie eine Ratte in der tödlichen Falle strampelt der Counselor um sein Leben.
Von Christian Horn.

13 Semester
Die Zeit an der Universität ist wahrlich nicht nur zum Pauken da. Momo zum Beispiel, der Protagonist des Debütfilms "13 Semester", findet während seines BWL-Studiums nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu seiner Traumfrau. Er feiert Partys, lernt neue Freunde und das Leben kennen, scheitert ein ums andere Mal und steht nach mehr oder weniger langen Durchhängern immer wieder auf. Kurzum: Er durchlebt einen Reifungsprozess.
Regisseur Frieder Wittich erzählt diese klassische Coming-of-Age-Geschichte in einer episodisch angelegten, der Chronologie der Hochschul-Semester folgenden Komödie - von der Wohnungssuche in Darmstadt bis zur Diplomprüfung. Elliptisch werden die jeweils wichtigsten Ereignisse eines Halbjahres bilanziert, wobei die hübsche Studentin Kerstin (Claudia Eisinger) immer wieder einen Fixpunkt bildet, ist unser Protagonist Momo (Max Riemelt) doch über alle Maßen in sie verschossen.
Von Christian Horn.

Ein Mann von Welt
In der ersten Szene kehrt Ulrik (Stellan Skarsgard) nach zwölf Jahren Gefängnis in die Freiheit zurück - der Protagonist wird, so hat es Christian Petzold einmal in Bezug auf eine Gefängnisentlassung als Filmauftakt formuliert, vom Kino geboren. Doch so zögerlich wie Ulrik vom Gefängnistor in die karge Landschaft blickt, scheint ihm die neue Freiheit nicht sonderlich zu gefallen: "Schau nach vorne!" ruft ihm ein Aufseher zu, doch Ulrik wendet den Blick unsicher nach hinten in den Gefängnishof. Dazu passt auch, dass er als erstes seine Gangster-Kumpanen von früher aufsucht. Ein Mord aus Eifersucht brachte ihn in den Knast, nun soll der verräterische Hauptzeuge dafür zahlen - zumindest will das Ulriks alter Boss Jensen (Björn Floberg), der stets in Begleitung seines lächerlichen Adjutanten Rolf (Gard Eidsvold) auftritt. Ulrik hingegen scheint nicht so recht zu wissen, was er will.
Von Christian Horn.

El Bulli - Cooking in Progress
Der spanische Spitzenkoch Ferran Adria, Betreiber des weltberühmten Drei-Sterne-Restaurants El Bulli, versteht ein Menü als eine Abfolge von Sequenzen, die einer gewissen Dramaturgie unterliegen. Alles ist möglich, sofern es nicht bereits bekannt ist. Ob sich nun die Ravioli von selbst auflösen oder der Kellner einen Cocktail aus Wasser, Haselnussöl und Salz serviert - Ferran Adria will die Besucher immer wieder neu überraschen und seinen Menüs auf diese Weise eine emotionale Komponente verleihen. Nicht umsonst empfindet er das El Bulli als Avantgarde-Restaurant.
Um neue Gerichte für die Saison zu entwerfen, schließt das Lokal in den Wintermonaten seine Türen. In dieser Zeit experimentieren Adria und ein gutes Dutzend Köche in einer Kochwerkstatt in Barcelona, notieren ihre Ergebnisse in ausufernden Listen, schießen Fotos aller Entwicklungsstadien und nähern sich schrittweise den neuen Menüs an.
Von Christian Horn.

Ender's Game - Das große Spiel
In baldiger Zukunft attackiert eine insektenartige Alienrasse die Erde und Millionen Menschen sterben - erst der heldenhafte Einsatz des Kommandanten Mazer Rackham (Ben Kingsley) kann den Untergang abwenden. Einige Jahre später rekrutiert Colonel Graff (Harrison Ford) auch Kinder für das Militär, um die erwartete neue Angriffswelle zu überstehen. Als größtes Talent der Weltraum-Kadettenschule erweist sich der zurückhaltende Ender Wiggin (Asa Butterfield), der nicht nur die besten Kampfstrategien entwickelt, sondern nach anfänglichen Reibereien auch seine Kameraden um sich versammelt. Für Graff ist Ender eine Art Auserwählter und schon bald muss sich der Junge in der alles entscheidenden Schlacht beweisen.
Der Regisseur Gavin Hood ("Tsotsi") konzentriert sich auf die Heldenreise des Protagonisten, der das selbstständige Denken nie aufgibt und Probleme strategisch klug löst. Leider sind einige Ereignisse allzu platt und unlogisch, bis eine stimmige Wendung das Grundmotiv "Spiel vs. Realität" sinnvoll abschließt.
Von Christian Horn.

