20.12.2018

Pommes essen

Dass die Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs im Ruhrpott vorbei sind, bekommt auch die dreifache Mutter und Imbissbuden-Betreiberin Frieda (Anneke Kim Sarnau) zu spüren. Trotz des Geheimrezepts für eine Currywurst-Spezialsoße, das ihr der vor einem Jahr verstorbene Vater vererbt hat, bilden sich keine nennenswerten Warteschlangen vor der Duisburger Bude "Freys Feyner Imbiss". Das liegt auch an der Fastfood-Kette "Pommes King", die ausgerechnet Friedas Bruder Walther (Smudo) betreibt. Als die überlastete Frieda eines Tages zusammenbricht und eine Erholungskur antritt, übernehmen ihre jüngeren Töchter Selma (Marlene Risch) und Lilo (Tabea Willemsen) den Betrieb und fackeln die Imbissbude dabei versehentlich ab. Mit Unterstützung der Aushilfskraft Besjana (Thekla Carola Wied) bauen die Kinder das Familiengeschäft wieder auf und treten bei einem Wettbewerb an, der die beste Currywurst der Stadt ermitteln soll – doch während Selma und Lilo die Mutter unterstützen, will die 16-jährige Patty (Luise Risch) lieber ihr eigenes Ding machen und in der Küche eines Sterne-Restaurants arbeiten.

Der Kinder- beziehungsweise Jugendfilm "Pommes essen" kommt ohne große Überraschungen daher und scheint eher fürs Fernsehen als für die große Leinwand geeignet. Das Spielfilmdebüt der Regisseurin Tina von Traben bewegt sich in jeglicher Hinsicht auf ausgetrampelten Pfaden und wagt schlicht zu wenig, um wirklich mitreißend zu sein. Die teils konstruiert wirkenden Konflikte innerhalb der Familie verlaufen stets in vorhersehbaren Bahnen und verpuffen ihm Rahmen der schematischen Inszenierung mit den bunten, allzu gelackten Bildern und den bei jeder Gelegenheit angebrachten (Gitarren-)Musikeinlagen. Hinzu kommen einige deplatzierte Nebenfiguren und die im Großen und Ganzen überforderten Darsteller, die zwar durchaus Sympathiewerte verbuchen, aber die bereits im Drehbuch schablonenhaft angelegten Figuren kaum mit eigenen Akzenten versehen können. So ist "Pommes essen" allenfalls ein solider Familienfilm, der mit seiner einfach gestrickten Geschichte lediglich die kleinsten Kinobesucher zufrieden stellen dürfte und an den typischen Fallstricken eines Erstlingswerks leidet.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * (2 von 5)



Filmdaten

Pommes essen


Deutschland 2012
Regie: Tina von Traben;
Darsteller: Luise Risch (Patty Frey), Marlene Risch (Selma Frey), Tabea Willemsen (Lilo Frey), Anneke Kim Sarnau (Frieda Frey), Smudo (Walther Frey), Thekla Carola Wied (Besjana Simicic), Jan Erik Madsen (Norton Jersey), Michael Keseroglu (Önder), Paul Faßnacht (Heinz Prätorius), Regine Schröder (Dr. Bertram), Jokubas Aust (Fynn), Henning Heup (Herr Kleinschmidt), Nito Torres (Kunde Karl), Gernot Schmidt (Ludwig), Johannes Rotter (Oberwachtmeister Schmittke), Antje Lewald (Sekretärin Müller), Alexander Koll (junger Opa Frey), Peter Bongartz (Opa Frey), Christopher Becker (Pablo) u.a.;
Drehbuch: Tina von Traben, Rüdiger Bertram; Produzentin: Dagmar Niehage; Kamera: Ralf M. Mendle; Musik: Markus Aust, Roman; Schnitt: Nicole Kortlüke;

Länge: 85,24 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; deutscher Kinostart: 12. Juli 2012



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Zitat

"Ich kannte sie, bevor sie Jungfrau wurde."

Ein Zitat zu Doris Day (3. April 1922 - 13. Mai 2019), das laut Wikipedia ihrem ehemaligen Leinwandpartner Oscar Levant zugeschrieben wird.

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