14.05.2019

Jesus liebt mich

Falls die Welt am 21. Dezember – also einen Tag nach dem Kinostart von "Jesus liebt mich" – tatsächlich untergeht, erübrigt sich diese Rezension. Falls nicht, könnte es daran liegen, dass in unserer Welt etwas ähnliches passiert ist wie in der Handlung des Films: Da besucht Jesus (Florian David Fitz) die Erde, um die für "nächsten Dienstag" angesetzte Apokalypse einzuleiten. Vorher will sich der Messias aber noch ein Bild von den Menschen machen und lernt Marie (Jessica Schwarz) kennen, die seiner früheren Flamme Maria Magdalena ähnlich sieht. Während der Erzengel Gabriel (Henry Hübchen), auf Erden ein trinkfester Dorfpfarrer, seine große Liebe Sylvia (Hannelore Elsner) zurückgewinnen will, entwickelt sich zwischen Jesus und Marie eine Romanze, die das Ende der Welt auf den letzten Drücker abwenden könnte.

Das zentrale Thema der Jesus-Romantikkomödie von Florian David Fitz, der gleichzeitig auch die Hauptrolle spielt, ist erwartungsgemäß die Liebe. "Die Liebe hat viele Zimmer", heißt es einmal im Film, und ebenjene stellt Fitz in verschiedenen Handlungssträngen vor. Der zentrale Konflikt kreist dabei um den Unterschied zwischen egoistischer und wahrer Liebe, zwischen Besitzergreifung und Bedingungslosigkeit. Wer braucht Jesus mehr – Marie oder die Menschheit? Diese Frage entscheidet in "Jesus liebt mich" letztendlich über das Schicksal der Erde.

Dank gut aufgelegter Darsteller und einigen gelungenen Scherzen über den in der irdischen Welt mitunter deplatzierten Jesus gelingt mit "Jesus liebt mich" ein netter wie harmloser Unterhaltungsfilm. Rundum gelungen ist die freie Verfilmung des Romans von David Safier dennoch nicht. Die permanente Musikbeschallung, darunter als Lichtblick Tim Bendzko mit dem passenden Ohrwurm "Nur noch kurz die Welt retten", missfällt auf Dauer ebenso wie die teils ungelenke Erzählweise, unter der vor allem das Finale leidet. Dass zusätzlich noch recht wenig passiert, macht die Sache kaum besser. Trotzdem: Die beschauliche Fantasy-Romantik und der eine oder andere treffende Gag verleihen "Jesus liebt mich" eine kleine Portion Charme – gesetzt den Fall, dass die Welt morgen tatsächlich untergeht, dürfte man aber etwas Besseres zu tun haben.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

Jesus liebt mich


Deutschland 2012
Regie: Florian David Fitz;
Darsteller: Jessica Schwarz (Marie), Florian David Fitz (Jesus), Henry Hübchen (Gabriel), Hannelore Elsner (Silvia), Palina Rojinski (Svetlana), Peter Prager (Werner), Nicholas Ofczarek (Satan), Michael Gwisdek (Gott), Marc Ben Puch (Sven), Johannes Allmayer (Kellner), Christine Schorn, Dorothea Walda u.a.;
Drehbuch: Florian David Fitz nach dem Roman von David Safier; Produzenten: Steffi Ackermann, Thomas Peter Friedl, Nico Hofmann, Ulrich Schwarz, Patrick Zorer; Kamera: Stefan Unterberger; Musik: Marcel Barsotti; Schnitt: Mona Bräuer;

Länge: 100,02 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; deutscher Kinostart: 20. Dezember 2012



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Schauspieler Gregory Peck (1916 - 2003) über die Rechte von Homosexuellen

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