03.11.2017

The 5th Commandment

Mit "The 5th Commandment" legt Regisseur und Stuntman Jesse V. Johnson einen Actionfilm vor, der in Stil und Umsetzung zwischen Black- und Asiaploitation mäandert: Hip Hop-Musik und afroamerikanische Muskelmänner treffen auf asiatische Kampfkunst und laszive Chinagirls. Figurenzeichnung und Story treten derweil stark in den Hintergrund und müssen erschreckend öde inszenierten Actionszenen in Form von Schusswechseln und Martial Arts-Kämpfen Platz machen.

Der Plot ist Mittel zum Zweck: Ein kleiner chinesischer Junge muss die brutale Ermordung seiner Familie mit ansehen. Im letzten Moment wird er vom ehrenhaften Auftragskiller Max (Keith David) gerettet, der ihn unter seiner Fittiche nimmt. Unter dem Namen Chance Templeton (Rick Yune) wächst der Junge zur Kampfmaschine heran, zum besten Profikiller aller Zeiten, für den Ehre und Treue alles bedeuten. Max Tempeltons leiblicher Sohn Miles (Bokeem Woodbine) hingegen wählt einen anderen Weg: Er wird einer der besten Bodyguards der Welt. Unter Einwirkung ihres Vaters verlieren sich die Brüder aus den Augen, bis sie das Schicksal Jahre später wieder vereint: Chance soll die hübsche Sängerin Angel ermorden, die von Miles beschützt wird. Das geht gar nicht, denkt sich unser Protagonist und lehnt den Auftrag ab, der sogleich an zwei neue Killer vergeben wird. Mit von der Partie: Der Mörder von Chance' Eltern...

Dass die Geschichte ihre haarsträubende Konstruiertheit gar nicht erst verbirgt und lediglich den Anlass für eine Anhäufung von Actionszenen bietet, ist das eine. Dass die Action mit ihrer 08/15-Zeitlupen-Ästhetik und ihrem stupiden Ablauf aber gerade einmal als durchschnittlich zu bezeichnen ist und auf ganzer Linie ohne Spannung auskommt, ist allerdings ein ernstes Problem des Streifens. Denn "The 5th Commandment" hat auch darüber hinaus einfach nichts zu bieten: Der dramaturgische Ablauf ist nämlich stets vorhersehbar und erstarrt in der zweiten Filmhälfte in ständigen Wiederholungen. Auch die Figuren bleiben völlig farb- und charakterlos. In einigen eher peinlichen Szenen unternimmt Johnson den Versuch, ihnen ein wenig Tiefe zu verleihen, schafft es dabei aber nicht, über Stereotypen und Oberflächlichkeiten hinaus zu kommen.

Letztlich ist "The 5th Commandment" daher ein gescheiterter Film. Ohne Charme, Spannung und Raffinesse reiht Jesse V. Johnson lauwarme Actionszenen lieblos aneinander, verharrt in einer schlichten Nennung seiner Themen (wie Ehre, Glaube, Freundschaft) und zeichnet Figuren, deren Handlungen und Gefühle jederzeit Fassade bleiben.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * (1 von 5)



Filmdaten

The 5th Commandment
(The Fifth Commandment)

Deutscher Alternativtitel: The 5th Commandment - Du sollst nicht töten
USA 2007
Regie: Jesse V. Johnson;
Darsteller: Rick Yune (Chance Templeton), Roger Yuan (Z), Dania Ramirez (Angel), Keith David (Max 'Coolbreeze' Templeton), Bokeem Woodbine (Miles Templeton), Mitch Mulaney (Matt), Boo-Boo Stewart (junger Chance) u.a.;
Drehbuch: Rick Yune; Produzenten: Rick Yune, Andrew Zarrow; Kamera: Robert Hayes; Musik: Paul Haslinger; Schnitt: Ken Blackwell, Michael J. Duthie, Christian Wagner;

Länge: 90 Minuten; FSK: ab 18 Jahren; deutscher Kinostart: 18. September 2008



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"... Und dann ist der so klein. Da wusste ich, warum mir die Rolle angeboten wurde."

Schauspieler Jürgen Vogel spielt im demnächst in die Kinos kommenden Film "Der Mann aus dem Eis" Ötzi, dessen Leichnam er im Bozener Museum besucht hatte

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