28.02.2017

Shootout - Keine Gnade

Walter Hill (Jahrgang 1942) zählt zu den einflussreichsten Protagonisten des US-Actionkinos der Achtzigerjahre. Mit Filmen wie dem schießwütigen Western "Long Riders", dem Buddy-Movie "Nur 48 Stunden" oder "Red Heat" mit Arnold Schwarzenegger prägte Hill die Hochphase der amerikanischen Actionfilme entschieden mit – hinzu kommt, dass er sich als Drehbuchautor die Kino-Ikone Ellen Ripley ("Alien") ausgedacht hat. Zuletzt war Hill als Kinoregisseur indes nicht mehr relevant, sondern wirkte bei den viel gelobten TV-Westernserien "Deadwood" und "Broken Trail" mit.

Dass sich Walter Hill nun mit Sylvester Stallone (Jahrgang 1946) zusammen getan hat, um mit "Shootout – Keine Gnade" einen gradlinigen Actionthriller umzusetzen, klingt erstmal nach einer guten Nachricht. Denn den derzeit angesagten Retrostil des Achtzigerjahre-Actionkinos, den Stallone zuletzt mit den "Expendables" auf die Leinwand brachte, beherrscht Hill quasi von der Pike auf. Und tatsächlich blitzt in dem ersten gemeinsamen Werk der beiden Haudegen immer wieder der markige Charme klassischer Actionfilme auf. Insgesamt verpufft "Shootout" jedoch, was insbesondere am schwachen Drehbuch liegt.

Die Story von "Shootout" basiert auf einer französischen Graphic Novel und ist von Anfang an zweitrangig. Stallone tritt als Auftragskiller Jimmy Bonomo in Erscheinung, dessen Partner ermordet wurde. Über verschlungene Pfade findet Bonomo mit dem asiatischstämmigen Polizisten Taylor Kwon (Sung Kang) zusammen – fortan rücken die beiden der Unterwelt von New Orleans auf die Pelle. Doch Walter Hill, der eigentlich ein Spezialist für Buddy Movies ist, holt aus der ungewöhnlichen Kollaboration von Cop und Killer nichts heraus, sondern lässt Sung Kang neben Stallone als Sidekick verblassen. Nur im Ansatz entsteht eine Reibung zwischen den Helden: Während Stallone als "analoger" Kerl auftritt, der Probleme mit Äxten und Fäusten löst, agiert Kang als "digitaler" Held, der mehrfach sein Smartphone zückt. Doch wie alle anderen Storyelemente bleibt auch dieser kleine Clou im Ansatz stecken und erzeugt bisweilen unfreiwillige Komik. Letztlich sind es allenfalls eine Handvoll schicker Actionszenen und einige Macho-Oneliner von Stallone, die den neuen Actionfilm von Walter Hill vor der völligen Pleite retten.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * (2 von 5)



Filmdaten

Shootout - Keine Gnade
(Bullet to the Head)

USA 2012
Regie: Walter Hill;
Darsteller: Sylvester Stallone (James Bonomo), Sung Kang (Taylor Kwon), Christian Slater (Marcus Baptiste), Jason Momoa (Keegan), Sarah Shahi (Lisa), Brian Van Holt (Ronnie Earl), Adewale Akinnuoye-Agbaje (Robert Nkomo Morel), Jon Seda (Louis Blanchard) u.a.;
Drehbuch: Alessandro Camon basierend auf der Graphic Novel "Du plomb dans la tête" von Alexis Nolent und Colin Wilson; Produzenten: Alfred Gough, Alexandra Milchan, Miles Millar, Kevin King-Templeton; Kamera: Lloyd Ahern II; Musik: Steve Mazzaro; Schnitt: Timothy Alverson;

Länge: 91,42 Minuten; FSK: ab 16 Jahren; Kinostart: 7. März 2013



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"Du bist kein Star, solange sie Deinen Namen in Wladiwostok nicht richtig schreiben können."

("You're not a star till they can spell your name in Vladivostok.")

Schauspieler Roger Moore (14.10.1927 - 23.05.2017)

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