28.12.2019

Gelungener Weihnachtsfilm

Klaus

Sergio Pablos erzählt auf eine vollkommen neue Weise die Geschichte von Weihnachten, die uns sonst nur in Filmen, wie "Der Grinch" oder "Kevin allein zuhaus" verbildlicht wurde. Doch diesmal ist es nicht derselbe schnulzige Kram, der jedes Jahr am 24. geschaut wird. Diesmal ist es eine Geschichte, bei der man sich im Vorhinein nicht abschrecken lassen darf, da es sich um einen Animationsfilm handelt. Diesmal ist es einfach anderes als sonst. Diesmal ist es echter und gefühlvoller.

In den 96 Minuten wird von einem Postboten erzählt, der von seinem Vater auf eine Insel geschickt wird, um dort, binnen eines Jahres, 6000 Briefe zugestellt haben muss, damit er wieder zur Familie gehört. Anfangs tut sich Postbote Jesper sehr schwer, da auf dieser Insel seit Jahren Krieg zwischen zwei Gemeinschaften gibt. Aber ab dem Tag, an dem Jesper den alten Spielzeughersteller Klaus trifft, ändert sich die Trostlosigkeit und Einsamkeit für Jesper, so dass ein neuer Wind einkehrt.

Dabei entspinnt sich eine Geschichte, die voller Gefühle, Liebe und Leidenschaft steckt. Es ist, wie es bei guten Filmen sein muss, man fühlt sich involviert. Man leidet mit, wenn es traurig wird. Man freut sich mit den Charakteren und, ja, man friert mit, wenn der Postbote auf der kalten Insel ankommt. Es ist, als wäre man für 96 Minuten wieder ein kleines Kind, das seinen Eltern zuhört, wenn sie von Weihnachten erzählen. So erzählt uns Sergio Pablos diese herzerwärmende Geschichte, voller Leichtigkeit, Humor und auch in den richtigen Momenten mit Ernsthaftigkeit.

Dieser Film ist so groß, so mächtig und doch so klein. Er nimmt sich in den richtigen Moment zurück und lässt die Geschichte einfach fließen. Und trotzdem oder gerade deswegen umfließt dieser Film so viele wichtige Themen, wie zum Beispiel, wann es an der Zeit ist dichter beisammen zu rücken, wann es richtig ist, alte sinnlose Streits bei Seite zu legen und auch wie wichtig es ist, einfach Gutes zu tun.

"Klaus" muss sich gar keine Sorgen machen, wenn man sich den Weihnachtstagen nähert und das Thema Weihnachtsfilm aufkommt, unter den Tisch zu fallen. Nein, ganz im Gegenteil. Auf dem unendlichen Stapel der Filme zur besinnlichen Zeit des Jahres wird "Klaus" einen Platz ganz weit oben finden. Zumindest bei mir.  

Gregor Oldenburg / Wertung: * * * * (4 von 5)



Filmdaten

Klaus
(Klaus)

Spanien/GB 2019
Regie: Sergio Pablos;
Co-Regie: Carlos Martínez López;
Drehbuch: Sergio Pablos, Jim Mahoney, Zach Lewis; Produzenten: Gustavo Ferrada, Mercedes Gamero, Jinko Gotoh, Mikel Lejarza, Sergio Pablos, Marisa Roman, Matthew Teevan; Musik: Alfonso G. Aguilar; Schnitt: Pablo García Revert;

Länge: 96 Minuten; FSK: ab 6 Jahren; Kinostart: keiner; Netflix-Start am 15. November 2019



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Zitat

"Ich bin bis heute ein Minimalist. Es war Bogart, der sagte, 'Wenn Du die richtigen Gedanken denkst, wird die Kamera sie aufnehmen.' Das Wichtigste im Gesicht sind die Augen, und wenn Du die Augen zum Reden bringst, hast Du schon die halbe Strecke geschafft."

("I've always been a minimalist. It was Bogart who once said, 'If you think the right thoughts, the camera will pick it up.' The most important thing in the face is the eyes, and if you can make the eyes talk, you're halfway there.")

Schauspieler Ian Holm ("Alien", "Der Herr der Ringe"-Filme; 12. September 1931 - 19. Juni 2020)

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