28.02.2017

Pitch Perfect

Eigentlich will Beca (Anna Kendrick) nach Los Angeles ziehen und als DJane Musik auflegen. Doch zunächst landet die junge Frau an einem College, an dem die männliche A-cappella-Gruppe "Treblemakers" mit den weiblichen "Barden Bellas" konkurriert. Beim letzten großen Wettbewerb passierte den Frauen ein übles Missgeschick und die Boy Group ergatterte den ersten Platz – nun sollen die "Barden Bellas" im nächsten Jahr glänzen, müssen auf dem Weg zum Contest jedoch einige Hürden nehmen.

Regisseur Jason Moore legt mit "Pitch Perfect" ein Kinodebüt vor, das die bereits vielfach variierte Grundkonstellation des Achtzigerjahre-Klassikers "Breakfast Club" (USA 1985, John Hughes) mit Gesangseinlagen kombiniert. Ein Haufen verschiedener Stereotypen – darunter die rüstige Fat Amy, ein Flittchen oder eine Lesbe – raufen sich zusammen, doch bald gibt es Zoff um die Outfits, die Choreographien oder die Songauswahl. Vor allem Beca möchte das angestaubte Repertoire der "Barden Bellas" auffrischen, stößt dabei aber auf Widerstände. Gleichzeitig turtelt sie mit dem Treblemakers-Mitglied Jesse (Skylar Astin), was für die Bellas eigentlich streng tabu ist (ein Hauch "Romeo und Julia"), und diskutiert mit ihrem Vater über ihre Zukunftspläne.

"Pitch Perfect" (deutsch: perfekte Tonhöhe) baut aus diesen Zutaten ein kurzweiliges Highschool-Musical mit Musik von Rihanna oder Ace of Base und Evergreens wie "Eternal Flame" oder "Let's Talk About Sex". Die Entwicklungen der Figuren sind leider sehr absehbar und insbesondere Becas Vater-Konflikt und die Romanze mit Jesse fallen bald unter den Tisch. Jason Moore garniert seinen Film mit harmloser Nacktheit, einem Schuss Selbstironie sowie Klamauk-Einlagen rund um Kotze und ähnliches, wobei alles auf ein emotionales Finale zusteuert. Als bester Gag von "Pitch Perfect" zündet noch die asiatische Nebenfigur Lilly, die dermaßen leise spricht, dass ihre Stimme kaum vernehmbar ist. Wenn sie das Wort ergreift, ist das Publikum mucksmäuschenstill – als sie dann einmal in Rage gerät und ihre Stimmlage um wenige Dezibel erhöht, ist das ungemein witzig.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * (2 von 5)



Filmdaten

Pitch Perfect
(Pitch Perfect)

deutscher Alternativtitel: Pitch Perfect - Die Bühne gehört uns!
USA 2012
Regie: Jason Moore;
Darsteller: Anna Kendrick (Beca), Elizabeth Banks (Gail), Skylar Astin (Jesse), Ben Platt (Benji), Brittany Snow (Chloe), Anna Camp (Aubrey), Rebel Wilson (Fat Amy), Alexis Knapp (Stacie), Ester Dean (Cynthia Rose), Hana Mae Lee (Lilly) u.a.;
Drehbuch: Kay Cannon nach dem Buch von Mickey Rapkin; Produzenten: Elizabeth Banks, Paul Brooks, Max Handelman; Kamera: Julio Macat; Musik: Christophe Beck, Mark Kilian; Schnitt: Lisa Zeno Churgin;

Länge: 112,01 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; Kinostart: 20. Dezember 2012



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Zitat

"... Und dann ist der so klein. Da wusste ich, warum mir die Rolle angeboten wurde."

Schauspieler Jürgen Vogel spielt im demnächst in die Kinos kommenden Film "Der Mann aus dem Eis" Ötzi, dessen Leichnam er im Bozener Museum besucht hatte

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