Die etwas anderen Cops
Es beginnt mitten in einer actionreichen Verfolgungsjagd, bei der Dwayne Johnson und Samuel L. Jackson zwei herrlich übertriebene NYPD-Supercops geben. In Zeitlupe durch die Luft wirbelnd machen sie die Ganoven mit leichter Geste unschädlich, bevor sie sich im Präsidium standesgemäß feiern lassen. Und da sitzen sie, im Hintergrund am Schreibtisch: Allen Gamble (Will Ferrell) und Terry Hoitz (Mark Wahlberg), die etwas anderen Cops. Gamble ist mit dem Schreibtischjob völlig zufrieden, Hoitz hingegen wurde strafversetzt, weil er versehentlich einen beliebten Baseball-Spieler niederschoss, und will am liebsten wieder raus in den richtigen Streifenalltag. Seine Chance kommt, als die Supercops Jackson und Johnson während einer zweiten Verfolgungsjagd in maßloser Selbstüberschätzung von einem Hochhaus springen - und dabei kläglich zu Tode kommen. Gemeinsam mit seinem unfreiwilligen Partner Allen macht sich Hoitz an die Aufdeckung eines Finanzskandals.
Von Christian Horn.

Fast & Furious Five
Die Jungs aus der "Fast and Furious"-Reihe sind wieder da: Vin Diesel und Paul Walker krachen - wie üblich druckvoll - mit Rennboliden, Fäusten und Sprüchen über die Leinwand. Regisseur Justin Lin, der bereits die beiden vorangegangenen Teile inszenierte, versammelt alle Zutaten der Actionserie und spendiert als Bonus eine taffe FBI-Rolle für Dwayne Johnson. Beim fünften Franchise-Ableger geht das Konzept, vor allem auf ästhetischer Ebene, glänzend auf. Der wie immer dünne Plot, mehr Aufhänger als Erzählung, stört daher kaum.
Die erste große Actionsequenz von "Fast Five" zeigt einen Überfall auf einen fahrenden Zug. Ein Westernszenario also, doch die Pferde sind Geländewagen, die Colts moderne Technologie und das Diebesgut, nun ja: Rennautos. Dieser Auftakt beschreibt einen Gutteil des Films: Das Handgemachte - hier gibt es noch Pyrotechniker und nicht nur Computerboom - ist die Grundlage für den Achtzigerjahre-Muskelkino-Charme von "Fast Five".
Von Christian Horn.

Fast & Furious 6
"Zeig mir, wie du fährst und ich sage dir, wer du bist", heißt es einmal ganz ironiefrei in "Fast & Furious 6". Und auch sonst bleibt alles beim Alten: Justin Lin, seit dem dritten Teil "Tokyo Drift" (USA 2006) Stammregisseur der Reihe, übernahm auch beim sechsten Teil die Inszenierung und wiedervereint den bekannten Cast der Vorgänger. Sehr routiniert liefert Lin genau das, was die Fangemeinde erwartet, und sorgt dafür, dass sich "Fast & Furious 6" über weite Strecken wie ein Familientreffen auf Testosteron anfühlt.
Gleich am Anfang rasen Dominic Toretto (Vin Diesel) und Brian O'Conner (Paul Walker) mit atemberaubender Geschwindigkeit über eine schmale Piste vor schmucker Kulisse, denn Brians Nachwuchs ist im Anmarsch. Der edle Plan, in der neuen Vaterrolle sauber zu bleiben, zerschlägt sich jedoch schnell.
Von Christian Horn.

The 5th Commandment
Mit "The 5th Commandment" legt Regisseur und Stuntman Jesse V. Johnson einen Actionfilm vor, der in Stil und Umsetzung zwischen Black- und Asiaploitation mäandert: Hip Hop-Musik und afroamerikanische Muskelmänner treffen auf asiatische Kampfkunst und laszive Chinagirls. Figurenzeichnung und Story treten derweil stark in den Hintergrund und müssen erschreckend öde inszenierten Actionszenen in Form von Schusswechseln und Martial Arts-Kämpfen Platz machen.
Der Plot ist Mittel zum Zweck: Ein kleiner chinesischer Junge muss die brutale Ermordung seiner Familie mit ansehen. Im letzten Moment wird er vom ehrenhaften Auftragskiller Max (Keith David) gerettet, der ihn unter seiner Fittiche nimmt. Unter dem Namen Chance Templeton (Rick Yune) wächst der Junge zur Kampfmaschine heran, zum besten Profikiller aller Zeiten, für den Ehre und Treue alles bedeuten.
Ohne Charme, Spannung und Raffinesse reiht Jesse V. Johnson lauwarme Actionszenen lieblos aneinander, verharrt in einer schlichten Nennung seiner Themen (wie Ehre, Glaube, Freundschaft) und zeichnet Figuren, deren Handlungen und Gefühle jederzeit Fassade bleiben.
Von Christian Horn.

Die glorreichen Sieben (2016)
Genauso häufig, wie der Western totgesagt wurde, feiert er seine Auferstehung - zuletzt mit den Genre-Beiträgen "The Revenant", "Jane Got A Gun" oder zwei Tarantino-Filmen, "Django Unchained" und "The Hateful 8". In Zeiten, in denen Hollywood auf Remakes oder Mehrteiler setzt, weil der Branche nicht mehr viel einfällt, konnte es nicht ausbleiben: eine filmische Wiederkehr von "Die glorreichen Sieben" (1960, Regie: John Sturges). Damit ist der neue Film das Remake eines Remakes, denn für den alten Film lieferte Akira Kurosawas "Die sieben Samurai" (1954) die Vorlage. Ist dieser Sachverhalt zu kritisieren? Nicht, wenn der Film eine erfrischende Neuinterpretation des alten Stoffes liefert oder wenigstens den Genre-Elementen treu bleibt. Die Action stimmt in der Version von 2016, als Innovation bietet Regisseur Antoine Fuqua übertriebene politische Korrektheit an.
Von Michael Dlugosch.

