04.04.2014

Muppets Most Wanted


Muppets Most Wanted Nur knappe zwei Jahre nach dem erfolgreichen Neustart der Muppets steht schon das nächste Abenteuer der Kult-Puppen an. Deren letzter Kinofilm davor lag noch im letzten Jahrtausend. Ein Schelm, wer hier eine schwache Fortsetzung aus Profitgier wittert. Doch ganz so schlimm ist es um "Muppets Most Wanted" gar nicht bestellt, was nicht zuletzt der hohen Cameo-Dichte und der erneut vortrefflichen Selbstironie geschuldet ist.

Die Geschichte selbst ist dabei schnell erzählt: Der böseste Frosch der Welt, Constantine, bricht aus einem sibirischen Gulag aus und nimmt durch eine List den Platz von Kermit dem Frosch bei den Muppets ein. Dieser findet sich kurz darauf in besagtem Gulag wieder, während die Muppets nach der im letzten Film neu gewonnenen Popularität nun mit dem falschen Frosch auf Europa-Tournee gehen. Dabei nutzt Constantine die Tour, um mit seinem Komplizen Dominic Badguy (Ricky Gervais) die Vorbereitungen für den größten Coup der Geschichte zu machen. Kermit versucht währenddessen, aus dem Gulag zu fliehen und zu seinen Freunden zurückzukehren.

Die wilde Reise durch Europa und die Gulag-Szenen bieten dabei mehr als genug Material für den klassischen Wortwitz- und Slapstickhumor der Muppets. Der Film ist stellenweise absurd komisch und wenn der Zuschauer denkt, der Gipfel der Überspitzung sei bereits erreicht, legen die Puppen nochmal einen drauf. Dennoch fällt der Streifen hinter der Komik des Vorgängers zurück. Cameos von A-Promis wie Christoph Waltz und Danny Trejo sorgen dafür, dass man sich mit der Gesamtkomposition des Films wie zuhause fühlt. Der letzte Kick fehlt zwar, aber das stört nur am Rande und fällt während des Films kaum auf.

Muppets Most Wanted: Filmplakat Das liegt unter anderem auch an den eingängigen, aber althergebrachten Botschaften des Films. Der Kampf Gut gegen Böse, Freundschaft gegen alle Vorzeichen und das Finden von Schönem an ungewöhnlichen Orten sind Binsenweisheiten, die es auch in so mancher Telenovela oder Daily Soap am laufenden Band zu sehen gibt. Nur zwei Themen stechen heraus. Zum einen der innere Konflikt zwischen den eigenen Emotionen und der Treue zur Gruppe des Neu-Muppets Walther, eingeführt im letzten Film. Ein Plädoyer dafür, sich nicht blind dem Willen einer Gruppe anzuschließen, das besonders bei jüngeren Zuschauern gut ankommen sollte. Zum anderen der Konflikt zwischen den zwei Bösewichtern Constantine und Dominic. Die Frage, wer denn nun die absolute Nummer 1 im Geschäft ist, treibt die beiden in einen Wettstreit, der am Ende das eigentlich gemeinsame Ziel gefährdet. Wiederum sind es vor allem junge Zuschauer die hier lernen können, dass sich Kriminalität im Allgemeinen und übertriebenes Karrierestreben im Speziellen nicht lohnen.

Am Ende bleibt es eine Glaubensfrage, ob man den neuen Muppets-Film mag oder nicht. Fans der Truppe (und Kinder) wird das Wiedersehen mit den Charakteren und der typische Humor freuen. Sie werden nicht enttäuscht, auch wenn der Film nicht ganz die Klasse des Vorgängers erreicht. Wer bisher allerdings nichts mit den Muppets anfangen konnte, den wird auch Most Wanted nicht bekehren. Dafür ist die Geschichte zu banal und die Botschaften zu platt. Der Film ist wie ein Oldtimer oder ein klassisches Musikstück: für Liebhaber.  

Hendrik Neumann / Wertung: * * * (3 von 5) 

 
Filmdaten 
 
Muppets Most Wanted (Muppets Most Wanted) 
 
USA 2013
Regie: James Bobin;
Darsteller: Ricky Gervais (Dominic Badguy), Ty Burrell (Jean Pierre Napoleon), Tina Fey (Nadya) u.a. sowie Gastauftritte von Sean Combs, Lady Gaga, Salma Hayek, Tony Bennett, Til Schweiger, Danny Trejo, Christoph Waltz u.a.;
Drehbuch: James Bobin, Nicholas Stoller basierend auf den Charakteren von Jim Henson; Produzenten: David Hoberman, Todd Lieberman; Kamera: Don Burgess; Musik: Christophe Beck; Schnitt: James Thomas;

Länge: 107,45 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; ein Film im Verleih der Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH; deutscher Kinostart: 1. Mai 2014



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Zitat

"Feigheit macht jede Staatsform zur Diktatur."

Regisseur Wolfgang Staudte

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