25.06.2021

Millionen

Eher lustlos spielt Torsten (Andreas Döhler) mit seinen Arbeitskollegen aus dem Büro regelmäßig Lotto. Eines Morgens erwartet den Büroangestellten aber eine gehörige Überraschung, als er den Jackpot in Höhe von 22 Millionen Euro knackt. Doch während ein solcher Geldsegen gemeinhin als Glücksfall gilt, ist der Familienvater vom neuen Reichtum völlig überfordert: Alle Welt erwartet einen großen Knall, doch Torsten will lieber, dass alles beim Alten bleibt.

In den ersten Filmminuten skizziert "Millionen" den von vielen Routinen geprägten Alltag seines Protagonisten mit wenigen Strichen und prägnanten Bildern. Der Lottogewinn ist in der Folge das Ereignis, das alles durcheinander wirbelt und Torsten einen ungewollten Neuanfang abnötigt. Ab diesem Moment handelt der formal schnörkellos und ansprechend umgesetzte Debütfilm von der gesellschaftlichen Allmacht des Geldes. Regisseur und Drehbuchautor Fabian Möhrke zeichnet die missgelaunte Hauptfigur, die durch die Lotto-Millionen zunehmend unter sozialen Zugzwang gerät, mit einem lakonischen Humor – und liefert eine unterhaltsame, aber nie gefällige Tragikomödie.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * * (4 von 5)



Filmdaten

Millionen


Deutschland 2013
Regie & Drehbuch: Fabian Möhrke;
Darsteller: Andreas Döhler (Torsten), Carola Sigg (Susanne), Levin Henning (Lutz), Godehard Giese (Carsten), Annika Ernst (Doreen), Lucie Heinze (Jenny), Rainer Winkelvoss (Udo), Peter Trabner (Erik Lewandowski) u.a.;
Produzenten: Jost Hering, Maxim Juretzka; Kamera: Marco Armborst; Musik: Johannes Malfatti; Schnitt: Thomas Krause;

Länge: 87 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; deutscher Kinostart: 3. Juli 2014

Auszeichnungen:
Hofer Filmtage 2013: Förderpreis Neues Deutsches Kino: Lobende Erwähnung
Filmfestival Achtung Berlin 2014: Bester Spielfilm



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"Ein Film hat einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge."

Regisseur Jean-Luc Godard (3. Dezember 1930 - 13. September 2022)

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