26.06.2017

Captain America:
The First Avenger

Als die USA im Dezember 1941 in den Zweiten Weltkrieg eintreten, will Steve Rogers (Chris Evans) unbedingt an die Front, doch die Armee erklärt den arg schmächtigen Burschen für kriegsuntauglich. Seine zweite Chance kommt, als Steve mittels der futuristischen Technik eines geheimen Militärprojekts zum Muskelpaket aufgebläht wird. Fortan haut der einstige Schwächling unter dem Namen Captain America jenseits des Atlantik mächtig auf den Putz. Sein ebenbürtiger Gegner ist der Nazi-Scherge Johann Schmidt alias Red Skull (Hugo Weaving), der die Welt im Alleingang knechten will.

Wie kein anderer Superheld verkörpert Captain America den Inbegriff des amerikanischen Bilderbuch-Patrioten, ist er doch ein gestählter, blonder Jüngling, der sich sozusagen in eine amerikanische Flagge wickelt und gegen alle möglichen Widersacher der USA ins Feld zieht: Allein der Name schon! Wie Superman wurde Captain America im Zweiten Weltkrieg als Propaganda-Instrument der Amerikaner geboren und kämpfte gegen Hitler und die Japaner, bis er ab 1945 beispielsweise Kommunisten ausknipste. Solch offensiv ausgestellter Patriotismus dürfte heutzutage selbst in den USA befremdlich wirken – Captain America und seine mit jeder Pore verkörperte Mission wirken ordentlich antiquiert.

Glücklicherweise verzichtet Regisseur Joe Johnston bei seiner "Captain America"-Adaption auf allzu platten Nationalismus. Abgesehen davon, dass in die Figur selbst ein gerüttelt Maß Vaterlandsliebe eingeschrieben ist, gibt es keine patriotischen Spitzen wie etwa in Zeitlupe wehende Flaggen oder eindringliche Lobesreden auf Amerika. Eine gelungene Comicadaption ist "Captain America" trotzdem nicht: Joe Johnston ("Jurassic Park 3", "The Wolfman") legt arg schwungloses Blockbuster-Stückwerk vor, das zu keiner Zeit wirklich mitreißt. Die vom Reißbrett inszenierten Actionszenen kommen selten über gewöhnliche Standards hinaus und die von Chris Evans wenig charismatisch verkörperte Figur des Captain America bleibt erschreckend blass. So ist "Captain America" das bislang schwächste Prequel des Superhelden-Crossovers "The Avengers" (2012), das den amerikanischen Helden unter anderem mit Hulk, Iron Man und Thor vereint.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * (2 von 5)



Filmdaten

Captain America: The First Avenger
(Captain America: The First Avenger)

USA 2011
Regie: Joe Johnston;
Darsteller: Chris Evans (Captain America / Steve Rogers), Hayley Atwell (Peggy Carter), Sebastian Stan (James Buchanan 'Bucky' Barnes), Tommy Lee Jones (Colonel Chester Phillips), Hugo Weaving (Johann Schmidt / Red Skull), Dominic Cooper (Howard Stark), Richard Armitage (Heinz Kruger), Stanley Tucci (Dr. Abraham Erskine), Samuel L. Jackson (Nick Fury), Toby Jones (Dr. Arnim Zola), Anatole Taubman (Roeder) u.a.;
Drehbuch: Christopher Marcus, Stephen McFeely nach den Comic-Büchern von Joe Simon und Jack Kirby; Produzent: Kevin Feige; Kamera: Shelly Johnson; Musik: Alan Silvestri; Schnitt: Robert Dalva, Jeffrey Ford;

Länge: 124,20 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; deutscher Kinostart: 18. August 2011



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"Ich war sehr erfolgreich damit, ein totaler Idiot zu sein." (über seine Karriere)

"Ich schaue die Welt mit Kinderaugen an." (über die Bewahrung seiner Kindlichkeit)

US-Komiker Jerry Lewis (16.03.1926-20.08.2017)

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