Der große Diktator
Dieser Film ist die große künstlerische Abrechnung Charlie Chaplins mit dem fast auf den Tag gleichaltrigen Diktator Hitler (Geburtstage 16. bzw. 20. April 1889) auf der anderen Seite des Ozeans, der ihm - so möchte man fast meinen - seinen Schnurrbart nachgemacht hat. Es ist der erste Dialogfilm Chaplins und neben "Moderne Zeiten" sein größter Erfolg: 5 Millionen Dollar Einnahmen! Der Film hat zwei Handlungsstränge, und die beiden Hauptpersonen werden beide von Chaplin selbst gespielt. In der ersten Handlung ist er ein namenloser jüdischer Friseur, nennen wir ihn Charlie - der sich im Ersten Weltkrieg tölpelig anstellt, mit dem Flugzeug abstürzt und sein Gedächtnis verliert. Er wohnt später in einem jüdischen Ghetto in Tomania, im Reich des Diktators Hynkel, mit dem eindeutig Hitler gemeint ist. Er schlägt sich so durch, findet auch eine Frau, wehrt sich gegen Übergriffe der sogenannten "Sturmtruppen". Zufällig gerät er in eine Widerstandsgruppe, kommt ins KZ, bricht aber wieder aus. Und jetzt gibt es eine folgenschwere Verwechslung: Diktator Hynkel ist bei einer Entenjagd ins Wasser gefallen und wird als Ausbrecher aus dem Wasser gezogen, wohingegen Charlie, der Friseur im Triumphzug nach Osterlich (= Österreich) geleitet wird. Am Schluss hält er als Hynkel eine pazifistische Rede, in der er zur Völkerfreundschaft aufruft.
Von Manfred Lauffs.

Der große Navigator
Die Stuttgarter Regisseurinnen Wiltrud Baier und Sigrun Köhler begleiten in ihrem Dokumentarfilm "Der große Navigator" einen schwäbischen Missionar bei seiner Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Dokumentarfilm über einen in Ostdeutschland tätigen Missionar? darf man sich an dieser Stelle zu Recht fragen. Doch der Film funktioniert ganz hervorragend und geht die Thematik des christlichen Glaubens mit einer ordentlichen Prise Humor an - ohne den arg aus der Zeit gefallenen Protagonisten lächerlich zu machen.
"Der große Navigator" beginnt mit der Autofahrt, die den überzeugten Missionar Jakob Walter vom Schwarzwald in seine neue Heimat Neubrandenburg führt. Auf der Suche nach einem "real existierenden Realismus" begleiten sie ihn bei alltäglichen Tätigkeiten jeder Art und zeigen ihn in der missionarischen Interaktion mit Menschen auf der Straße, die er gerne in Gespräche über Glauben und Gott verwickelt.
Von Christian Horn.

Die große Sause
Eine der erfolgreichsten Filmkomödien ist 2016 nach 50 Jahren in überarbeiteter Fassung wieder in die französischen Kinos gekommen: "Die große Sause" mit Louis de Funès und Bourvil in den Hauptrollen.
Die Handlung spielt im Zweiten Weltkrieg, 1942 in Paris, während der Besatzung Frankreichs durch Nazideutschland. Ein britischer Bomber wird von den Deutschen abgeschossen, und die drei Piloten landen mit ihren Fallschirmen an verschiedenen Orten in der Hauptstadt. Cunningham (Claudio Brooke) trifft auf den Malermeister Auguste Bouvet (Bourvil), sie retten sich vor den Deutschen in die Wohnung der Puppenspielerin Juliette (Marie Dubois). MacIntosh (Mike Marshall) landet auf dem Dach der Pariser Oper und begegnet dem Dirigenten Stanislas Lefort (Louis de Funès). Beide Engländer wollen zusammen mit ihrem Kommandanten Sir Reginald Brook (Terry-Thomas) in die "freie Zone" (den von der Wehrmacht nicht besetzten Teil Frankreichs) fliehen, um von dort aus nach Großbritannien zu gelangen.
Von Manfred Lauffs.

Hangover 2
Mit seiner überdrehten Buddy-Komödie "Hangover" landete Regisseur Todd Phillips vor zwei Jahren einen großen Überraschungshit, der unerwartet das Vielfache seines Budgets einspielte. Mit "Hangover 2" wollen Phillips und das produzierende Studio Warner diesen Erfolg ganz unverhüllt kopieren, was ihnen schon deshalb nicht gelingt, weil sie die Zutaten des ersten Teils allzu beliebig, uninspiriert und maßlos in die Fortsetzung packen. Konnte schon der erste Teil nicht über die volle Laufzeit sein Niveau halten, erscheint der zweite von der ersten Minute an überflüssig, weil er sich allzu offensiv auf dem Vorgänger ausruht.
Eigentlich ist "Hangover 2" kein Sequel, sondern ein Remake. Dieses Mal geht's zu Stus (Ed Helms) Hochzeit nach Thailand, doch am Abend vor der Eheschließung gerät ein Bier mit den mitgereisten Kumpels Phil und Alan (Bradley Cooper & Zach Galifianakis) außer Kontrolle.
Von Christian Horn.

