12.03.2020
Kein Kinderfilm, aber überzeugende Freundschaftsgeschichte

Der Spion von nebenan


Der Spion von nebenan: Chloe Coleman, Dave Bautista Für "Guardians of the Galaxy"- und "Spectre"-Star Dave Bautista war dieser Film eine Herzensangelegenheit: Er fungierte nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Produzent. Kann er in "Der Spion von nebenan" doch gleichzeitig harte Schale und weichen Kern zeigen, wenn der vormalige Wrestler Bautista als ein James Bond ähnlicher Charakter auf ein Kind trifft, das ihm in vielerlei Hinsicht überlegen ist. Für einen Kinderfilm ist "Der Spion..." zu brutal, für einen Actionfilm passiert zu wenig, weil der Schurke selten zu sehen ist und wenig Gefahr ausströmt. Aber: Die Freundschaft von Mann und Mädchen ist clever erzählt, hat viele überraschende Ideen, wenn das Töchterlein einer Beobachteten hinter die Observation kommt, aus taktischen Gründen ihn nicht auffliegen lässt: Sie möchte auch Spionin werden, er soll sie häufiger zum Beispiel zur Schule begleiten, der Mann kann der Erpressung nichts entgegensetzen. Über den Film kann man sagen: Er hat Herz.

Großer Mann ganz klein: Dave Bautistas Figur des CIA-Agenten Jason, genannt "JJ" hat in der Ukraine Mist gebaut. Kurzerhand alle Gegner getötet. Sein Chef (Ken Jeong) tobt: Damit können alle Mitwisser nicht mehr reden. JJ wird strafversetzt. Er soll mit einer unerfahrenen Kollegin (Kristen Schaal) in Chicago eine Frau und ihre neunjährige Tochter heimlich überwachen. Das Mädchen, Sophie (Chloe Coleman) entdeckt bald, dass die Wohnung Kameras enthält. Großer Mann noch kleiner: Die Göre erpresst JJ. Er hat keine Wahl: Ein Video könnte online gehen. Sie braucht ihn als Begleitung in die Schule, auf die Eislaufbahn, etc. Und: Sophie möchte eine Agentinnen-Ausbildung. Von ihm! Derweil erfährt das Kinopublikum: Sophies Onkel Viktor Marquez (Greg Bryk) hat nicht nur seinen eigenen Bruder, Sophies Vater brutal getötet, er killt auch andere brutal, und ist auch hinter dem Mutter-Tochter-Gespann her, aus einem guten Grunde...

Der Spion von nebenan: Chloe Coleman, Parisa Fitz-Henley, Dave Bautista Wären die gewalttätigen Szenen nicht, könnte der Film als Kinderfilm durchgehen, viel Action enthält er aber auch nicht, so dass er sehr viel hin und her laviert. Doch hat er eine überzeugende Freundschaftsgeschichte, garniert mit viel Humor und überraschend vielen Ideen, die Spaß machen. In den Actionsequenzen am Schluss des Films hätte man gern gesehen, dass Sophie sich selbst als nun gelernte Spionin in der Notsituation helfen kann. Da wären mehr Einfälle gut gewesen. Aber allein Dave Bautista gezwungenermaßen auf Samtpfoten zu sehen, ist das Eintrittsgeld wert.  

Michael Dlugosch / Wertung: * * * (3 von 5) 
 

Quelle der Fotos: Tobis

 
Filmdaten 
 
Der Spion von nebenan (My Spy) 
 
USA 2020
Regie: Peter Segal;
Darsteller: Dave Bautista (JJ), Chloe Coleman (Sophie), Parisa Fitz-Henley (Kate), Kristen Schaal (Bobbi), Greg Bryk (Marquez), Ken Jeong (David Kim), Nicola Correia-Damude (Christina), Devere Rogers (Carlos), Noah Danby (Todd), Vieslav Krystyan (General Gregovich), Basel Daoud (Hassan) u.a.;
Drehbuch: Erich Hoeber, Jon Hoeber; Produzenten: Dave Bautista, Chris Bender, Jonathan Meisner, Gigi Pritzker, Peter Segal, Robert Simonds, Jake Weiner; Kamera: Larry Blanford; Musik: Dominic Lewis; Schnitt: Jason Gourson;

Länge: 101,02 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; ein Film im Verleih der Tobis Film GmbH; deutscher Kinostart: 12. März 2020



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<12.03.2020>


Zitat

"Ich hasse James Bond. Ich könnte ihn umbringen."

007-Darsteller Sean Connery, 90. Geburtstag am 25. August 2020

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