15.11.2019

Percy Jackson -
Diebe im Olymp

Nur noch ein Zweiteiler und die kassenträchtige "Harry Potter"-Reihe ist abgeschlossen. Nachdem sich mit der streitbaren "Twilight"-Saga bereits eine Art Nachfolger etabliert hat, schickt Chris Columbus, Regisseur der ersten beiden "Harry Potter"-Filme, nun einen neuen Helden ins Box-Office-Rennen: Percy Jackson (Logan Lerman), ein in New York lebender Schüler, der mit seinem Stiefvater streitet, unter Wasser ziemlich lange die Luft anhalten kann, im Englischunterricht keine sonderlich gute Figur macht – und weiß Gott nicht ahnt, dass er ein Halbgott ist...

Wie bei dem bebrillten Zauberschüler aus Hogwarts steht auch bei "Percy Jackson – Diebe im Olymp" eine Kinderbuchreihe Pate (Autor derselben: Rick Riordan), die bisher fünf Bände umfasst. Buchvorlage wie Film verpacken die fantastischen Ereignisse rund um den Protagonisten Percy Jackson und seine jugendlichen Begleiter Annabeth (Alexandra Daddario), Tochter der Athene, und den Satyr Grover (Brandon T. Jackson) mit allerhand Versatzstücken aus der griechischen Mythologie: Hades aus der Unterwelt, mythologische Ungeheuer und die todbringende Medusa (Uma Thurman) treten als Gegenspieler auf, Sean Bean gibt den Zeus und Pierce Brosnan einen Zentauren (halb Mensch, halb Pferd), der Percy als Mentor zur Seite steht. Versetzt wird dieser mythologische Unterbau mit fantastischen Utensilien wie fliegenden Chucks und einem Kugelschreiber, der sich bei Bedarf als Schwert entpuppt – aus "Die Feder ist mächtiger als das Schwert" wird: Die Feder ist das Schwert.

Im Gegensatz zu den ersten "Harry Potter"-Filmen startet "Percy Jackson – Diebe im Olymp" von Anfang an mit einer etwas härteren Gangart: Motive des Horror-Genres und viele unheimliche Wesen, allen voran Uma Thurman mit Giftschlangen als Haarpracht, geben "Percy Jackson" von vornherein einen erwachseneren Ton und lassen den Auftakt der Reihe eher zu einem Jugend- als zu einem Kinderfilm werden. Dahinter steht wohl die Hoffnung, die nun etwas gealterten Potter-Fans der ersten Stunde pünktlich zum Teenager-Alter abzuholen. Routiniert verpackt Chris Columbus die sehr gestauchte Exposition und die folgenden, stets auf Tempo und Spannung getrimmten Ereignisse in griffige Kinobilder mit passablen, allerdings nicht immer hochkarätigen Spezialeffekten.

Wenngleich die Figurenzeichnung teils holprig und die Entwicklung der Story zu rasant ist, bietet das erste Kinoabenteuer von Percy Jackson gute Unterhaltung speziell für Jugendliche. Wenn Columbus' Film die Erwartungen an der Kinokasse erfüllt, steht den nächsten Abenteuern von Percy und seinen Freunden wohl nichts mehr im Wege. In diesem Sinne: Harry Potter ist tot, es lebe Percy Jackson!



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

Percy Jackson - Diebe im Olymp
(Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief)

GB/Kanada/USA 2010
Regie: Chris Columbus;
Darsteller: Logan Lerman (Percy Jackson), Brandon T. Jackson (Grover), Alexandra Daddario (Annabeth), Jake Abel (Luke), Sean Bean (Zeus), Pierce Brosnan (Mr. Brunner / Chiron), Steve Coogan (Hades), Rosario Dawson (Persephone), Melina Kanakaredes (Athena), Catherine Keener (Sally Jackson), Kevin McKidd (Poseidon), Joe Pantoliano (Gabe Ugliano), Uma Thurman (Medusa), Stefanie von Pfetten (Demeter), Ray Winstone (Ares) u.a.;
Drehbuch: Craig Titley nach dem Buch von Rick Riordan; Produzenten: Michael Barnathan, Chris Columbus, Mark Radcliffe, Karen Rosenfelt; Kamera: Stephen Goldblatt; Musik: Christophe Beck; Schnitt: Peter Honess;

Länge: 118 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; deutscher Kinostart: 11. Februar 2010



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