Hangover 3
Während "Hangover 2" nicht viel mehr als eine überzogene Kopie seines Vorgängers war, wählt Regisseur Todd Phillips für den vorläufigen Abschluss seiner "Hangover"-Reihe einen neuen Ansatz. Dieses Mal erwachen Stu, Phil und Alan (Ed Helms, Bradley Cooper, Zach Galifianakis) nicht mit einem mörderischen Kater und frappierenden Erinnerungslücken in einem Hotelzimmer in Las Vegas oder Bangkok, sondern geraten in eine actionreiche Verfolgungsjagd.
Das Wolfsrudel ist zur Ruhe gekommen. Lediglich der halb wahnsinnige Alan schlägt noch immer über die Stränge und kutschiert in der Eröffnungsszene eine Giraffe über den Highway, die wegen einer zu niedrigen Brücke ihren Kopf verliert. Als Folge stirbt Alans Vater an einem Herzinfarkt und seine Freunde überzeugen den Kindskopf von einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Heilanstalt. Auf dem Weg dorthin fallen die Kumpels jedoch dem Gangster Marshall (John Goodman) in die Hände, der Alans durchgeknallten Freund Chow (Ken Jeong) sucht.
Von Christian Horn.

Das Hochzeitsvideo
Die Aufforderung "Mach die Kamera aus!" bekommt Daniel (Martin Aselmann) regelmäßig zu hören, während er die Hochzeitsvorbereitungen seines Kumpels Sebastian (Marian Kindermann) und dessen Freundin Pia (Lisa Bitter) mit einer Kamera filmt. Denn natürlich, wie sollte es auch anders sein, verlaufen die Vorbereitungen mitsamt Junggesellenabschied und Hochzeitsfeier in Sönke Wortmanns neuer Komödie "Das Hochzeitvideo" alles andere als reibungslos: Hier trifft nicht nur die adelig-konservative Familie des Bräutigams auf den chaotischen Patchwork-Anhang der Braut, sondern zu allem Überfluss platzt auch noch Pias bislang verheimlichter Macho-Exfreund Carlos in die Hochzeitsgesellschaft, der als Pornodarsteller den beunruhigenden Beinamen "die Keule" trägt... Doch allem Trubel zum Trotz hält Daniel wacker mit der Kamera drauf und dokumentiert auch die unschönen Ereignisse für die Nachwelt beziehungsweise das Kinopublikum.
Von Christian Horn.

Hundert Nägel
Ermanno Olmi zählt zu den Altmeistern des italienischen Kinos. Nach einer Reihe von Kurz-Dokumentationen inszenierte er 1959 seinen ersten Spielfilm - fast fünfzig Jahre später legt er mit "Hundert Nägel" (aus dem Jahr 2007) seinen letzten fiktionalen Film vor, um fortan ausschließlich dokumentarische Arbeiten zu realisieren. Eine große Bürde lastet also auf dem Film, soll er doch ein filmisches Werk abschließen, das sich beinahe über ein halbes Jahrhundert erstreckt. Schon allein durch diese Funktion erhält Ermanno Olmis letzter Spielfilm ein starkes Gewicht, das durch die Wahl des Stoffs noch verstärkt wird.
Hundert wertvolle Original-Manuskripte einer ehrwürdigen Universitätsbibliothek wurden über Nacht mit Zimmermannsnägeln auf den Boden genagelt. Der Täter, ein junger Professor der Philosophie, flieht, restauriert am Ufer des Po eine verfallene Hütte und tritt als eine Art moderner Jesus mit den dortigen Anwohnern in Kontakt. Von nun an ist "Hundert Nägel" eine symbolisch überladene Parabel über die Natur des Menschen.
Von Christian Horn.

Immer Ärger mit 40
Judd Apatow ist einer der wenigen echten Autorenfilmer in der von Patentrezepten gezeichneten Komödien-Landschaft Hollywoods. Mit "Jungfrau (40), männlich, sucht..." und "Beim ersten Mal" landete Apatow zwei große Blockbuster, bevor sein dritter Kinofilm, die Tragikomödie "Wie das Leben so spielt", dramaturgischen Leerlauf zum Erzählprinzip erhob. Bei "Immer Ärger mit 40" schert sich der Regisseur abermals wenig um hergebrachte Erzählkonventionen. Stattdessen verästelt Apatow seinen Film in mehrere Handlungsstränge und Nebenerzählungen, die nicht immer eine Auflösung erfahren.
Debbie und Pete - zwei Nebenfiguren aus "Beim ersten Mal" - leben mit zwei gemeinsamen Töchtern in gehobenen Mittelschicht-Verhältnissen. Auf den ersten Blick scheint alles gut, doch Petes Indie-Plattenlabel steht kurz vor der Pleite, Debbie wird als Modeboutique-Besitzerin von ihren Angestellten bestohlen und die Töchter liegen im Dauer-Clinch.
Von Christian Horn.

