11.12.2009 (publiziert)
14.07.2007 (geschrieben)

Police Academy
- Dümmer als die Polizei erlaubt

US-Komiker Steve Guttenberg sorgt als Cop-Anwärter für ausgelassene Stimmung in einer New Yorker Polizeischule.

Als die neue Bürgermeisterin von New York City unversehens sämtliche bisher geltende Zulassungsvoraussetzungen für die Aufnahme in die städtische Polizeiakademie außer Kraft setzt, wird die Ausbildungsabteilung der lokalen Sicherheitskräfte von der jähen Flut der zahlreichen Bewerber regelrecht überrannt. Der schießwütige Waffennarr Tackleberry (David Graf), das piepstimmige Pummelchen Laverne Hooks (Marion Ramsey), der furchteinflößende Hüne Moses Hightower (Bubba Smith) und der quirlige Geräusche-Imitator Larvell Jones (Michael Winslow) sind dabei nur einige der neuen Nachwuchskandidaten, mit denen es der entnervte und cholerische Chefausbilder Lieutenant Harris (G. W. Bailey) im Zuge der Zugangs-Lockerungen plötzlich zu tun bekommt. Ein ganz besonders großer Dorn im Auge ist ihm allerdings der aufmüpfige Sonnyboy Carey Mahoney (Steve Guttenberg). Mahoney, ein ehemaliger Parkplatzanweiser, hat zwar keine Lust auf eine Karriere bei der Polizei, darf aber nicht entlassen werden, weil er die Ausbildung als Bewährungsstrafe für zahlreiche provokante Kleinstvergehen ableisten muss. In den kommenden vierzehn Wochen liefern sich die beiden Männer einen für den Zuschauer zwerchfellerschütternden Machtkampf, bei dem der gewitzte Kadett ganz nebenbei noch das Herz seiner hübschen Kollegin Karen Thompson (Kim Cattrall) erobert. Als es eines Tages dann in der Stadt plötzlich zu einem Massenaufruhr kommt, ist es an der Zeit, das in der Polizeischule Gelernte im Ernstfall umzusetzen. Mit unkonventionellen Methoden rücken die Schüler der "Police Academy" den Randalierern zu Leibe – und ein wahnwitziger Showdown nimmt seinen Lauf.

Mit "Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt" schuf Regisseur Hugh Wilson einen der ganz großen Komödienerfolge der achtziger Jahre. Mit bis heute insgesamt sechs Fortsetzungen (ein achter Teil ist seit Längerem in Planung) erfüllte der Film die uralte, bis in die Stummfilmzeit zurückreichende Tradition der chaotischen Polizeitruppe (angefangen bei Mack Sennetts legendären "Keystone Cops") mit neuem Leben und sorgte dabei für Gelächter bei Millionen von Zuschauern.
Seinen größten Reiz bezieht der Film aus seinem sympathischen Figurenarsenal, das sich wie ein "Who is Who" der sozialen Außenseiter liest. Dass gerade diese Ansammlung von Freaks und Outcasts für Recht und Ordnung auf den amerikanischen Straßen sorgen soll – darin liegt schon ein beträchtlicher subversiver Reiz. Folglich kann es kaum überraschen, dass das Publikum der amerikanischen Schmelztiegelgesellschaft einer solch liebenswert-grellbunten Truppe, in der vom verhätschelten Muttersöhnchen bis zum unterjochten Pantoffelhelden alle gängigen Figuren-Klischees vereint sind, kaum widerstehen konnte.

Getragen von einem spielfreudigen Schauspielerensemble bietet "Police Academy" klamaukige, im Großen und Ganzen aber recht kurzweilige Unterhaltung für die gesamte Familie. Gewiss: Manche exaltierten Späße wirken heute nervig bis antiquiert. Immerhin aber wird das speziell in den siebziger und achtziger Jahren kultivierte Klischee vom kaltschnäuzigen Cop à la "Dirty Harry" auf weitgehend gelungene Art und Weise parodistisch entzaubert.  

Christian Heger / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

Police Academy - Dümmer als die Polizei erlaubt
(Police Academy)

USA 1984
Regie: Hugh Wilson; Drehbuch: Neal Israel, Pat Proft, Hugh Wilson; Produktion: Paul Maslansky; Kamera: Michael D. Margulies; Musik: Robert Folk;
Darsteller: Steve Guttenberg (Carey Mahoney), Kim Cattrall (Karen Thompson), G.W. Bailey (Lt. Harris), Bubba Smith (Moses Hightower), Donovan Scott (Leslie Barbara), George Gaynes (Commandant Lassard), Andrew Rubin (George Martín), David Graf (Tackleberry), Leslie Easterbrook (Sgt. Callahan), Michael Winslow (Larvell Jones), Debralee Scott (Mrs. Fackler), Bruce Mahler (Doug Fackler), Ted Ross (Captain Reed), Scott Thomson (Chad Copeland), Brant von Hoffman (Kyle Blankes) u.a.

Länge: 96 Minuten; FSK: ab 16 Jahren; BRD-Kinostart: 14. September 1984



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"Kein guter Film ist zu lang und kein schlechter Film ist kurz genug."

US-Filmkritiker Roger Ebert (+ 2013)

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