21.04.2017

Paul - Ein Alien auf der Flucht

Zwei befreundete Bilderbuch-Nerds brechen aus dem Vereinigten Königreich nach San Diego auf, um die Comic-Con zu besuchen; im Anschluss unternehmen sie per Wohnmobil eine Reise durch Amerika und steuern die berühmtesten Orte von UFO-Sichtungen an. Kaum unterwegs werden sie Zeugen eines Autounfalls und trauen ihren Augen kaum, als mit Paul ein grünes Marsmännchen aus dem Unfallwagen steigt! Paul, der seit dem Roswell-Zwischenfall in der Area 51 residiert, ist auf der Flucht und bittet die Nerds um Unterstützung.

Simon Pegg und Nick Frost, bekannt aus "Shaun of the Dead", spielen die beiden Nerds, während kein Geringerer als Seth Rogen dem charismatischen Alien seine Stimme leiht (hierzulande übernimmt Bela B. Felsenheimer den Part). Das von Greg Mottola ("Superbad") inszenierte Drehbuch stammt ebenfalls von Pegg und Frost. Es ist also ein guter Stern, unter dem "Paul – Ein Alien auf der Flucht" steht, und schnell ist klar, dass die Komödie die vielversprechende Ausgangslage nicht enttäuscht.

Die Gründe dafür, dass "Paul – Ein Alien auf der Flucht" überaus sympathisch und unterhaltsam ist, sind vielfältig. Zunächst sind da die glänzend besetzten Darsteller, die wunderbar harmonieren und ihren verschrobenen Figuren Charakter einhauchen. Großartig ist auch der CGI-animierte Paul, der weit mehr als nur ein Sidekick ist, sondern das wohl coolste Alien der Filmgeschichte: Äußerlich ein klassisches Marsmännchen, entpuppt er sich als wahrer Proll, der leidenschaftlich raucht und säuft, das besonders starke Gras aus Regierungsbesitz konsumiert und nie um einen lockeren Spruch verlegen ist. Hinzu kommen zahlreiche lustige Referenzen an das Science-Fiction-Genre, etwa an "Star Trek" oder "Die unheimliche Begegnung der dritten Art", und die durchweg amüsante Einbindung von Klischeevorstellungen über Amerika.

Das Sci-Fi-Buddy-Road-Movie punktet bis zuletzt mit Charme und Humor, auch wenn Greg Mottola seine entspannte Erzählweise zeitweise zu sehr ins Actiongenre verlagert. Schade ist zum Beispiel, dass das Skript dem nerdigen Gespann gleich drei Verfolgergruppen an die Fersen heftet, wo die Dynamik zwischen Paul und seinen neuen Kumpels den Film auch im Alleingang gestemmt hätte.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * * (4 von 5)



Filmdaten

Paul - Ein Alien auf der Flucht
(Paul)

USA/GB 2011
Regie: Greg Mottola;
Darsteller: Nick Frost (Clive Gollings), Simon Pegg (Graeme Willy), Seth Rogen (Stimme von Paul), Sigourney Weaver, Jason Bateman, Jeffrey Tambor, Kristen Wiig u.a.;
Drehbuch: Nick Frost, Simon Pegg; Produzenten: Tim Bevan, Eric Fellner, Nira Park; Kamera: Lawrence Sher; Musik: David Arnold; Schnitt: Chris Dickens;

Länge: 103,51 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; deutscher Kinostart: 14. April 2011



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"Ich war sehr erfolgreich damit, ein totaler Idiot zu sein." (über seine Karriere)

"Ich schaue die Welt mit Kinderaugen an." (über die Bewahrung seiner Kindlichkeit)

US-Komiker Jerry Lewis (16.03.1926-20.08.2017)

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