27.03.2024

Marmaduke

Der titelgebende Held aus "Marmaduke" spricht dank Christian Ulmen (im Original dank Owen Wilson) mit seinen Artgenossen sowie dem Publikum – und ist eine dänische Dogge. Im Grunde sagt das viel über den Film von Tom Dey ("Shang-High Noon"), denn im Kino gibt es in gewisser Weise nur zwei Tierarten: Die schweigsamen und die sprachbegabten, wobei vornehmlich letztere Hauptrollen bestreiten. Insbesondere Hunde nehmen hier eine herausragende Stellung ein – kleine und große, liebenswerte oder gar schelmische Vierbeiner: Alles ist vertreten und macht im regelmäßigen Turnus Kasse.

Auch die übrigen Stars aus "Marmaduke" sind wortgewandte Hunde. Mit diesem Rüstzeug imitieren Drehbuch und Inszenierung eine typische High School-Komödie amerikanischer Prägung: Der Hundespielplatz ersetzt das Schulgebäude, den heißesten Jungen der Schule vertritt der kräftige Rasse-Kampfhund Rocco, der Beverly – die flotteste Hündin der Gegend – zur Freundin hat. Marmaduke schließlich ist nach dem Umzug seiner Familie von Kansas nach Kalifornien der Neue an der Schule. Schnell geraten er und Rocco aneinander und es ist ein Glück für unseren Tollpatsch, dass die Außenseiter-Bande um Lucy (Nora Tschirner) sich seiner annimmt. Die Mischlingshündin kann Marmaduke nämlich auffallend gut riechen – doch der sucht den Erfolg bei der angesagten Beverly und vergisst über der neuen Anerkennung seine alten Freunde. Aber dann wendet sich das Blatt, denn schließlich handelt "Marmaduke" von wahrer Freundschaft und davon, dass man sich treu bleiben und auf seine Freunde und Familienmitglieder achten soll.

Symptomatisch für Filme mit sprechenden Hunden ist neben dem komödiantischen Einschlag vor allem das große, in seinem Resultat fatale Vertrauen, das die meisten Filmemacher in ihre tierischen Attraktionen setzen. Da machen auch Tom Dey und seine beiden Drehbuchautoren keine Ausnahme – weder die Geschichte, noch die Inszenierung entwickeln Eigenständigkeit: "Marmaduke" führt lediglich altbekannte Erzählmuster ins Feld und verlässt sich völlig auf seinen Hunde-Bonus, der aber nicht allzu lange vorhält.

Weil die eigentliche Geschichte vorhersehbar ist, beschränkt sich der Spannungsbogen meist auf einzelne Sequenzen, die Tom Dey in einer immer rasanter werdenden Abfolge präsentiert und in einen dämlichen Surf-Wettbewerb für Hunde führt. Dabei fängt "Marmaduke" recht schwungvoll an – schade, dass der Dogge bei dem ganzen Geplapper so schnell und nachhaltig die Puste ausgeht.



Diese Filmkritik ist zuerst bei fluter.de erschienen.

 

Christian Horn / Wertung: * * (2 von 5)



Filmdaten

Marmaduke
(Marmaduke)

USA 2010
Regie: Tom Dey;
Originalsprecher: Owen Wilson (Marmaduke), Emma Stone (Mazie), George Lopez (Carlos), Christopher Mintz-Plasse (Giuseppe), Steve Coogan (Raisin), Fergie (Jezebel), Kiefer Sutherland (Bosco), Damon Wayans Jr. (Thunder), Marlon Wayans (Lightning), Sam Elliott (Chupadogra) u.a.;
Deutsche Sprecher: Christian Ulmen, Nora Tschirner u.a.;
Darsteller: Lee Pace (Phil Winslow), Judy Greer (Debbie Winslow), Caroline Sunshine (Barbara Winslow), Finley Jacobsen (Brian Winslow), William H. Macy (Don Twombly) u.a.;
Drehbuch: Tim Rasmussen, Vince Di Meglio nach dem Comic von Brad Anderson und Phil Leeming; Produzenten: John Davis, Tom Dey; Kamera: Greg Gardiner; Musik: Christopher Lennertz; Schnitt: Don Zimmerman;

Länge: 99 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; deutscher Kinostart: 15. Juli 2010



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