08.03.2017

The Thing (2011)

In der Antarktis stößt eine norwegische Expedition auf ein Raumschiff, das tief im ewigen Eis verborgen liegt. Unweit der Fundstelle entdecken die Wissenschaftler den eingefrorenen Körper eines Außerirdischen, den sie für weitere Untersuchungen in ihre Station transportieren. Als das Wesen dort jedoch auftaut, beginnt ein wahres Horrorszenario: Das Alien kann jegliche organische Formen imitieren und breitet sich wie ein Virus unter den Forschern aus. Rein äußerlich sind die Infizierten nicht von den Gesunden zu unterscheiden; erst wenn das Wesen in Gefahr gerät, geben die Körper in klaffenden Wunden ihr Inneres preis.

Als nunmehr dritte Adaption von John Campbells 1938 veröffentlichter Novelle "Who Goes There?" tritt "The Thing" von Regiedebütant Matthijs van Heijningen in die Fußstapfen von gleich zwei Genreklassikern: Zunächst von Howard Hawks und Christian Nyby im Jahr 1951 verfilmt, erfuhr der Stoff 1982 ein Remake von John Carpenter, das mit seinen famosen Ekel-Effekten und der fiebrigen Spannung bis heute fasziniert. Dass die neue Version ein Prequel zum Carpenter-Klassiker sein soll, tritt während der Sichtung schnell in den Hintergrund: Etliche der Situationen aus dem unmittelbaren Vorgänger übernimmt "The Thing" und erweist sich damit im Grunde doch als Remake. Hinter seinen Vorgängern bleibt der Film letztlich zwar zurück, ein solider und gradlinig inszenierter Science-Fiction-Horror ist Matthijs van Heijningen dennoch gelungen.

Wie gehabt spielt das Misstrauen innerhalb der Gruppe eine nicht unwesentliche Rolle beim Spannungsaufbau, denn schließlich könnte jeder der Feind sein. Vor allem zwischen der Paläontologin Kate Lloyd (Mary Elizabeth Winstead) und dem Forschungsleiter Dr. Sander Halvorson (Ulrich Thomsen) entstehen schnell ernsthafte Meinungsverschiedenheiten. Doch Matthijs van Heijningen verdichtet die Gruppendynamik nicht zur allgegenwärtigen Paranoia, die bei John Carpenter den Großteil der Spannung ausmachte, sondern bleibt eher an der effektvollen Oberfläche verhaftet. Mit seinen bizarren Body-Horror-Effekten, der treibenden Erzählweise und der nach wie vor interessanten Ausgangslage ist "The Thing" trotzdem ein durchaus spannender Horrorfilm geworden.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

The Thing (2011)
(The Thing (2011))

USA 2011
Regie: Matthijs van Heijningen Jr.;
Darsteller: Mary Elizabeth Winstead (Kate Lloyd), Joel Edgerton (Sam Carter), Ulrich Thomsen (Dr. Sander Halvorson), Eric Christian Olsen (Adam Finch), Adewale Akinnuoye-Agbaje (Derek Jameson), Paul Braunstein (Griggs), Trond Espen Seim (Edvard Wolner), Kim Bubbs (Juliette) u.a.;
Drehbuch: Eric Heisserer nach der Novelle von John W. Campbell Jr.; Produzenten: Marc Abraham, Eric Newman; Kamera: Michel Abramowicz; Musik: Marco Beltrami; Schnitt: Peter Boyle, Julian Clarke;

Länge: 102,50 Minuten; FSK: ab 16 Jahren; deutscher Kinostart: 17. November 2011



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Zitat

"Ich war sehr erfolgreich damit, ein totaler Idiot zu sein." (über seine Karriere)

"Ich schaue die Welt mit Kinderaugen an." (über die Bewahrung seiner Kindlichkeit)

US-Komiker Jerry Lewis (16.03.1926-20.08.2017)

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