12.03.2017

Mr. Poppers Pinguine

Dass "Mr. Poppers Pinguine" eine Familiengeschichte erzählt, verdeutlicht bereits das Intro: Der kleine Tom steht per Funk mit seinem weltreisenden Vater in Kontakt, der seine Abenteuer in allen Farben beschreibt, bis ritualisiertes "Over and Out" die Gespräche beendet. Wenn der Vater ausnahmsweise in persona auftaucht, sitzt die Familie stets am gleichen Tisch in ihrem Stammrestaurant, wo der Senior Geschenke überreicht, um anschließend wieder aufzubrechen. Bis heute will Tom Popper (Jim Carrey) nicht an diesem Tisch sitzen, denn die Sehnsucht nach dem abwesenden Vater ist auch im Erwachsenenalter präsent.

Die simpel konstruierte Geschichte der Kinderbuchverfilmung "Mr. Poppers Pinguine" dreht sich darum, dass Tom Popper für seine pubertierende Tochter und den kleineren Sohn ebenfalls abwesend ist: Die Eltern sind geschieden, Popper steckt tief in seiner Arbeit als erfolgreicher Immobilienmakler. Erst als ihm sein verschollener Vater per Luftfracht einen Pinguin schickt, dem bald fünf weitere folgen, haben Popper, die beiden Kinder und die Exfrau ein gemeinsames Projekt, das die Familie erneut zusammenführt.

Während die Story für Sommerblockbuster-Verhältnisse durchaus angemessen durchdacht ist, punktet Regisseur Mark Waters in erster Linie bei der charmanten und immer gut getimten Inszenierung. Wie eine klassische Screwball-Comedy eilt "Mr. Poppers Pinguine" stets voran und ist keine Sekunde langweilig. Im Gegenteil zündet ein gelungener Gag nach dem anderen, oft wie nebenbei aus dem Handgelenk oder in kurzen szenischen Einschüben, die binnen weniger Sekunden auf den Punkt kommen.

Neben Jim Carrey, der viel zum Unterhaltungswert beiträgt, übernehmen vor allem die CGI-animierten Pinguine eine Sonderrolle. Die mit rudimentären individuellen Eigenschaften ausgestatteten Tiere wirken insgesamt zwar standesgemäß goldig, erscheinen bisweilen aber auch wie eine bösartige Bedrohung aus dem Tierreich, die entfernt an die Raptoren aus "Jurassic Park" gemahnt. Doch nicht nur Jim Carrey und die Pinguine gefallen: "Mr. Poppers Pinguine" ist in jeglicher Hinsicht einfach nur gut.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * * (4 von 5)



Filmdaten

Mr. Poppers Pinguine
(Mr. Popper's Penguins)

USA 2011
Regie: Mark Waters;
Darsteller: Jim Carrey (Mr. Popper), Carla Gugino (Amanda), Angela Lansbury (Mrs. Van Gundy), Ophelia Lovibond (Pippi), Madeline Carroll (Janie), Clark Gregg (Nat Jones), Jeffrey Tambor (Mr. Gremmins), David Krumholtz (Kent), Philip Baker Hall (Franklin) u.a.;
Drehbuch: Sean Anders, John Morris, Jared Stern nach dem Roman von Florence und Richard Atwater; Produzent: John Davis; Kamera: Florian Ballhaus; Musik: Rolfe Kent; Schnitt: Bruce Green;

Länge: 94,12 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; deutscher Kinostart: 23. Juni 2011



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