13. März 2003 
in Kürze: 

Dem Himmel so fern

"'Far from Heaven' hat sich die großen Hollywood-Melodramen der 50er-Jahre zum Vorbild genommen. Der Film erzählt die Geschichte einer bürgerlichen Hausfrau im Amerika jener Tage. Regisseur Todd Haynes lässt die lebendigen Farben und den legendären visuellen Stil des bedeutenden Filmemachers Douglas Sirk ('Imitation of Life', 'Written on the Wind') wieder aufleuchten, um die bedrückend glatte Oberfläche darzustellen, unter der heimliche Wünsche, Begierden und Leidenschaften schwelen. Es ist Herbst in Hartford, Connecticut, und wir schreiben das Jahr 1957. Cathy Whitaker (Julianne Moore) hat Einkäufe getätigt. Gerade ist sie wieder nach Hause gekommen. Während Sybil, das Dienstmädchen, ihr hilft, den Wagen leer zu räumen, sollen David und Janice, die Kinder der Whitakers, schon einmal die Vorbereitungen fürs Abendessen treffen. Jetzt erwartet sie ihren Mann, Frank (Dennis Quaid), der Chef der Magnatech TV Sales Company ist. Das Problem ist jedoch, dass weder Cathy noch Sybil etwas von Mr Whitaker gehört haben ... Cathy und Frank sind 'die Whitakers', eine perfekte vorstädtische Einheit mit einem schönen Haus, einem gepflegten Garten, entzückenden Kindern und schwarzen Dienstboten. Die beiden werden als Mr und Mrs Magnatech gefeiert. Für ein Lokalblatt gibt Cathy gerade ein Interview und steht als ideale Hausfrau und Gattin eines bewunderungswürdigen Geschäftsmannes Modell. Ihr Blick schweift aus dem Fenster und fällt auf einen schwarzen Mann, der in ihrem Garten steht. Irritiert, aber höflich fragt sie den Fremden, ob sie ihm helfen kann. Er stellt sich als Raymond Deagan (Dennis Haysbert) vor, er ist der Sohn des verstorbenen Gärtners, der nun dessen Aufgaben übernehmen wird. Ihre Freundlichkeit gegenüber dem Dienstmann wird in dem bald erscheinenden Porträt über das ideale Paar erwähnt werden ... Was wie eine genaue und unironische Momentaufnahme des idealtypischen Lebens im Amerika der 50er-Jahre beginnt und als geordnetes Bild mit festgeschriebenen sozialen Rollen erscheint, verwandelt sich bald in ein Geflecht schwerer Konflikte. Ein Element in dem Gefüge ist verrutscht: Cathy entdeckt eines Tages zufällig die geheimen sexuellen Neigungen ihres Mannes. Bald ist in der scheinbar perfekten Welt der Whitakers nichts mehr in Ordnung. Als Cathy eine freundschaftliche Beziehung zu ihrem Gärtner Raymond (Dennis Haysbert) aufnimmt, treten Klatsch und Verleumdung auf den Plan. Cathy wird aber auch zum ersten Mal mit ihren eigenen Sehnsüchten konfrontiert." (Presse-Text)

 
Filmdaten 
 
Filmtitel: Dem Himmel so fern 
Originaltitel: Far from Heaven (USA 2002) 
Regie: Todd Haynes ("Safe", "Velvet Goldmine"); Darsteller: Julianne Moore ("Hannibal", "Magnolia", "Psycho" (1998), "Safe"; Cathy Whitaker), Dennis Quaid ("Frequency", "Traffic"; Frank Whitaker), Dennis Haysbert (Raymond Deagan), Patricia Clarkson (Eleanor Fine), Viola Davis (Sybil), James Rebhorn (Dr. Bowman), Bette Henritze (Mrs Leacock), Michael Gaston (Stan Fine), Ryan Ward (David Whitaker), Lindsay Andretta (Janice Whitaker), Jordan Puryear (Sarah Deagan), Kyle Smith (Billy Hutchinson), Celia Weston (Mona Lauder), Barbara Garrick (Doreen), Olivia Birkelund (Nancy), Stevie Ray (Dick Dawson) u.a.; Drehbuch: Todd Haynes; Produzenten: Jody Patton, Christine Vachon; Ausführende Produzenten: Steven Soderbergh, George Clooney, John Wells, Eric Robison, John Sloss; Co-Produzenten: Bradford Simpson, Declan Baldwin, TF1 International, Focus Features; Kamera: Edward Lachman; Musik: Elmer Bernstein; Länge: 107 Minuten; FSK: ab 6 Jahren; ein Film im Verleih von Concorde Filmverleih


Archivierte Kurzinformation 


Zitat

"Er etablierte eine Form der Filmkritik, wie es sie vorher und nachher nicht mehr gab. Merker bestand darauf, bei der Auswahl der Filme und der Ausschnitte freie Hand zu haben - was heutzutage, im Zeitalter der immer gleichen Clips, undenkbar ist. Jahrelang gaben sogar die großen Verleihe nach, weshalb Hollywood bei ihm eine ebenso große Rolle spielte wie unabhängig gedrehte, schützenswerte Werke. Helmut Merker mochte nicht einzelne Filme, sondern er liebte das Kino."

Aus dem Nachruf von Milan Pavlovic in der Süddeutschen Zeitung zum Tode des früheren WDR-Filmredakteurs, Filmpublizisten und
-kritikers Helmut Merker (18.08.1942 - 03.09.2018)

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