14.10.2016
Flausch, Farbe und gute Musik

Trolls


Trolls Sie sind das Kuscheligste, was man sich vorstellen kann: weiche farbenfrohe Trolls mit ihrer fluffigen Haarpracht, die allerhand Kunststücke kann – ausfahren, sich überdimensionieren, als Dach oder Leine dienen und vieles mehr. Trolls sind fröhlich, lieben Parties, kuscheln was das Zeug hält, aber sie sind vor allem sehr klein. Das Volk der Riesen hingegen, der immer mies gelaunten "Bergen", hegt den Glauben, dass nur das Aufessen von Trolls sie glücklich machen kann. Für kleine Kinder unter den Zuschauern ist das schlimme "Kost" im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Trolls mit ihren schönen großen Augen sind praktisch wie bewegliche Kuscheltiere. Diese im Mund eines Bergen verschwinden zu sehen ist für kindliche Gemüter schwer – da hätten sich die Drehbuchautoren Jonathan Aibel und Glenn Berger (u.a. "Kung Fu Panda", "Alvin und die Chipmunks") auch etwas weniger Erschütterndes einfallen lassen können.

Auffallend ist in diesem DreamWorks-Animationsfilm vor allem die Musik – im Englischen von hauptsächlich Anna Kendrick und Justin Timberlake gesungen, im Deutschen von Lena Meyer-Landrut und Mark Forster. Justin Timberlake übernahm für den Film auch die Funktion des Executive Music Producers. Seinen Song "Can't Stop the Feeling" gab er schon diesen Sommer in den Medien zum Besten. Zum Teil Deutsch zum Teil Englisch sind die meistens klassischen Pop-Lieder wie Lionel Ritchies "Hello", Simon and Garfunkels "The Sound of Silence" oder Cyndi Laupers "True Colors", allesamt sehr schön neu interpretiert, die Handlung fortführend und nicht unterbrechend, mitreißend und anrührend.

Die Geschichte handelt vom Volk der Trolls, das sich vor dem Volk der Bergen seit 20 Jahren versteckt, damit sie von diesen nicht aufgegessen werden. Wegen der Feierlaune der kleinen Wollknäuel werden sie aber entdeckt und überfallen. Prinzessin Poppy bricht auf, eine Handvoll gefangener Freunde aus den Händen der bösen Bergen-Köchin zu befreien und begibt sich in ein lebensgefährliches Abenteuer voller bunter Begegnungen und Kreaturen. Unterstützt wird sie dabei widerwillig vom griesgrämigen Branch.

Trolls Seit "Sammys Abenteuer" hat Lena Meyer-Landrut auch Synchron-Erfahrung, sie spricht Prinzessin Poppy – eine anfangs noch kindische aber zunehmend verantwortungsvolle Person, die sich nicht von ihren Grundfesten abbringen lässt. So ist auch die Botschaft des Films, dass manche etwas Hilfe brauchen, um das Glück zu entdecken, in guten Händen. Die Liebesgeschichte zwischen Poppy und Branch, einem Ausnahme-Troll, der grau in grau ist, nicht lacht, nicht singt und nicht kuschelt, sondern sich immer vor den Bergen fürchtet, ist witzig und geschickt aufgebaut. Sie lernen sich gegenseitig schätzen aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft, ihrer Treue zu anderen, ihres Mutes. Auch Freundschaft und Verrat spielen eine Rolle im Film, wobei diese leider etwas zu kurz kommen. So erfährt man etwas zu wenig über die Charaktere der aus den Händen der Bergen zu befreienden Troll-Truppe.

Die Vielfalt der Tiere, Monster und Wesen aus bunter Wolle – wie z.B. neonfarbene Spinnen oder die Wattewolke – ist immer wieder fröhlich, überraschend und manchmal auch erschreckend. Sie erinnert an Konsolenspiele wie "Yoshi" oder "Kirby". So bietet "Trolls" eine sehr sinnliche Erfahrung, unterstützt auch durch die 3-D-Technik, so dass man Musik, Spannung, Mitfiebern erlebt und gleichzeitig Filze, Pelze, Wolle fast zum Anfassen nahe hat. Eine gelungene Kombination, die Kinder mitreißt, und Erwachsene mit Ideenreichtum und Phantasie mitnimmt.  

Hilde Ottschofski / Wertung: * * * * (4 von 5) 
 

Quelle der Fotos: 2016 DreamWorks Animation LLC.

 
Filmdaten 
 
Trolls (Trolls) 
 
USA 2016
Regie: Mike Mitchell, Walt Dohrn;
Drehbuch: Jonathan Aibel, Glenn Berger; Produzentin: Gina Shay; Musik: Christophe Beck; Schnitt: Nick Fletcher;

Länge: 93,13 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; ein Film im Verleih der Twentieth Century Fox of Germany GmbH; deutscher Kinostart: 20. Oktober 2016



Artikel empfehlen bei:  Mr. Wong Delicious Facebook  Webnews Linkarena  Hilfe

© filmrezension.de

home
  |  suche   |  wap  |  e-mail
 über uns  |  impressum  


 
 
 
 
 
Offizielle Seite zum Film
<14.10.2016>


Zitat

"Du bist kein Star, solange sie Deinen Namen in Wladiwostok nicht richtig schreiben können."

("You're not a star till they can spell your name in Vladivostok.")

Schauspieler Roger Moore (14.10.1927 - 23.05.2017)

Drucken

Artikel empfehlen
Mr. Wong Delicious Facebook Webnews Linkarena 
Hilfe