I Shot My Love
Der Raum hinter der Kamera biete eindeutig den angenehmeren Standpunkt, erklärt Andreas seinem israelischen Lebenspartner Tomer, als dieser ihn filmt - außerdem sei er unsicher, inwieweit die Anwesenheit der Kamera sein Verhalten manipuliere. Dieser und ähnliche Momente belegen regelmäßig, dass "I Shot My Love" ein hochgradig selbstreflexiver Dokumentarfilm ist, einer, der sich vom überholten Diktum befreit, eine dokumentarische Arbeit müsse die Wirklichkeit ungefiltert abbilden. Allein schon die über die komplette Laufzeit abgerundeten Ecken der Leinwand, die das Bild zum Blick durch den Kamerasucher stilisieren, verweisen auf dieses theoretische Konzept hinter "I Shot My Love".
Ohne einen erklärenden Off-Kommentar oder merkliche audiovisuelle Effekte porträtiert Regisseur und Kameramann Tomer Heymann die Liebesbeziehung zu seinem deutschen Freund Andreas.
Von Christian Horn.

Jack und Jill
Am "Phänomen" Adam Sandler scheiden sich die Geister: Das eine Lager erklärt Sandler zum Symbol der typischen Mainstream-Hollywood-Komödie und schließt den erfolgreichen Star von vornherein aus, das andere Lager freut sich über jeden neuen Film des Schauspielers. In "Jack und Jill" von Regisseur Dennis Dugan spielt der Mime nun eine Doppelrolle, nämlich sowohl den männlichen als auch den weiblichen Part eines auch sonst ungleichen Zwillingspärchens, das im Verlauf der Geschichte Gemeinsamkeiten und damit die Liebe füreinander entdeckt.
Zwar legt auch die neue Adam-Sandler-Komödie ein gehöriges Tempo vor und verzichtet nicht auf derben Humor mit Furzen und so, bekommt aber immer wieder rechtzeitig die Kurve. Wichtiger als der oberflächliche Klamauk ist die Entwicklung der Geschwister Jack und Jill Sadelstein.
Von Christian Horn.

Der Kaufhaus Cop
Kevin James dürfte vielen aus der charmant-komischen Sitcom "King of Queens" bekannt sein. Nun steht er wieder einmal in einem Kinofilm vor der Kamera, der Actionkomödie "Der Kaufhaus Cop" von Steve Carr. Und stemmt den Film im Alleingang. Es geht los wie bei einer typischen Romantic Comedy: Der alleinstehende, übergewichtige Kaufhaus-Wachmann Paul Blart (Kevin James) verguckt sich in die attraktive Verkäuferin Amy (Jayma Mays), observiert sie per Überwachungskamera und unternimmt recht unbeholfene Flirtversuche, die wunderlicherweise fruchten. Wo sich nun eine Liebesgeschichte mit Pannen, Hindernissen, dramatischer Trennung und glücklicher Wiedervereinigung anschließen würde, beschreitet "Der Kaufhaus Cop" andere Wege: Gangster nehmen die Mall in Beschlag und Paul Blart tritt gegen die Übermacht an. Die romantische Komödie wird zur Actionkomödie.
Von Christian Horn.

Kein Sex ist auch keine Lösung
"Die erfolgreichsten deutschen Filme sind entweder Bestsellerverfilmungen oder Komödien. Wie erfolgreich müssen dann erst die Verfilmungen komischer Bestseller sein?" Mit dieser Frage verweist Georg Seeßlen in einem Essay über deutsche Komödien auf einen Trend, der spätestens seit "Herr Lehmann" zum routinierten Geschäft geworden ist. Mit der Romanverfilmung "Kein Sex ist auch keine Lösung" von Mia Morgowski schlägt Regisseur Torsten Wacker ("Süperseks") in dieselbe Kerbe und liefert letztlich genau das, was der Titel verspricht: eine harmlose romantische Komödie mit frivolen Spitzen.
Tom Moreno (Stephan Luca) brilliert bei einer Hamburger Werbeagentur und zieht als Don Juan durchs Leben. Die Frauen, das lässt er das Publikum gleich zu Beginn per Kommentar wissen, liebt er – und die Frauen lieben ihn. Seine zur Vermeidung von Ernsthaftigkeit aufgestellte Regel, höchstens dreimal mit derselben Eroberung zu schlafen, wird dem Beau zum Verhängnis, als er eine Affäre mit seiner reizenden Kollegin Elisa (Marleen Lohse) eingeht...
Von Christian Horn.

Der kleine Rabe Socke
Als Kinderbuch und mit einer eigenen Fernsehserie sowie Teil des "Sandmännchens" konnte der kleine Rabe Socke bereits Erfolge verbuchen. So ist es nur konsequent, dass der kesse Vogel mit der rot-weißen Ringelsocke am linken Fuß nun einen eigenen Kinofilm bekommt. Die Verfilmung von Ute von Münchow-Pohl ("Kleiner Dodo") und Sandor Jesse ("Meister Eder und sein Pumuckl") greift dabei nicht auf eine bereits vorhandene Geschichte zurück, sondern entwirft ein eigenes Abenteuer des Raben und seiner Freunde.
Beim Spielen mit dem Wildschwein Stulle beschädigt Socke (Stimme: Jan Delay) den Staudamm, der sein Dorf schützt - peu a peu flutet nun ein immer größer werdendes Rinnsal die Gegend. Um das Schlimmste abzuwenden, begibt sich Socke mit dem ängstlichen Schaf Wolle und dem Bären Eddi auf die Suche nach den Bibern, die den Damm einst bauten und die nötigen Ausbesserungen vornehmen könnten.
Von Christian Horn.

