05.07.2026

Jackass 3D

Vorne links im verwackelten Bild, ganz nah an der Linse: ein fleischiges, schrumpeliges Ding. Weiter hinten sitzt ein Mann, nicht ahnend, dass das runzlige Ding ein Penis ist, der von hinten an ihn heranpirscht – und schon pinkelt der eine Jackass dem anderen ins Genick. Nächste Szene: Eine Modelleisenbahn tuckert fröhlich durch die Landschaft, als im Hintergrund ein seltsamer Berg auftaucht. Doch das ist ja gar kein Berg, das ist ein grün bemalter Männerhintern! Alsbald fliegt ein großes Geschäft in Zeitlupe durch die Luft und prasselt auf die Idylle nieder. Eine noch: Ein übermäßig beleibter Mann strampelt auf einem Heimtrainer, wobei er beinahe nackt und komplett in Frischhaltefolie verpackt ist. Ein Jackass trinkt den abgezapften Schweiß – und kotzt.

In gewohnter Manier liefert auch "Jackass 3D" eine Abfolge verschiedener Stunts und Selbstgeißelungen, in denen Johnny Knoxville, Chris Pontius, Steve-O und die anderen Esel lebensgefährliche, widerwärtige und schmerzhafte Dinge tun, die meistens recht offenkundig homoerotisch konnotiert sind. Dabei kichern sie wie kleine Jungs im Cola-Rausch und müssen gelegentlich ihren Magen entleeren. Regisseur Jeff Tremaine, der auch schon die Vorgänger inszenierte, verzichtet wie gehabt beinahe völlig auf eine Dramaturgie, sondern baut auf das Charisma der infantil-anarchischen Jackass-Truppe und die pure Absurdität des Geschehens. Als Zuschauer leidet man mit den Protagonisten und schüttelt bisweilen fassungslos den Kopf, denn die "Grenzen des guten Geschmacks" – wo auch immer diese liegen mögen – lotet "Jackass 3D" in beinahe jeder Szene aufs Neue aus. Für zwischenzeitliche Entspannung sorgen die Sketche auf der Straße, in denen Spike Jonze als alter Mann verkleidet ahnungslose Passanten aufs Korn nimmt.

Das alles findet nun zum ersten Mal in 3D statt, was in einigen Szenen recht beeindruckend ist und den Unterhaltungswert merklich steigert, an anderen Stellen jedoch kaum ins Gewicht fällt. Ansonsten kann "Jackass 3D" seinen Vorgängern aber nichts wirklich Neues hinzufügen; ganz im Gegenteil wurden viele der Aktionen in ähnlicher Form bereits in den Kino- und Direct-to-DVD-Vorläufern verwendet. Andererseits erwarten die zahlreichen Fanboys der Knoxville-Crew auch nichts anderes und sollten auch bei "Jackass 3D" auf den Geschmack kommen.



Diese Filmkritik ist zuerst bei fluter.de erschienen.

 

Christian Horn / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

Jackass 3D
(Jackass 3D)

USA 2010
Regie: Jeff Tremaine;
Mitwirkende: Johnny Knoxville, Bam Margera, Steve-O, Ryan Dunn, Chris Pontius, Spike Jonze, Jeff Tremaine u.a.;
Produzenten: Spike Jonze, Johnny Knoxville, Jeff Tremaine; Kamera: Dimitri Elyashkevich; Musik: Amjad Albasel, Sam Spiegel; Schnitt: Seth Casriel, Matthew Kosinski, Matthew Probst;

Länge: 94 Minuten; FSK: ab 18 Jahren; deutscher Kinostart: 28. Oktober 2010



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"Falls du einem Kind oder einem Tier Leid zufügst, kann man mit Sicherheit behaupten, dass du ein Idiot und ein Scheißkerl bist."

Sean Connery (1930 - 2020)

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