29.11.2017

Paddington 2


Paddington 2 Die Weihnachtsüberraschung klappt: Paddington kann in diesem Feelgood-Movie für die ganze Familie gute Laune und vorweihnachtliche Stimmung verbreiten. Mit seinen großen treuen feuchtbraunen Augen, seiner abenteuerlichen Tollpatschigkeit und seinem aufrechten Charakter stiehlt er sich blitzschnell ins Herz des kleinen und großen Zuschauers. Dabei kommt die Spannung nicht zu kurz. Fast noch besser als im ersten Film wird sie bis zum Ende gehalten. Auch wird der Zuschauer mit dem gekonnt (von Hugh Grant) gespielten Bösewicht Phoenix Buchanan in einer revueartigen Vaudeville-Darbietung versöhnt.

Paddingtons Tante Lucys Geburtstag steht bevor – und da es der hundertste ist, möchte Paddington (deutsche Stimme: Elyas M'Barek) ihr etwas Besonderes schenken. Tante Lucy lebt im peruanischen Dschungel und träumt von London, daher scheint ein handgezeichnetes London-Popup-Buch aus dem Antiquitätenladen von Mr. Gruber einfach perfekt dafür zu sein. Leider ist das Buch sehr teuer, also nimmt Paddington Jobs an, um es bezahlen zu können – allerdings mit abenteuerlichen Folgen. Kurz vor dem Ziel wird das Buch jedoch geklaut und Paddington wird des Raubes verdächtigt. Mit Hilfe von Freunden und Familie macht sich der idealistische und gut erzogene Bär auf die Suche nach dem Dieb.

Paddington 2: Hugh Grant Was ans Herz geht sind die emotionalen Szenen – die phantasierte Reise Paddingtons mit seiner Tante durch das London-Popup-Buch oder seine Träume, in denen die Sehnsucht und Sorge um seine Tante Gestalt annehmen. Die liebevolle Beziehung der beiden ist herzerwärmend, und die Loyalität von Paddingtons Freunden – die Familie Brown und die Nachbarn im Kiez – ebenso. Paddington ist bei allen beliebt, weil er bescheiden ist und anderen gerne hilft. Auch im gefürchtetsten Verbrecher kann Paddington noch gute Seiten hervorrufen, und das wird die Botschaft dieses Films. Egal, wie unfair Menschen einen behandeln, man kann – mit der richtigen Haltung – auch in den hoffnungslosesten Fällen Gutes im Menschen finden.

Der Film ist eine Liebeserklärung an die englische Hauptstadt, an die englische Bahn – darunter natürlich an den Bahnhof Paddington, nach dem der kleine Bär benannt wurde. Orangenmarmelade spielt nach wie vor eine große Rolle, obwohl der bittersüße Brotbelag im richtigen Leben wohl doch eher Geschmackssache ist. Literarische Figuren der englischen Klassik erhalten eine Hommage in den verschiedenen Kostümauftritten eines gewissen Diebes und natürlich der trockene britische Humor. Und die Freundschaft wird zelebriert – Freundschaft, die zu Familie wird. Und die zusammenhält wie Pech und Schwefel, wenn ein Familienmitglied Hilfe braucht.

Paddington 2: Sally Hawkins Der Erfinder der Figur von Paddington, Michael Bond, der dieses Jahr mit 91 verstarb, hatte seit 1958 zwanzig Bücher über den Bären mit dem Schlapphut und blauem Dufflecoat geschrieben. In über 40 Sprachen übersetzt, wurden sie weltweit bekannt, jedoch erst 2014 erstmals verfilmt. Überraschenderweise wurde schon der erste Film zum einträglichsten Familienfilm aller Zeiten, der nicht von einem US-Studio produziert wurde. Die etablierten schauspielerischen Schwergewichte Hugh Bonneville und Sally Hawkins, Julie Walters und die am Ende sehr sympathischen "Bösewichter" Hugh Grant und Brendan Gleeson tragen zu einer hohen schauspielerischen Qualität dieses Nachfolgefilms bei, der möglicherweise den Erfolg des ersten übertreffen könnte.  

Hilde Ottschofski / Wertung: * * * * (4 von 5) 
 

Quelle der Fotos: Studiocanal

 
Filmdaten 
 
Paddington 2 (Paddington 2) 
 
GB/Frankreich 2017
Regie: Paul King;
Darsteller: Sally Hawkins (Mary Brown), Hugh Bonneville (Henry Brown), Hugh Grant (Phoenix Buchanan), Brendan Gleeson (Knuckles McGinty), Eileen Atkins (Madame Kozlova), Jim Broadbent (Mr. Gruber), Julie Walters (Mrs. Bird) und im Original mit den Stimmen von Ben Whishaw (Paddington; deutscher Sprecher: Elyas M'Barek), Michael Gambon (Onkel Pastuzo), Imelda Staunton (Tante Lucy) u.a.;
Drehbuch: Simon Farnaby, Paul King nach der Figur von Michael Bond; Produzent: David Heyman; Kamera: Erik Wilson; Musik: Dario Marianelli; Schnitt: Jonathan Amos, Mark Everson;

Länge: 103,36 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; ein Film im Verleih der Studiocanal GmbH; deutscher Kinostart: 23. November 2017



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<29.11.2017>


Zitat

"Ich bin ein Filmemacher, kein Dokumentarfilmer. Ich versuche, die Wahrheit zu schlagen."

("I'm a moviemaker, not a documentarian. I try to hit the truth.")

Regisseur Ridley Scott, der am 30. November 2017 seinen 80. Geburtstag feierte

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