30.06.2019

Spider-Man: Far from Home


Spider-Man: Far from Home: Zendaya, Tom Holland Beständiges Unterwandern einer (Schein)Realität als gezielte Täuschung soll die ironische Selbstreflexion der jüngsten Episode von Marvels Superhelden-Serie beweisen. Stattdessen untermauert das in der holprigen Story inflationär eingesetzte Gimmick deren Mangel daran. Für die Illusion dramaturgischer Doppelbödigkeit gilt das gleiche wie für die ausgefeilten Täuschungsmanöver, mit denen sich der freundliche Spider-Man aus der Nachbarschaft (Tom Holland) herumschlägt: Aufwendig bedeutet nicht unbedingt clever. Diese Lektion predigt Jon Watts' handwerkliche Inszenierung, ohne sie zu verinnerlichen.

Die an die Presse gerichtete Verleih-Mahnung, ja keines der minimal dramatischen Details zu spoilern, wirkt da wie ein weiteres der egozentrischen Blendwerke, an denen die Drehbuchautoren augenscheinlich mehr Spaß hatten, als dem Publikum vergönnt ist. Besaß Peter Parkers von Teenager-Problemchen katalysierte Identitätskrise in "Spider-Man: Homecoming" einen gewissen naiven Charme, ist sie in der Endlosschleife eines diverser Anzeichen dramaturgischer Stagnation. Weder Held noch Multiverse entwickeln sich relevant weiter, der Unterhaltungsfaktor gar spürbar zurück.

Spider-Man: Far from Home Angesichts der Redundanz des zu Tode gemolkenen Franchise fehlt offenbar selbst Nick Fury (Samuel L. Jackson) und Maria Hill (Cobie Smulders) jede Motivation für echten Einsatz. Nicht nur der Handlung mangelt Substanz, sondern (auf doppelter Ebene) den als Gegnern aufgefahrenen Elementals. Sie vereinen sich mit Jake Gyllenhaals Mysterio zur Anti-Öko-Botschaft, kaschiert vom gefälligen Mix aus RomCom, Family Fun und Pseudo-Gesellschaftskritik: "Die Leute glauben alles." Tatsache. Sogar, dass dies der Sommer-Blockbuster sei.  

Lida Bach / Wertung: * * (2 von 5) 

 
Filmdaten 
 
Spider-Man: Far from Home (Spider-Man: Far from Home) 
 
USA 2019
Regie: Jon Watts;
Darsteller: Tom Holland (Peter Parker/Spider-Man), Zendaya (MJ), Jake Gyllenhaal (Quentin Beck/Mysterio), Cobie Smulders (Maria Hill), Marisa Tomei (May Parker), Samuel L. Jackson (Nick Fury), Jon Favreau (Happy Hogan), Angourie Rice (Betty Brant), Tony Revolori (Flash Thompson), Martin Starr (Mr. Harrington), J.K. Simmons (J. Jonah Jameson), Remy Hii (Brad Davis), Numan Acar (Dimitri), Jacob Batalon (Ned Leeds), Toni Garrn, Zach Barack u.a.;
Drehbuch: Chris McKenna, Erik Sommers nach dem Comics von Steve Ditko und Stan Lee; Produzenten: Kevin Feige, Amy Pascal; Kamera: Matthew J. Lloyd; Musik: Michael Giacchino; Schnitt: Leigh Folsom Boyd, Dan Lebental;

Länge: 129,39 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; ein Film im Verleih der Sony Pictures Releasing GmbH; deutscher Kinostart: 4. Juli 2019



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Zitat

"Es erscheint mir albern, dass etwas so Richtiges und Einfaches erkämpft werden muss."

("It just seems silly to me that something so right and simple has to be fought for at all.")

Schauspieler Gregory Peck (1916 - 2003) über die Rechte von Homosexuellen

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