31.07.2014
3D-Animationsabenteuer für große Jungs

Planes 2
- Immer im Einsatz


Planes 2 - Immer im Einsatz Sympathisch ist er ja, der Publikumsliebling und Flugzeugrennstar Dusty, der nach einer Niederlage und innerer Läuterung wieder zu alter Größe aufsteigt. Naturlandschaften und apokalyptische Feuersbrünste geben dem Film ästhetische Qualität, musikalisch ist das rasend schnell erzählte Epos auch treffend untermalt. Dennoch wird im neuen 3D-Animationsabenteuer "Planes 2" aus der Perspektive des Kindes zu schnell gesprochen, es tauchen zu viele Nebenfiguren auf, die aus Zeitmangel nur oberflächlich gezeichnet werden. Und die Botschaft fürs Herz bleibt aus.

Dusty Crophopper (deutsche Stimme: Martin Halm) ist ein Star auf der Weltbühne der schnellen Flugzeuge – er kann die waghalsigsten Loops und Sturzflüge vorführen, wird von tausenden Fans angehimmelt. Ein irreparabler Getriebeschaden beendet jäh diese Karriere, und das ist schwer zu verkraften. Es tut sich aber eine weitere Tür für ihn auf, als er die Chance bekommt, im "Piston Peak Nationalpark" zum Rettungsflugszeug umgerüstet und umtrainiert zu werden.

In diesem sympathischsten Teil des Films, in einer verträumt-schönen – von mehreren amerikanischen Naturdenkmälern inspirierten – Landschaft, lernt Dusty eine mutige und ausdauernde Rettungsmannschaft kennen, angeführt von der Vaterfigur, dem erfahrenen Rettungshubschrauber Blade Ranger. Sie alle eint der Wille, anderen zu helfen, selbst unter Einsatz des eigenen Lebens – eine wertvolle Lektion für den gefallenen Star der Lüfte.

Planes 2 - Immer im Einsatz An Fantasie fehlt es den Kreativköpfen des Films nicht. Die fast überbordende Fülle an vermenschlichten Transportvehikeln – alte und neue Autos, Züge, Flugzeuge, Hubschrauber –, die Komplexität der Technik – angefangen von Auftank- und Flugtechniken beim Feuerlöschen, dem sekundengenau eingetakteten Sprühpulverablass und Einsatz von Sprenkelanlagen hin zu versiert umfunktionierten Ersatzteilen – das zeugt alles von intensiver Beschäftigung mit der Thematik und detailgerechter Umsetzung derselben. Deshalb ist es auch eher ein Film für große Jungs – für Kinder sind diese Details nicht relevant.

Eine langsamere Erzählweise, die an sensiblen Stellen des Films verweilt, um Emotionen aufkommen zu lassen, hätte dem Film gut getan. Die übertriebene Dynamik führt dazu, dass selbst erwachsene Zuschauer bei der Fülle an Dialogen arg mithalten müssen, während an Kindern die Pointen schon vorbeigerast sind. Mit Ausnahme des Hauptdarstellers bleiben die Charaktere flach und machen keine Entwicklung durch, es gibt keine bleibende Idee, das Ende passt nicht zur Handlung, der kleine Zuschauer kann keine Botschaft aus dem Kinosaal mitnehmen. Daher bleibt "Planes 2" ein reiner Unterhaltungsfilm, den man kein zweites Mal sehen muss.  

Hilde Ottschofski / Wertung: * * (2 von 5) 

 
Filmdaten 
 
Planes 2 - Immer im Einsatz (Planes: Fire & Rescue) 
 
USA 2013
Regie: Roberts Gannaway;
Originalsprecher: Dane Cook, Ed Harris, Julie Bowen, Hal Holbrook, Wes Studi, Teri Hatcher, Stacy Keach, Barry Corbin, Anne Meara, Jerry Stiller, Rene Auberjonois u.a.;
deutsche Sprecher: Martin Halm (Dusty), Henning Baum (Blade Ranger), Kai Ebel (Brent Mustangburger) u.a.;
Drehbuch: Jeffrey M. Howard; Produktion: DisneyToon Studios; Ausführender Produzent: John Lasseter; Musik: Mark Mancina; Schnitt: Dan Molina;

Länge: 83,44 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; ein Film im Verleih der Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH; deutscher Kinostart: 14. August 2014



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<31.07.2014>


Zitat

"Er etablierte eine Form der Filmkritik, wie es sie vorher und nachher nicht mehr gab. Merker bestand darauf, bei der Auswahl der Filme und der Ausschnitte freie Hand zu haben - was heutzutage, im Zeitalter der immer gleichen Clips, undenkbar ist. Jahrelang gaben sogar die großen Verleihe nach, weshalb Hollywood bei ihm eine ebenso große Rolle spielte wie unabhängig gedrehte, schützenswerte Werke. Helmut Merker mochte nicht einzelne Filme, sondern er liebte das Kino."

Aus dem Nachruf von Milan Pavlovic in der Süddeutschen Zeitung zum Tode des früheren WDR-Filmredakteurs, Filmpublizisten und
-kritikers Helmut Merker (18.08.1942 - 03.09.2018)

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