Love Steaks
Clemens (Franz Rogowski) soll sich tiefgefrorene Steaks um den nackten Körper binden, denn Lara (Lana Cooper) möchte sehen, was das mit seinem Penis macht. An anderer Stelle spült der junge Mann der besoffenen Lara, die zu regelmäßig ihren Flachmann ansetzt, die Kotze aus den Haaren. Der schüchterne, auf Harmonie bedachte Masseur und die dominante, ungestüme Küchenazubine - die Hotelmitarbeiter Clemens und Lara unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Und trotzdem knistert es zwischen beiden, und zwar heftig.
Seine cineastische Wucht bezieht "Love Steaks" allerdings nicht unbedingt aus der Romanze, sondern vor allem aus der kraftvollen Inszenierung, die im neusten deutschen Kino geradezu einem Schelmenstück gleichkommt. Ohne großes Budget, Drehbuch oder Patentrezepte drehte das Team um Jakob Lass während des laufenden Hotelbetriebs an der Originalkulisse, was viel Raum für Improvisationen und kleine Wahrhaftigkeiten lässt, die die stilsichere Handkamera anbetungswürdig einfängt.
Von Christian Horn.

Müdigkeitsgesellschaft - Byung-Chul Han in Seoul/Berlin
Isabella Gresser montiert in diesem Film die Bilder so, dass ein fremdartiges Zeiterleben entsteht, in dem die Philosophie und das Leben Byung-Chul Hans erzählt werden.
Auf einer Bahnbrücke in Berlin zitiert der Philosoph den Anfang von Wim Wenders' Film "Der Himmel über Berlin", den er auswendig kann: "Als das Kind Kind war ..." und expliziert damit eine wichtige Folie für die Bildsprache der Dokumentation über ihn. Denn deren Aufnahmen wechseln anmutig und naturwüchsig, fast unbemerkt, zwischen Schwarz und Weiß, in Wenders' Film Zeichen der Unterscheidung des Lebens von Engeln und Menschen. Hier das Wandern Hans zwischen seiner Wahlheimat Berlin und seiner Herkunft Korea/Seoul in der Außenwelt. In der Innenwelt das Schweben zwischen einer utopischen Stille als einer Materie der erzählten Welt, die Han auf Friedhöfen findet, in Tempeln, in Trödelläden, wo die Dinge nicht weggeschmissen werden, sondern ihren Platz für die Ewigkeit gewährt bekommen, in den Texten Peter Handkes und als zweiter antagonistischer Materie den dystopischen Visionen und Analysen der faktischen Verhältnisse einer Gesellschaft, in der wir im Glauben frei zu sein uns immer leidenschaftlicher selbst ausbeuten und entblößen.
Von Simon Probst.

Paul - Ein Alien auf der Flucht
Zwei befreundete Bilderbuch-Nerds brechen aus dem Vereinigten Königreich nach San Diego auf, um die Comic-Con zu besuchen; im Anschluss unternehmen sie per Wohnmobil eine Reise durch Amerika und steuern die berühmtesten Orte von UFO-Sichtungen an. Kaum unterwegs werden sie Zeugen eines Autounfalls und trauen ihren Augen kaum, als mit Paul ein grünes Marsmännchen aus dem Unfallwagen steigt! Paul, der seit dem Roswell-Zwischenfall in der Area 51 residiert, ist auf der Flucht und bittet die Nerds um Unterstützung.
Simon Pegg und Nick Frost, bekannt aus "Shaun of the Dead", spielen die beiden Nerds, während kein Geringerer als Seth Rogen dem charismatischen Alien seine Stimme leiht (hierzulande übernimmt Bela B. Felsenheimer den Part). Das von Greg Mottola ("Superbad") inszenierte Drehbuch stammt ebenfalls von Pegg und Frost.
Von Christian Horn.

Das Schweigen
Der Film "Das Schweigen" (1963) des berühmten schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman gilt als Klassiker. Bergman selbst bezeichnete ihn als "klein". Falsch lag er mit der Einschätzung nicht. "Das Schweigen" ist passabel inszeniert, doch nicht der Filmklassiker schlechthin. Die Kommunikationslosigkeit, das Aneinander-Vorbeireden zweier Schwestern, die sich erst unterschwellig, später sehr offen hassen, ist thematisiert. Der Filmemacher nannte den Film eine Parabel über den "Zusammenbruch von Lebensverhältnissen" und erklärte ihn nachträglich zum dritten Teil einer Trilogie, die mit "Wie in einem Spiegel" (1960) begann und mit "Licht im Winter" (1961) ihren Mittelteil fand. In den drei Filmen geht es um den Glauben an Gott, aber in das "Das Schweigen" wird das Verhältnis der Menschen zu ihm lediglich angeschnitten. Gerade mal ein Gespräch der Schwestern handelt vom verstorbenen Vater, der für Gott steht. Pastorensohn Bergman müht sich in seinem Film an der Glaubenskrise ab.
Von Michael Dlugosch.

