31. Oktober 2002 
in Kürze: 

Roter Drache (2002)

"Mörder wie Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) haben immer ihre Bewunderer, die sich an jedem Detail ihrer brutal inszenierten Verbrechen ergötzen. Allein die Existenz von Hannibal erregt sie, und aus der Tatsache, dass er die „Schwachen“ unter uns in Angst und Schrecken versetzt, schöpfen sie ihre Lebenskraft. Für diese Psychopathen ist Lecter ein überlegenes Wesen, ohne ihn hätte ihr armseliges Dasein keinen Sinn. Sie selbst haben ein völlig verzerrtes Selbstbild und glauben, dass nur Lecter ihre wahre Persönlichkeit erkennt und ihre daraus resultierenden Handlungen akzeptiert.

Gerade jetzt weiß Lecter die ihm entgegengebrachte Bewunderung und Unterwürfigkeit zu schätzen. Denn seit er ins Baltimore State Hospital für geistesgestörte Kriminelle eingewiesen wurde, gab es für ihn nur wenig Abwechslung. 

Einen Fan-Club hat auch Will Graham (Edward Norton), ohne dass ihm daran gelegen wäre. Der renommierte FBI-Agent hat mehrere Mörder zur Strecke gebracht und wird seitdem von der Presse als Held gefeiert. Besondere Berühmtheit erlangte er durch die Gefangennahme von Dr. Hannibal Lecter. Dennoch ist Graham verunsichert. Er besitzt die unheimliche Fähigkeit, sich in die Gedankenwelt eines Serienmörders zu versetzen, und das erschreckt nicht nur andere, sondern vor allem ihn selbst. Seit seiner Begegnung mit Lecter, die fast tödlich endete, haben sich seine Selbstzweifel verstärkt, und nur seine physischen Wunden sind inzwischen verheilt. Graham hat seinen Job beim FBI hinter sich gelassen und ist mit seiner Familie nach Marathon, einem kleinen Städtchen in Florida, gezogen.

Aber der Fall Hannibal Lecter lässt ihn nicht los. Der jüngste Fan des charismatischen Menschenfressers ist ein bestialischer Schlächter, der bei Vollmond zuschlägt. Seine Opfer sind schlafende Familien. 

Er wird wieder zuschlagen, darüber ist sich Grahams ehemaliger Vorgesetzter Jack Crawford (Harvey Keitel) im Klaren. Leider verfügt er über keinen zweiten Agenten, der die Fähigkeit hat, sich in die Psyche eines Mörders hineinzuversetzen. Graham ist wieder im Spiel und macht sich sofort auf den Weg zu den Tatorten in Atlanta und Birmingham. Die Bilder des Grauens lassen ihn nicht mehr los. Graham will diesen Killer, den man 'The Tooth Fairy' nennt, unbedingt fassen. Doch dafür braucht er den Zugang zur Psyche eines ähnlich genialen und gestörten Geistes. Es gibt nur eine Lösung: Dr. Hannibal Lecter..." (Presse-Text)
Thriller; zweite Verfilmung des Romans von Thomas Harris nach dem Michael-Mann-Film "Roter Drache" (1986) (alternativ: "Blutmond")


 
Filmdaten 
 
Filmtitel: Roter Drache (2002) 
Originaltitel: Red Dragon (USA 2002) 
Regie: Brett Ratner; Darsteller: Anthony Hopkins (Hannibal Lecter), Edward Norton (Will Graham), Ralph Fiennes (Francis Dolarhyde), Harvey Keitel (Jack Crawford), Emily Watson (Reba McClane), Mary-Louise Parker (Molly Graham), Philip Seymour Hoffman (Freddy Lounds), Anthony Heald (Dr. Chilton), Frankie Faison (Barney), Tyler Patrick Jones (Josh Graham), Ken Leung (Lloyd Bowman), William Lucking (Byron Metcalf), Tom Verica (Charles Leeds), Marguerite MacIntyre (Valerie Leeds), Christopher Curry (Mr. Fisk), Azura Skye (Buchverkäufer), Lalo Schifrin (Dirigent) u.a.; Drehbuch: Ted Tally nach dem Roman von Thomas Harris; Produktion: Dino De Laurentiis, Martha De Laurentiis; Ausführender Produzent: Andrew Z. Davis; Kamera: Dante Spinotti; Länge: 124 Minuten; FSK: ab 16 Jahren; ein Film im Verleih von United International Pictures; Film-Homepage: http://www.roterdrache-film.de


Archivierte Kurzinformation 


Zitat

"Er etablierte eine Form der Filmkritik, wie es sie vorher und nachher nicht mehr gab. Merker bestand darauf, bei der Auswahl der Filme und der Ausschnitte freie Hand zu haben - was heutzutage, im Zeitalter der immer gleichen Clips, undenkbar ist. Jahrelang gaben sogar die großen Verleihe nach, weshalb Hollywood bei ihm eine ebenso große Rolle spielte wie unabhängig gedrehte, schützenswerte Werke. Helmut Merker mochte nicht einzelne Filme, sondern er liebte das Kino."

Aus dem Nachruf von Milan Pavlovic in der Süddeutschen Zeitung zum Tode des früheren WDR-Filmredakteurs, Filmpublizisten und
-kritikers Helmut Merker (18.08.1942 - 03.09.2018)

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