06.03.2017

Bretter, die die Welt bedeuten

Storm Surfers 3D

Sie sind zwei Legenden des Surfsports: Ross Clark-Jones und der zweimalige Surfweltmeister Tom Carroll sind seit den Achtzigerjahren immer auf der Suche nach einer noch größeren Welle und einem noch gewagteren Stunt. Mit "Storm Surfers: Dangerous Banks" (2008) und "Storm Surfers: New Zealand" (2009) gab es schon zwei Dokus über die wagemutigen Australier, doch mit dem gelungenen 3D-Effekt der neuen Doku über die Extremsportler gewinnen die obligatorischen Surfszenen eine ganz neue Qualität.

Die Regisseure Justin McMillan und Christopher Nelius begleiten ihre Protagonisten bei insgesamt acht Surftrips, wobei ein Ausflug zur Sandbank Turtle Dove im Indischen Ozean den Höhepunkt markiert, weil der Wellengang dort besonders heftig ist. Die hoch auflösenden 3D-Go-Pro-Kameras, die die Kameratechniker teilweise direkt an den Surfbrettern befestigt haben, liefern technisch ausgefeilte und packende Bilder. Zusätzlich filmen Kameras von Helikoptern und Booten die gefährlichen Stunts aus unterschiedlichen Perspektiven, so dass im fertigen Film furios geschnittene Aufnahmen der Surfer möglich sind – der treibende Soundtrack tut das Übrige.

Mithilfe von Interviewausschnitten, Archivaufnahmen und kurzen Animationen zu Kindheitserlebnissen der Surfer rückt "Storm Surfers 3D" auch das Privatleben seiner Helden in den Blick, wobei die langjährige Freundschaft zwischen Ross Clark-Jones und Tom Carroll eine Hauptrolle spielt. Weil beide fast fünfzig Jahre alt sind und Kinder haben, wollen sie das Risiko ihrer gewagten Aktionen so gut es geht im Zaum halten, was die Doku immer wieder thematisiert. Klar im Mittelpunkt stehen aber natürlich die spektakulären und auf technisch höchstem Niveau gefilmten 3D-Surfszenen auf offener See.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

Storm Surfers 3D
(Storm Surfers)

Australien 2012
Regie: Justin McMillan, Christopher Nelius;
Mitwirkende: Tom Carroll, Ross Clark-Jones, Ben Matson u.a.; Erzählerin im Original: Toni Collette;
Produzentin: Ellenor Cox; Kamera: David Maguire; Musik: Richard Tognetti, Michael Yezerski; Schnitt: Rodrigo Balart;

Länge: 94,45 Minuten; FSK: ab 6 Jahren; deutscher Kinostart: keiner; DVD- und Blu-ray-Premiere am 17. Juli 2014;



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Zitat

"Er etablierte eine Form der Filmkritik, wie es sie vorher und nachher nicht mehr gab. Merker bestand darauf, bei der Auswahl der Filme und der Ausschnitte freie Hand zu haben - was heutzutage, im Zeitalter der immer gleichen Clips, undenkbar ist. Jahrelang gaben sogar die großen Verleihe nach, weshalb Hollywood bei ihm eine ebenso große Rolle spielte wie unabhängig gedrehte, schützenswerte Werke. Helmut Merker mochte nicht einzelne Filme, sondern er liebte das Kino."

Aus dem Nachruf von Milan Pavlovic in der Süddeutschen Zeitung zum Tode des früheren WDR-Filmredakteurs, Filmpublizisten und
-kritikers Helmut Merker (18.08.1942 - 03.09.2018)

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