18.10.2013

Jackass Presents:
Bad Grandpa


Jackass Presents: Bad Grandpa Jackass. Ein Name, der seit der Erstausstrahlung der gleichnamigen MTV-Serie als Pseudonym für ungewöhnliche, gefährliche und schräge Stunts vor laufender Kamera steht. Mit "Bad Grandpa" wagt sich der 42-jährige Johnny Knoxville als Produzent und Drehbuchautor an den ersten Ableger der Franchise mit einer zusammenhängenden Geschichte. Als 86-jähriger Irving Zisman macht er sich auf den Weg durch die USA, um seinen achtjährigen Enkel Billy (Jackson Nicoll) zu seinem Vater zu bringen. Doch an einer ruhigen Fahrt durch idyllische Landschaften darf bei der Marke Jackass mit Recht gezweifelt werden.

Dem Film gelingt das unerwartete Kunststück zwei Geschichten zu erzählen, die im Kern die beiden Seiten derselben Medaille sind. Natürlich gewürzt mit jeder Menge kurioser Aktionen, bei denen die offensichtlich authentischen Passanten und ihre Reaktionen vor der versteckten Kamera einen großen Teil der Komik ausmachen.

Jackass Presents: Bad Grandpa Zwischen den Stunts gibt es aber stets ruhige Momente, in denen sich Irving und Billy Stück für Stück näher kommen. Obwohl sie sich vorher kaum kennen und jeder auf seine Weise ein Exzentriker par excellence ist, entwickelt sich eine liebevolle, wenn auch verschrobene, Großvater-Enkel-Beziehung zwischen ihnen. Der anfänglich mürrische Irving taut im Verlauf des Films immer mehr auf. Familie kann man sich nicht aussuchen - das zeigt "Bad Grandpa" eindringlich. Gut so - sagt der Streifen aber im selben Atemzug. Die Abenteuer der beiden zeigen, dass die Familie der letzte Rückzugsort, die letzte Konstante, ist.

Ach ja, die Abenteuer. Sie halten der amerikanischen Kultur einen völlig überspitzten Spiegel vor. Desinteresse am Nächsten, Erfolgsdruck und Aggressivität sind genauso Themen wie Gutherzigkeit, Lebensfreude und Anteilnahme. Ein Querschnitt durch die Extreme einer westlichen Nation. Und obwohl es viel unterschwellige Kritik gibt, kommen die versöhnlichen Momente nicht zu kurz. Wie die Beziehung zwischen den Protagonisten ist auch jene zwischen den Menschen und ihrer Heimat. So sehr man sie bei Zeiten verlassen will und häufig nur die negativen Dinge sieht, so sehr ist sie auch ein Teil von jedem. Häufig braucht es ein einschneidendes Ereignis, damit die Verbindung wieder gestärkt wird und die positiven Aspekte zum Vorschein treten.

Jackass Presents: Bad Grandpa Dass "Bad Grandpa" es schafft, eine stimmige Geschichte mit sympathischen Charakteren zu erzählen, ist bereits aller Ehren wert. Erkauft wird dies unter anderem mit weniger waghalsigen Stunts. Obwohl die Aktionen vor allem zu Beginn recht aufgesetzt und generisch wirken, fügen sie sich gut in das Gesamtwerk ein und sind vor allem wirklich, wirklich lustig. Alles in allem ist der Film zwar kein episches Drama, aber eine sympathische Geschichte mit vielen urkomischen Momenten. Nicht nur für Fans von Jackass ein empfehlenswerter Film.  

Hendrik Neumann / Wertung: * * * (3 von 5) 
 

 
Filmdaten 
 
Jackass Presents: Bad Grandpa (Jackass Presents: Bad Grandpa) 
 
Alternativtitel: Jackass: Bad Grandpa

USA 2013
Regie: Jeff Tremaine;
Darsteller: Johnny Knoxville (Irving Zisman), Jackson Nicoll (Billy), Spike Jonze (alte Frau) u.a.;
Drehbuch: Johnny Knoxville, Jeff Tremaine, Spike Jonze; Produktion: Derek Freda, Johnny Knoxville, Bam Margera, Jeff Tremaine; Kamera: Lance Bangs, Dimitry Elyashkevich;

Länge: 92,25 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; ein Film im Verleih der Paramount Pictures Germany GmbH; deutscher Kinostart: 24. Oktober 2013



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Offizielle Seite zum Film
<24.10.2013>


Zitat

"Ich bin ein Filmemacher, kein Dokumentarfilmer. Ich versuche, die Wahrheit zu schlagen."

("I'm a moviemaker, not a documentarian. I try to hit the truth.")

Regisseur Ridley Scott, der am 30. November 2017 seinen 80. Geburtstag feierte

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