Die 1000-Euro-Generation
Wer heute eine Berufsausbildung oder einen Universitätsabschluss in der Tasche hat, auf den warten meist unbezahlte oder mit einem Taschengeld entlohnte Praktika, befristete Arbeitsverträge oder sonstige prekäre Jobverhältnisse. In Italien trägt die Generation der um die Dreißigjährigen in Anlehnung an das gefühlte Durchschnittseinkommen den Namen 1000-Euro-Generation. Den gleichnamigen Roman von Antonio Incorvaia und Alessandro Rimassa hat Regisseur Massimo Venier 2009 als sympathische Gesellschaftskomödie verfilmt.
Im Zentrum steht der dreißigjährige Matteo (Alessandro Tiberi), ein promovierter Mathematiker, der in der Marketing-Abteilung eines großen Konzerns in Mailand arbeitet und nebenher Vorlesungen an der Universität hält - seine Miete und die weiteren monatlichen Kosten kann der junge Mann dennoch nur mit Ach und Krach aufbringen.
Von Christian Horn.

Die Tribute von Panem - Catching Fire
Rund ein halbes Jahr nach den letzten Hungerspielen, die Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson) nur mit Hilfe eines findigen Tricks überleben konnten, müssen die beiden eine Werbetour durch die zwölf Distrikte Panems antreten. Während dieser "Tour der Sieger" erkennt Katniss, dass sie die Hoffnung der unterjochten Bevölkerung auf eine gesellschaftliche Veränderung befeuert. Das entgeht auch dem mächtigen Präsidenten Snow (Donald Sutherland) nicht, der sein totalitäres Regime mit brutaler Härte führt. Von seinem Plan, Katniss und Peeta auszuschalten, weicht der Diktator auf Anraten des neuen Spielleiters Plutarch (Philip Seymour Hoffman) ab und geht weitaus perfider vor: Zur anstehenden 75. Ausgabe der Hungerspiele, dem sogenannten "Jubel-Jubiläum", ändert Snow die Spielregeln und rekrutiert die diesjährigen Tribute aus allen bisherigen Siegern des Medienspektakels - als einzige weibliche Gewinnerin des zwölften Distrikts muss Katniss abermals in die Kampfarena und schwebt erneut in Lebensgefahr.
Von Christian Horn.

21 & Over
Eigentlich muss Chang (Justin Chon) heute früh ins Bett, denn für den morgigen Tag hat ihm sein herrischer Vater ein Vorstellungsgespräch organisiert. Dumm nur, dass seine Jugendfreunde Casey (Skylar Astin) und Miller (Miles Teller) plötzlich unangekündigt vor der Tür stehen, um den 21. Geburtstag ihres alten Kumpels zu begießen. Natürlich sollen es nur ein oder zwei kleine Drinks werden, doch die guten Vorsätze wirft Chang bald über Bord und säuft sich quer durch die Clubs in einen komatösen Zustand. Nun liegt es an den Kumpels, die Wohnung ihres Freundes auf eigene Faust zu finden, damit die Sache mit dem Vorstellungsgespräch glatt geht.
Die besoffene Odyssee der Kumpels dient den Filmemachern für eine Staffette von Stereotypen und pubertären Gags, die sich meist um Sex und Saufen drehen. Die halbgare Nummernrevue bleibt immer zahnlos.
Von Christian Horn.

2 Guns
Der eine ist verdeckter Drogenfahnder, der andere handelt in geheimer Mission für die US-Navy - und beide wissen nichts vom Auftrag des jeweils anderen. Bobby Trench und Michael Stigman (Denzel Washington & Mark Wahlberg) arbeiten nur vermeintlich als Partner für den mexikanischen Drogenbaron Papi Greco (Edward James Olmos), den sie bei nächster Gelegenheit festnageln wollen. Als ein Deal mit dem Gangster platzt, überfällt das Duo kurzerhand eine Bank an der US-mexikanischen Grenze, bei der Papi seine Dollars bunkert. Doch statt der erwarteten 3 Millionen erbeuten Trench und Stigman satte 43 Millionen Dollar, darunter auch Geld, das Papi an die CIA abtreten musste. Schnell haben die Draufgänger nicht nur ihre jeweiligen Auftraggeber auf den Fersen, sondern auch Papis Drogensyndikat und einen sadistischen CIA-Agenten.
Der Isländer Baltasar Kormákur pendelt stetig zwischen Arthouse- und Unterhaltungskino und inszenierte in den letzten Jahren so unterschiedliche Filme wie die schwarze Komödie "101 Reykjavik", den Actionfilm "Contraband" oder das Biopic "The Deep". Die Graphic-Novel-Adaption "2 Guns" gehört definitiv zur Blockbusterkategorie.
Von Christian Horn.

