14.09.2018

The Avengers

Die beiden "Iron Man"-Filme, "Der unglaubliche Hulk", "Thor" und "Captain America" klärten die Vorgeschichte der wesentlichen Helden des Marvel-Superheldenteams "The Avengers" bereits in eigenen Filmen. Begleitet von einer immensen Werbekampagne rollt der Blockbuster "The Avengers", der die Helden in einem Film vereint, nun seit geraumer Zeit heran. Dass zahlreiche Fans der Sechzigerjahre-Comicserie und gegenwärtiger Comicverfilmungen die Großproduktion heiß erwarten, verwundert wenig, denn wenn es schon in den bisherigen Filmen ordentlich krachte, wie muss es dann erst scheppern, wenn alle diese überlebensgroßen Superhelden und dazu noch die Marvel-Figuren Hawkeye, Black Widow und Agent Phil Coulson gemeinsam in einer 220 Millionen Dollar schweren Riesenproduktion auftreten?

Tatsächlich erfüllt "The Avengers" von Regisseur Joss Whedon ("Buffy – Im Bann der Dämonen") die hohen Erwartungen, die in punkto Action und Spezialeffekte an ihn gestellt werden: Bereits am Anfang legt eine riesige Explosion einen kompletten Gebäudekomplex samt Umland in Schutt und Asche, als der Bösewicht Loki (Tom Hiddleston) ein Experiment mit einem kosmischen Energiewürfel ins Chaos stürzt und selbigen entwendet. Um die geplante Unterjochung der Menschheit durch Loki abzuwenden, trommelt Nick Fury (Samuel L. Jackson), der Chef der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D., die oben genannten Helden zusammen. Nach einigen Reibereien innerhalb des Teams und mittelgroßen Actionszenen folgt dann die wahrhaftig gigantische Endschlacht, in der die Marvel-Helden mitten in Manhatten gegen eine ganze Armee aus einer fremden Welt antreten. Durch den gelungenen 3D-Effekt intensiviert, kommen die Schlachten optischen Hochgenüssen gleich, die das Publikum regelrecht durchschütteln.

Dass "The Avengers" trotz der vielen Spezialeffekte nicht zum stumpfsinnigen Spektakelkino à la "Battleship" gerinnt, liegt vor allem an den greifbar charakterisierten, zudem charismatischen Heldenfiguren und deren Konflikten untereinander. So müssen der großspurige Iron Man (Robert Downey Jr.), der Götter-Sohn Thor (Chris Hemsworth), der idealistische Captain America (Chris Evans) und der besonnene Wissenschaftler Bruce Banner (Mark Ruffalo), der bei Wutanfällen zum unberechenbaren Riesenmonster Hulk mutiert, erst einmal lernen, ihre eigenen übergroßen Egos in den Dienst einer gemeinsamen Sache zu stellen. Hinzu kommen die zwar menschlichen, aber mit herausragenden Kampftechniken gesegneten S.H.I.E.L.D-Agenten Black Widow (Scarlett Johansson) und Hawkeye (Jeremy Renner), deren Organisation nicht immer mit offenen Karten spielt. Alle diese Helden erhalten in etwa die gleiche Leinwandzeit, was naturgemäß einige Abstriche im Bereich der Figurenzeichnung mit sich bringt – deswegen, und um die vielen Anspielungen und Querverweise zu verstehen, ist es von Vorteil, die Einführungsfilme der einzelnen Superhelden zu kennen. Wer völlig unvorbereitet eine Kinokarte für "The Avengers" löst, den erwartet aber auch ohne Vorkenntnisse ein visuell beeindruckender, mit selbstironischen Zwischentönen gespickter und schwungvoller Blockbuster.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * * (4 von 5)



Filmdaten

The Avengers
(The Avengers)

Alternativtitel: Marvel's The Avengers
USA 2012
Regie: Joss Whedon;
Darsteller: Robert Downey Jr. (Tony Stark / Iron Man), Chris Evans (Steve Rogers / Captain America), Mark Ruffalo (Bruce Banner / The Hulk), Chris Hemsworth (Thor), Scarlett Johansson (Natasha Romanoff / Black Widow), Jeremy Renner (Clint Barton / Hawkeye), Tom Hiddleston (Loki), Clark Gregg (Agent Phil Coulson), Cobie Smulders (Agent Maria Hill), Stellan Skarsgård (Selvig), Samuel L. Jackson (Nick Fury), Gwyneth Paltrow (Pepper Potts), Paul Bettany (Stimme von Jarvis), Tina Benko (NASA-Wissenschaftlerin), Jerzy Skolimowski (Georgi Luchkov), Alexis Denisof, Powers Boothe, Jenny Agutter, Harry Dean Stanton, Stan Lee als er selbst u.a.;
Drehbuch: Joss Whedon nach der Story von Zak Penn und Joss Whedon; Produzent: Kevin Feige; Kamera: Seamus McGarvey; Musik: Alan Silvestri; Schnitt: Jeffrey Ford, Lisa Lassek;

Länge: 142,47 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; deutscher Kinostart: 26. April 2012



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Zitat

"Er etablierte eine Form der Filmkritik, wie es sie vorher und nachher nicht mehr gab. Merker bestand darauf, bei der Auswahl der Filme und der Ausschnitte freie Hand zu haben - was heutzutage, im Zeitalter der immer gleichen Clips, undenkbar ist. Jahrelang gaben sogar die großen Verleihe nach, weshalb Hollywood bei ihm eine ebenso große Rolle spielte wie unabhängig gedrehte, schützenswerte Werke. Helmut Merker mochte nicht einzelne Filme, sondern er liebte das Kino."

Aus dem Nachruf von Milan Pavlovic in der Süddeutschen Zeitung zum Tode des früheren WDR-Filmredakteurs, Filmpublizisten und
-kritikers Helmut Merker (18.08.1942 - 03.09.2018)

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