29.10.2010
Unfriendly Fire

R.E.D.
- Älter. Härter. Besser.


R.E.D. - Älter. Härter. Besser. John Malkovich, Bruce Willis Der frühere CIA-Agent und Profikiller Frank Moses (Bruce Willis) ist im unfreiwilligen Ruhestand, bis er Zielscheibe seines früheren Arbeitgebers wird. Er kann sich gegen die Angreifer behaupten und holt sich die Hilfe einstiger Freunde und Feinde, um den Fall, der bis in die Regierung der USA hineinreicht, aufzuklären.
Basierend auf einer Graphic Novel von Warren Ellis und Cully Hamner hetzt Moses quer durch die Vereinigten Staaten unter der Regie des Deutschen Robert Schwentke. Der Film macht Spaß, weil die Protagonisten intelligent gezeichnet sind, aber die Handlung ist dürftig.

R.E.D. - Älter. Härter. Besser. Filmplakat Seitdem die Filmfigur Jason Bourne durch bisher drei Filme von seinen eigenen Leuten gejagt wurde, hat ein regelrechter Paradigmenwechsel in Action-Filmen stattgefunden: Immer häufiger geht es nun um Superagenten, die ausgelöscht werden sollen durch das Team, zu dem sie selbst gehörten. Zuletzt war das beispielsweise so in "Knight and Day" mit Tom Cruise als US-Spion, der wesentlich fixer ist als seine Häscher. Oder Jack Bauer in der Serie "24": Er hat es ständig mit Bedrohungen aus dem eigenen Lager zu tun. "Friendly Fire" nennt man den – versehentlichen – Beschuss von Soldaten durch die eigene oder eine Partner-Armee, was im Irak- und Afghanistan-Krieg schon häufiger vorkam. Es ist eine Art Verschwörungstheorie, mit der sich neuerdings Kino und Fernsehen beschäftigen: Niemandem ist mehr zu trauen. Eine Figur in "R.E.D." bringt es auf den Punkt: Der von John Malkovich dargestellte Marvin Boggs, einer der Helden der von Moses zusammengestellten Mannschaft, ist paranoid geworden, er lebt im Schutzbunker, er denkt, man wolle ihn wegen seiner Vergangenheit töten und sieht in fast jeder Situation einen feindlichen Killer – und er hat im Film oft Recht damit. Auch Moses' alte Kollegin Victoria (Helen Mirren) hat die Waffe unter Blumen am Abzug, als Moses sie aufsucht und reaktiviert. Nur Moses und Joe (Morgan Freeman) begrüßen sich aufs Herzlichste als alte Kameraden. Das damit zusammenkommende Team um Moses ist in Würde gealtert und steht dem CIA-Nachwuchs um William Cooper (Karl Urban) gegenüber. Schlägt Altersweisheit die Kraft der Jugend?

R.E.D. - Älter. Härter. Besser. Helen Mirren, John Malkovich Auf jeden Fall schlägt "R.E.D." den kurz zuvor in die deutschen Kinos gekommenen Action-Film "The Expendables" mit u.a. Sylvester Stallone in Sachen Altersdurchschnitt um Längen, was nicht zuletzt der Mitwirkung des 1917 geborenen Ernest Borgnine zu verdanken ist, ein schöner Auftritt für den Altstar als Aktenverwalter im CIA-Gebäude. In jenes brechen Moses und seine Leute ein, wie schon Tom Cruises Figur des Ethan Hunt im ersten "Mission Impossible"-Film. Dessen Vorläufer, die TV-Serie "Kobra, übernehmen Sie", ist die Mutter aller Serien und Spielfilme, in denen sich Superhelden als Team gegen Schurken zusammentun. Das ist zugleich das Manko von "R.E.D.", der Film setzt auch auf diese Teamkonstellation im Kampf gegen das Böse, ohne innovativ Neues zu bringen. Immerhin unterhaltsam ist der Film des deutschen Regisseurs Robert Schwentke, der nach "Tattoo" und "Eierdiebe" zum Hollywood-Export wurde und dort bereits "Flightplan – Ohne jede Spur" und "Die Frau des Zeitreisenden" gedreht hat. Aber "R.E.D." riecht zu sehr nach dem Mainstreamfilm-Erfolgsschema, was unter anderem daran erkennbar ist, dass eine schöne junge Frau als Liebschaft für Moses nicht fehlen darf. Ohne sie, Sarah (Mary-Louise Parker), würde die Story auch funktionieren, sogar effektiver, weil der Film sich dann auf die älteren Herrschaften konzentrieren würde. Und diese eigentlichen Rentner verstehen noch ihr Agenten-Handwerk, zur Freude des Zuschauers. Ein Film gegen den Zeitgeist in der Ära des Jugendwahns.  

Michael Dlugosch / Wertung: * * (2 von 5) 
 

Quelle der Fotos: Concorde Film

 
Filmdaten 
 
R.E.D. - Älter. Härter. Besser. (Red) 
 
USA 2010
Regie: Robert Schwentke;
Darsteller: Bruce Willis (Frank Moses), Morgan Freeman (Joe Matheson), John Malkovich (Marvin Boggs), Helen Mirren (Victoria), Karl Urban (William Cooper), Mary-Louise Parker (Sarah Ross), Richard Dreyfuss (Alexander Dunning), Julian McMahon (Vizepräsident Stanton), Brian Cox (Ivan), Rebecca Pidgeon (CIA Deputy Director Cynthia Wilkes), Ernest Borgnine (Henry), James Remar (Gabriel Singer) u.a.; Drehbuch: Erich & Jon Hoeber; Produktion: Lorenzo di Bonaventura, Mark Vahradian; Ausführende Produktion: Jake Myers, Gregory Noveck; Co-Produktion: David Ready; Kamera: Florian Ballhaus; Musik: Christophe Beck;

Länge: 111 Minuten; FSK: ab 16 Jahren; ein Film im Verleih von Concorde Filmverleih; deutscher Kinostart: 29. Oktober 2010



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<29.10.2010>


Zitat

"... Und dann ist der so klein. Da wusste ich, warum mir die Rolle angeboten wurde."

Schauspieler Jürgen Vogel spielt im demnächst in die Kinos kommenden Film "Der Mann aus dem Eis" Ötzi, dessen Leichnam er im Bozener Museum besucht hatte

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