Die Vampirschwestern
Neben den Zombies reüssieren derzeit auch die Vampire im Kino, wobei letztere insbesondere vom weltweiten Erfolg der "Twilight"-Romane und -Filme profitieren. Mit "Die Vampirschwestern" kommt nun ein deutscher Film ins Kino, der den Vampirmythos für eine jüngere Generation aufbereitet und ganz normale Sorgen von Jugendlichen im Rahmen einer phantastischen Prämisse erzählt.
Dakaria und Silvania (Laura Antonia Roge & Marta Martin) sind mit ihren Eltern von Transsylvanien in ein deutsches Dorf gezogen und müssen sich an die neue Umgebung sowie neue Schulkameraden/innen gewöhnen. Dass sich das Zurechtfinden bei den 12-jährigen Schwestern schwierig gestaltet, hat einen guten Grund: Der Vater Mihai (Stipe Erceg) ist ein Vampir, die Mutter Elvira (Christiane Paul) ein Mensch. Dakaria und Silvania sind also Halbvampire, was einige praktische Vorteile wie Flugfähigkeiten und Telekinese-Begabung mit sich bringt - im Gegenzug vertragen die Mädchen Knoblauch und können ans Sonnenlicht.
Von Christian Horn.

Willkommen bei den Hartmanns
"Das Leichte, das Unterhaltsame, ist schwer zu machen", meint RBB-Intendantin Dagmar Reim und hat Recht. Das gilt insbesondere, wenn es um eine Komödie geht, die ein im Grunde ernstes Thema behandelt, nämlich zum Beispiel die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. Dem schon lange bewährten Regisseur Simon Verhoeven ist das perfekt gelungen, mit seinem 2016 erschienenen Film "Willkommen bei den Hartmanns". Der hatte am Ende des Jahres über drei Millionen Zuschauer erreicht.
Die titelgebende Familie Hartmann, das sind: Chefarzt Richard (Heiner Lauterbach), die ehemalige Lehrerin Angelika (Senta Berger, bekanntlich die Mutter des Regisseurs), Tochter Sofie, 31 Jahre alt, Psychologiestudentin (Palina Rojinski), Sohn Philipp, erfolgreicher Anwalt, in Scheidung lebend (Florian David Fitz), und dessen Sohn Basti, 12 (Marinus Hohmann).
Angelika beschließt, einen Flüchtling aufzunehmen. Vater und Sohn sind strikt dagegen, die Tochter dafür. Schließlich wählen die Eltern in einer Flüchtlingsunterkunft den Nigerianer Diallo (Eric Kabongo) aus. Und aus diesem Schritt erwächst die turbulente Handlung.
Von Manfred Lauffs.

Wir kaufen einen Zoo
Weil der Journalist Benjamin Mee (Matt Damon) nicht über den Tod seiner Frau hinwegkommt, zieht er mit seinen Kindern Dylan und Rosie (Colin Ford & Maggie Elizabeth Jones) in ein Bauernhaus auf dem Land. Zum Anwesen gehört auch ein maroder Zoo mit rund 200 Tieren, dessen Renovierung an den Kauf der Immobilie gekoppelt ist. Sein Bruder Duncan (Thomas Haden Church) rät Benjamin wegen des finanziellen Risikos von der Sanierung des Tierparks ab, doch gemeinsam mit der tatkräftigen Chefpflegerin Kelly Foster (Scarlett Johansson) wagt Benjamin das Abenteuer und macht sich an den waghalsigen Wiederaufbau des Zoos.
Die Geschichte von "Wir kaufen einen Zoo" basiert auf der Autobiografie des Journalisten und Zoobesitzers Benjamin Mee, die von der Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna ("Der Teufel trägt Prada") in einen kleinen, harmlosen Familienfilm verpackt wurde.
Von Christian Horn.

Yoko
Am Anfang verschifft der herzlose Wilderer Van Sneider (Tobias Moretti) einen kleinen Yeti von Tibet nach Deutschland, ohne das zusätzliche Frachtgut zu bemerken, denn das Fabeltier kann sich bei Bedarf unsichtbar machen. Sprechen kann der eisbärige Geselle zwar nicht (er sagt nur ab und zu "jo jo"), ist aber ganz schön weise und flieht aus Sneiders illegalem Gehege. Der Zufall führt den Flüchtigen in das Baumhaus der kleinen Pia (Jamie Bick), die ihn ohne Umschweife adoptiert und auf den Namen Yoko tauft. In Gefahr geraten beide, weil der böse Jäger den Yeti sucht, um in an den zwielichtigen Zoodirektor Kellerman zu verhökern, der die zoologische Sensation zu gern in seiner Sammlung hätte.
Regisseurin Franziska Buch ("Hier kommt Lola!") erzählt ihre Adaption der Kinderbuch-Reihe von Knister ("Hexe Lilli") nach Schema F und ohne Überraschungen.
Von Christian Horn.

 



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Zitat

"Ich bin ein Filmemacher, kein Dokumentarfilmer. Ich versuche, die Wahrheit zu schlagen."

("I'm a moviemaker, not a documentarian. I try to hit the truth.")

Regisseur Ridley Scott, der am 30. November 2017 seinen 80. Geburtstag feierte

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