28.02.2017

Resident Evil: Retribution

Milla Jovovich in 3D – mit dieser Verheißung warb schon der Trailer zu "Resident Evil: Retribution", dem nunmehr fünften Ableger der erfolgreichen Horror-Actionfilmreihe. Und tatsächlich hält sich Regisseur und Drehbuchautor Paul W.S. Anderson mehr denn je an diesen griffigen Slogan. Stärker als die Vorgänger konzentriert sich der neueste Auftritt von Milla Jovovich alias Alice auf die optischen Schauwerte und visuellen Vorzüge des Big-Budget-Kinos, während die klassische Geschichte und Dramaturgie auf das Allernötigste beschränkt in den Hintergrund rücken.

Nach einem furiosen Actionauftakt, der unmittelbar an den Vorgänger anknüpft, wechselt die Szenerie von "Resident Evil: Retribution" in ein idyllisches Kleinstadt-Familienbild, das Alice mit ihrer kleinen Tochter Becky und Ehemann zeigt. Bald stört jedoch eine Zombieinvasion die Heiterkeit und Alice kommt trotz des Beistands von Rain (Michelle Rodriguez) ums Leben. Ein weiterer Szenenwechsel verfrachtet Alice in einen hell erleuchteten Kerker der gegnerischen "Umbrella Corporation". Dank einiger Widerstandskämpfer gelingt Alice die Flucht, doch jetzt fängt der Überlebenskampf erst richtig an: Um aus der Umbrella-Zentrale zu flüchten, müssen Alice und ihre Mitstreiter ganze Horden von Monstern vernichten, auf die sie in Computersimulationen von Tokio, New York und Moskau treffen.

Zwar entfernt sich "Resident Evil: Retribution" wie die übrigen Teile der Reihe von der ursprünglichen Survival-Horror-Stimmung der Videospielvorlage, kommt der Dramaturgie und dem Ablauf eines Computerspiels aber sehr nahe. Die einzelnen Großstadt-Simulationen wirken wie verschiedene Level, wobei sich der Schwierigkeitsgrad stets erhöht und die Auswahl der Waffen dementsprechend verfeinert. Wie üblich trägt Milla Jovovich während der stilsicher inszenierten Actionszenen figurbetonte Outfits und bleibt neben allen Explosionen, Schusswechseln und CGI-Monstern der unangefochtene Eye-Catcher des Films. Die tatkräftige Heldin fügt sich wunderbar in den hochpolierten und unterhaltsamen Bilderreigen, der neben vielen Zeitlupen beispielsweise eine rückwärts laufende Actionsequenz bietet. Die mütterlichen Gefühle von Alice für ihre Tochter verschaffen dem Ganzen den Hauch einer emotionale Komponente, doch im Kern konzentriert sich das erzählerisch ausgeweidete Actionfeuerwerk vor allem auf das Eine: Milla Jovovich in 3D.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

Resident Evil: Retribution
(Resident Evil: Retribution)

Deutschland/Kanada/USA/Frankreich/GB 2012
Regie & Drehbuch: Paul W.S. Anderson;
Darsteller: Milla Jovovich (Alice), Sienna Guillory (Jill Valentine), Michelle Rodriguez (Rain), Aryana Engineer (Becky), Bingbing Li (Ada Wong), Boris Kodjoe (Luther West), Johann Urb (Leon S. Kennedy), Robin Kasyanov (Sergei), Kevin Durand (Barry Burton), Ofilio Portillo (Tony), Oded Fehr (Todd / Carlos), Colin Salmon (James 'One' Shade) u.a.;
Produzenten: Paul W.S. Anderson, Jeremy Bolt, Don Carmody, Samuel Hadida, Robert Kulzer; Kamera: Glen MacPherson; Musik: tomandandy; Schnitt: Niven Howie;

Länge: 95,44 Minuten; FSK: ab 16 Jahren; Kinostart: 20. September 2012



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Zitat

"Er etablierte eine Form der Filmkritik, wie es sie vorher und nachher nicht mehr gab. Merker bestand darauf, bei der Auswahl der Filme und der Ausschnitte freie Hand zu haben - was heutzutage, im Zeitalter der immer gleichen Clips, undenkbar ist. Jahrelang gaben sogar die großen Verleihe nach, weshalb Hollywood bei ihm eine ebenso große Rolle spielte wie unabhängig gedrehte, schützenswerte Werke. Helmut Merker mochte nicht einzelne Filme, sondern er liebte das Kino."

Aus dem Nachruf von Milan Pavlovic in der Süddeutschen Zeitung zum Tode des früheren WDR-Filmredakteurs, Filmpublizisten und
-kritikers Helmut Merker (18.08.1942 - 03.09.2018)

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