07.08.2017

Arthur (2011)

Erst seit Kurzem treibt der amerikanische Comedian und Moderator Russell Brand seinen Schabernack auch auf der Kinoleinwand. "Arthur", das Remake des Dudley-Moore-Films aus dem Jahr 1981, liefert ihm für diesen neuen Tätigkeitsbereich eine glänzende Vorlage: Der trunksüchtige, zwischen Idiotie und kindlicher Naivität schwankende Titelheld Arthur ist dem leicht entrückt wirkenden Brand nämlich wie auf den schmächtigen Leib geschrieben. Daher verwundert es wenig, dass die mit romantischen Gefühlen gewürzte Komödie in erster Linie von ihrem stilprägenden Hauptdarsteller lebt.

Als alleinstehender Milliardenerbe lebt der spleenige Arthur Bach ohne große Sorgen zwischen einem frei schwebenden Magnetbett, einem Fuhrpark aus Superheldenautos und einer extravaganten Garderobe. Seine liebevolle Haushälterin Hobson (Helen Mirren) behütet ihn wie eine Mutter, während der Privatchauffeur für die tägliche Unterhaltung sorgt. Als Arthurs Mutter den unseriösen Sohn in eine Prestige-Ehe mit der geltungsbedürftigen Managerin Susan (Jennifer Garner) zwingen will und Arthur sich gleichzeitig in die liebenswerte Touristenführerin Naomi (Greta Gerwig) verliebt, muss sich der Lebemann zwischen Reichtum und Liebe entscheiden. Dass Arthur ein Kind geblieben ist, verkompliziert die Sache genauso wie sein Hang zum Alkohol.

Regisseur Jason Winer legt beim Inszenieren dieser Geschichte ein angenehm gemächliches Erzähltempo vor. Auch wenn "Arthur" einige infantile Kalauer zelebriert, verläuft die Komödie insgesamt in nachvollziehbaren und ungestelzt komischen Bahnen. Die mit einem Hauch "Amélie" versehene Romanze mit Wendungen und Hochglanzbildern bleibt meistens unaufgeregt und in positiver Weise beschaulich. Als Glücksfall erweist sich das durchweg gute Ensemble: Luis Guzmán und Nick Nolte geben markante Nebenfiguren, Jennifer Garner leistet routinierte Arbeit im Hintergrund und Greta Gerwig macht Arthurs Gefühle für sie durchaus plausibel. Helen Mirren schließlich verbreitet reichlich Charme, der vor allem im Zusammenspiel mit ihrem Schützling sprüht – als Protagonist von einem anderen Stern bleibt jedoch stets Russell Brand das Zentralgestirn der Komödie.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

Arthur (2011)
(Arthur (2011))

USA 2011
Regie: Jason Winer;
Darsteller: Russell Brand (Arthur), Helen Mirren (Hobson), Greta Gerwig (Naomi), Jennifer Garner (Susan), Geraldine James (Vivienne), Luis Guzmán (Bitterman), Nick Nolte (Burt Johnson), Evander Holyfield (Boxtrainer) u.a.;
Drehbuch: Peter Baynham nach der Story von Steve Gordon; Produzenten: Chris Bender, Larry Brezner, Kevin McCormick, Michael Tadross; Kamera: Uta Briesewitz; Musik: Theodore Shapiro; Schnitt: Brent White;

Länge: 109,45 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; deutscher Kinostart: 5. Mai 2011



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"... Und dann ist der so klein. Da wusste ich, warum mir die Rolle angeboten wurde."

Schauspieler Jürgen Vogel spielt im demnächst in die Kinos kommenden Film "Der Mann aus dem Eis" Ötzi, dessen Leichnam er im Bozener Museum besucht hatte

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