27.10.2019
Der Horror-Horrorclown

Es Kapitel 2


Es Kapitel 2: Bill Skarsgård In Fankreisen ist bekannt, dass Stephan King all die Verfilmungen seiner Bücher schlecht findet. Dies liegt vor allem daran, dass die Bücher sehr umfangreich sind und als schwer bis kaum zu verfilmen gelten. Es gibt laut King zwei Filme, die eine Ausnahme dazu bilden: "Der Nebel" und "Der dunkle Turm". Das Interessante daran ist, das laut Kritikern (IMDb: 5,6/6,1) diese beiden Filme mit Abstand zu den schlechtesten seiner Verfilmungen gehören. Daher wird sich "Es Kapitel 2" nahtlos in diese Favoriten Kings einreihen.
Der Film ist die Fortsetzung des 2017 erschienenen "Es" und erzählt die Geschichte der Kinder aus der Kleinstadt "Derry" weiter. Bloß das sie jetzt 27 Jahre älter geworden sind und der Killerclown "Pennywise" wiedergekommen ist.
Genau wie beim ersten Teil führt auch im zweiten Teil Andy Muschietti Regie.

Es Kapitel 2: James McAvoyDieser möchte gerne eine Geschichte von Abenteurern erzählen, von wahren Freunden, die auch noch Jahre nach ihrer Jugend wie UHU zusammenhalten. Dies gelingt leider nicht. Im Gegensatz zum ersten Teil, der gerade durch den Stil der 1980er-Jahre und den Zusammenhalt von Jugendfreunden punkten konnte, fehlt all dies hier. Die Charaktere kommen einem wie fremd vor, man kann über die immense Lauflänge von 170 Minuten keine wirkliche Beziehung aufbauen. Daher sind auch die Todesfälle im Laufe der Geschichte kein besonders einschlagendes Erlebnis für den Zuschauer, da man erstmal überlegen muss, wer denn von diesen Sterotypen gerade durch einen langweiligen Killerclown getötet wurde. Auch der Umgang mit dem Tod eines scheinbar geliebten Menschen nimmt Muschietti nicht wirklich ernst. Alles wird in diesem Horror-Drama vereinfacht und verlustigt.

Hinzu kommt eine Lauflänge, die der Zuschauer wirklich merkt. Besonders im zweiten Akt trampelt der Film wirklich auf der Stelle und kommt in der Handlung nicht vorwärts, was leicht hätte vermieden werden können.

Allerdings war dies nicht das größte Problem des Films. Genauso wie die Meinung Kings über die Verfilmungen seiner Bücher bekannt ist, ist auch bekannt, dass Stephan King keine Buchenden schreiben kann. Scheinbar hat sich dies Andy Muschietti sehr zu Herzen genommen und ein Ende kreiert was an Dummheit, Strukturlosigkeit und fehlendem Stil kaum zu übertreffen ist.

Wie der berühmte Oscar-Preisträger Billy Wilder einst sagt: "Ein Film hat drei Regeln: Er muss unterhalten, er muss unterhalten und drittens er muss unterhalten." Und all diese Regeln bricht der Film gnadenlos. Wenn er eins nicht macht, dann unterhalten. Durch Sinnlosigkeit, unkluge bis hin zu dummen Dialogen und der sich nicht entwickelnden Story in einer deutlich zulangen Laufzeit erschafft Andy Muschietti ein Horror-Drama, das auch durch seine zahlreichen und im Laufe des Films zäh werden Jumpscares nicht überzeugen kann.

Stephan King wird sich freuen.

Weitere Kritik zum Film von Lida Bach  

Gregor Oldenburg / Wertung: * * (2 von 5) 
 

Quelle der Fotos: 2019 Warner Bros. Entertainment Inc./Foto-Credit: Brooke Palmer

 
Filmdaten 
 
Es Kapitel 2 (It Chapter Two) 
 
Kanada/USA 2019
Regie: Andy Muschietti;
Darsteller: Bill Skarsgård (Pennywise), Jessica Chastain (Beverly Marsh), James McAvoy (Bill Denbrough), Bill Hader (Richie Tozier), Isaiah Mustafa (Mike Hanlon), Jay Ryan (Ben Hanscom), James Ransone (Eddie Kaspbrak), Andy Bean (Stanley Uris), Jaeden Martell (junger Bill Denbrough), Wyatt Oleff (junger Stanley Uris), Jack Dylan Grazer (junger Eddie Kaspbrak), Finn Wolfhard (junger Richie Tozier), Sophia Lillis (junge Beverly Marsh), Chosen Jacobs (junger Mike Hanlon), Jeremy Ray Taylor (junger Ben Hanscom), Teach Grant (Henry Bowers), Nicholas Hamilton (junger Henry Bowers), Javier Botet (Hobo), Xavier Dolan (Adrian Mellon), Taylor Frey (Don Hagarty), Molly Atkinson (Myra / Sonia Kaspbrak), Joan Gregson (Mrs. Kersh), Stephen Bogaert (Alvin Marsh), Luke Roessler (Dean), Stephen King (Händler), Peter Bogdanovich (Peter, der Regisseur) u.a.;
Drehbuch: Gary Dauberman nach dem Roman von Stephen King; Produzenten: Roy Lee, Dan Lin, Barbara Muschietti; Kamera: Checco Varese; Musik: Benjamin Wallfisch; Schnitt: Jason Ballantine;

Länge: 169,45 Minuten; FSK: ab 16 Jahren; ein Film im Verleih der Warner Bros. Entertainment GmbH; deutscher Kinostart: 5. September 2019



Artikel empfehlen bei:  Mr. Wong Delicious Facebook  Webnews Linkarena  Hilfe

© filmrezension.de

home
  |  regisseure/schauspieler   |  e-mail
 über uns  |  impressum  


 
 
 
 
 
Offizielle Seite zum Film
<27.10.2019>


Zitat

"Es erscheint mir albern, dass etwas so Richtiges und Einfaches erkämpft werden muss."

("It just seems silly to me that something so right and simple has to be fought for at all.")

Schauspieler Gregory Peck (1916 - 2003) über die Rechte von Homosexuellen

Drucken

Artikel empfehlen
Mr. Wong Delicious Facebook Webnews Linkarena 
Hilfe