19.05.2019

Rocketman


Rocketman: Taron Egerton als Elton John Wer 2018 "Bohemian Rhapsody" so toll fand, dass er den überraschenden Oscar-Preisträger dieses Jahr gleich wieder gucken will, darf sich freuen. Die Rock-Oper geht erneut an den Start, nur übernimmt die Hauptrolle jetzt Taron Edgerton und der Held des manischen Musical-Melodrams heißt Elton John. Der reale Mensch hinter den ständig wechselnden Brillengestellen und bombastischen Bühnenoutfits scheint Regisseur Dexter Fletcher dabei noch gleichgültiger als Freddie Mercury, dessen Biopic er nach Bryan Singers Abgang beendete.

Der einfallslose Filmtitel-Song ist die erste zahlreicher auffälliger Parallelen zweier Künstlerbiografien, deren angepasste Austauschbarkeit im Kontrast zu den markanten Protagonisten steht. Die (Ver)Wandlung des schüchternen Vorstadtjungen Reginald Dwight zum schillernden Superstar vollzieht sich lapidar nebenbei. Die komplexe Verflechtung von Selbstablehnung, Selbstdarstellung und Selbstparodie in Johns Performance wird nie thematisiert, sein Musikgenie nie ergründet. Er hat's eben drauf (musikalisch) und ist bald voll drauf (suchttechnisch). Trotzdem jagt ein Megahit den nächsten, pophistorisch und inszenatorisch.

Rocketman: Taron Egerton als Elton John Wie John das schafft, was ihn inspiriert, motiviert - egal. In Bernie Taupin (Jamie Bell) findet er den perfekten Texter und hebt ab. So einfach geht eine Weltkarriere. Doch die bösen Drogen ... lassen ihn keinen Tag altern. Äußerliche Ähnlichkeit zum Original beschränkt sich auf die grandiosen Kostüme. Charakterentwicklung und psychologische Tiefe fehlt den von plumpen Erklär-Dialogen gelähmten Spielszenen. Die sind in dem schematischen Plot bloß Lückenfüller zwischen den Gesangnummern. Augen zu, Ohren auf und durch.  

Lida Bach / Wertung: * * (2 von 5) 
 

Quelle der Fotos: 2018 Paramount Pictures / Foto-Credit: David Appleby

 
Filmdaten 
 
Rocketman (Rocketman) 
 
GB/USA 2019
Regie: Dexter Fletcher;
Darsteller: Taron Egerton (Reginald Dwight alias Elton John), Richard Madden (John Reid), Bryce Dallas Howard (Sheila Eileen), Jamie Bell (Bernie Taupin), Steven Mackintosh (Stanley), Gemma Jones (Ivy), Kamil Lemieszewski, Tom Bennett, Luke White, Alison Ball, Charlotte Sharland u.a.;
Drehbuch: Lee Hall; Produzenten: Adam Bohling, David Furnish, David Reid Matthew Vaughn; Kamera: George Richmond; Musik: Matthew Margeson; Schnitt: Chris Dickens;

Länge: 121,07 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; ein Film im Verleih der Paramount Pictures Germany GmbH; deutscher Kinostart: 30. Mai 2019



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<19.05.2019>


Zitat

"Warum bin ich so gut darin, Zicken zu spielen? Ich denke, es liegt daran, dass ich keine Zicke bin. Vielleicht ist das der Grund, warum Joan Crawford immer Ladies spielt."

("Why am I so good at playing bitches? I think it's because I'm not a bitch. Maybe that's why Joan Crawford always plays ladies.")

Schauspielerin Bette Davis, 30. Todestag am 6. Oktober 2019, mit einer Spitze gegen ihre Dauerrivalin Crawford

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