12.05.2016

Angry Birds - Der Film


Angry Birds - Der Film Seit der Herausgabe des PC- und Handy-Spiels "Angry Birds" 2009 durch eine finnische Firma namens "Rovio", deren Entwicklern man den Spaß an ihrem witzigen Produkt regelrecht anmerken konnte, bildete sich weltweit eine eingefleischte Fangemeinde heraus, die mit Neugier jede neue Idee erwartete. Von mittelalterlichen Geschichten "Angry Birds Epic" bis zu den modernen "Angry Birds Star Wars" und "Angry Birds Transformers" konnte man Vögel schleudern, ihre besonderen Fähigkeiten wie Superschnelligkeit oder Explosionsfähigkeit zusätzlich verstärken – bei "Star Wars" z.B. mit Lichtschwertern und natürlich der "Macht" – und so die Schweine und deren bauliche Konstruktionen in die Luft gehen lassen. Nicht zu vergessen der hervorragende Soundtrack dazu, der die Geschichten mit einer Vielzahl an Spezialgeräuschen sinnlich erlebbar machte. Auch die regelmäßig erscheinenden Kurzfilme ("Toons") sprühten vor Einfallsreichtum und Witz. Endlich nun erscheint logisch konsequent der Film, der erklärt, warum die Vögel wütend sind – nämlich weil man ihre Eier gestohlen hat. Als übergeordnete Botschaft thematisiert der Animationsfilm die Frage, wie man mit Wut umgehen soll – unterdrücken ist wohl das Falsche, aber konstruktiv kanalisieren muss auch gelernt sein.

Christoph Maria Herbst spricht lebendig und nuanciert die deutsche Stimme des Hauptdarstellers "Red". Interessanterweise hat Red weder im Film noch im Spiel eine Sonderfähigkeit – wie z.B. der wahnwitzig schnelle "Chuck" oder der gutmütige explodierende "Bombe", oder "Mathilde" (im Spiel heißt sie eigentlich "Matilda"), aus deren Allerwertestem Explosionen fallen gelassen werden. Red ist ein unfreiwilliger Außenseiter, beziehungsgestört, etwas überheblich und eben oft wütend. Nach einem Ausraster muss er ein Antiaggressionstraining bei Mathilde besuchen, wo er notgedrungen lernen muss, Beziehungen zu anderen Kursteilnehmern aufzubauen. Als die Schweine mit großem Schiff und Trara ankommen und die Vögel mit Geschenken einlullen, ist Red der Einzige, der Durchblick bewahrt und eine lauernde Gefahr sieht. Das ist seine Stunde, denn sein Talent kommt zum Tragen: handeln, Lösungen suchen, die Stärken anderer einbeziehen, mit mutigem Beispiel vorangehen.

Angry Birds - Der Film Witzige Einlagen, Flashbacks, Slapstick, mitreißende Musik und Showeinlagen der Schweine und vor allem intelligente Pointen machen diesen Film zu einem Genuss. Rasante Actionszenen sind gespickt mit "menschlichen" Schwächen wie Angst, Ekel, Enttäuschung und Mitgefühl. Anders als in den Spielen haben die sonst flugunfähigen Vögel Hände, was sie eben menschlicher macht. Sogar Mini-Liebesgeschichten wie zwischen dem mächtigen brummigen Terence und Mathilde oder dem Elternpaar der drei kleinen Blauen würzen die Geschichte für die Erwachsenen. Immer wird an die emotionale Ebene erinnert, wo Elternsein, Verantwortung füreinander, Zusammenhalten und Freundschaft eine Rolle spielt. Und oft an die pure Freude des Lebens erinnert wird.

Angry Birds - Der Film Ob man als Nichtkenner der Angry Birds richtig Zugang zum Film findet, sei dahingestellt. Da bleibt der hohe "Erkennungsfaktor" der Fans außen vor und man findet möglicherweise die Handlung etwas beliebig. Zugleich kann es eine Einladung sein, sich darauf einzulassen, damit einem der Spaß daran nicht entgeht. Die zeichnerischen Details sind überragend – dafür verantwortlich Animator Clay Kaytis ("Die Eiskönigin") – die Farben eine bunte Explosion, ein kleines Paradies die idyllische Vogelinsel und auch die Details der Schweine (wo man die bekannten Gesichter wie den König, den Koch oder der Sergeanten als Fan gerne "wiedersieht"). Das Storyboard stammt von Fergal Reilly ("Hotel Transsilvanien"), der zusammen mit Clay Kaytis ("Rapunzel – Neu verföhnt") auch Regie führte. Das Drehbuch stammt von "Die Simpsons"-Autor Jon Vitti. Ein Team, das sich bewährt hat und gute Unterhaltung – auch in 3D übrigens – mit großem Spaßfaktor geschaffen hat.  

Hilde Ottschofski / Wertung: * * * * * (5 von 5) 
 

Quelle der Fotos: Sony Pictures

 
Filmdaten 
 
Angry Birds - Der Film (The Angry Birds Movie) 
 
Finnland/USA 2016
Regie: Clay Kaytis, Fergal Reilly;
Drehbuch: Jon Vitti; Produzenten: John Cohen, Catherine Winder; Musik: Heitor Pereira; Schnitt: Kent Beyda, Ally Garrett;

Länge: 97,38 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; ein Film im Verleih der Sony Pictures Releasing GmbH; deutscher Kinostart: 12. Mai 2016



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<12.05.2016>


Zitat

"... Und dann ist der so klein. Da wusste ich, warum mir die Rolle angeboten wurde."

Schauspieler Jürgen Vogel spielt im demnächst in die Kinos kommenden Film "Der Mann aus dem Eis" Ötzi, dessen Leichnam er im Bozener Museum besucht hatte

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