19.06.2016

Schule

Der Film zeigt episodisch die Erlebnisse einiger Kleinstadtabiturienten in dem fiktiven Ort Kerkweiler. Hauptfiguren sind die Schüler André, Markus und Dirk. Bis zum Abitur sind es noch drei Wochen: Zum Abschluss der Schulzeit will man noch einmal "auf den Putz hauen", bevor der so genannte "Ernst des Lebens" beginnt. Dazu soll eine Party am See gefeiert werden, inklusive Alkohol- und Marihuanagenuss. Einen Tag und eine Nacht lang verfolgt der Zuschauer die turbulenten Erlebnisse der Protagonisten.

Es geht um die üblichen Themen: Verliebtheit, Betrügen, Verlassenwerden, Prüfungsangst (der Klassenstreber soll beim Spicken helfen), erster Sex. Am Ende gibt es eine theatralische Durchsage von Markus (Daniel Brühl) über das Mikrofon des Schuldirektors, dass er seine Sandra (Jasmin Schwiers) noch immer liebt. Aussöhnung, Happy End, Vogelperspektive der Kamera. Lehrer kommen übrigens nur als Psychopathen vor, einer schreit minutenlang die Klasse an, seine Tirade gipfelt in dem Ausruf: "Ich hab die Schnauze voll!" Der damals 25-jährige Regisseur Marco Petry nannte George Lucas' berühmtes Jugendporträt "American Graffiti" als Vorbild für sein Kinodebüt, sicher etwas zu hoch gegriffen.

Silke Schütze kritisierte in "cinema": "Für eine Komödie ist 'Schule' zu wenig witzig, für ein Drama zu belanglos. Trotzdem ist der Film sympathisch. Das liegt an den guten Darstellern". Naja. Den Hauptpersonen geht es im Wesentlichen nur um Saufen, Kiffen und "Knallen". Entsprechend wimmelt es in den Dialogen von Vulgarismen: "korrekte Schlampe", "Wichser", "saugeil" und "f... dich". Man darf bezweifeln, ob dieser Jargon für die heutigen Abiturklassen typisch ist. Auf demselben Niveau spielt sich auch der Humor des Films ab: einen Furz im Klassenraum und das Urinieren an eine Telefonzelle findet der Regisseur offenbar witzig. Erstaunlich, dass er bei den Hofer Filmtagen 2000 als Bester Nachwuchsregisseur ausgezeichnet wurde.  

Manfred Lauffs / Wertung: * (1 von 5)



Filmdaten

Schule


Deutschland 2000
Regie: Marco Petry;
Darsteller: Daniel Brühl (Markus Baasweiler), Jasmin Schwiers (Sandra), Niels-Bruno Schmidt (Stone), Mina Tander (Melanie), Axel Stein (Dirk), Bettina Zimmermann (Nadine) u.a.;
Drehbuch: Marco Petry, Stefan Wood; Produzenten: Martin Moszkowicz, Uschi Reich; Kamera: Axel Block;

Länge: 98 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; Kinostart: 7. Dezember 2000



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"Feigheit macht jede Staatsform zur Diktatur."

Regisseur Wolfgang Staudte

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