06.11.2019

Hexe Lilli:
Die Reise nach Mandolan

Schon "Hexe Lilli: Der Drache und das magische Buch" von Regisseur Stefan Ruzowitzky ("Die Fälscher") war ein nur leidlich interessanter Kinderfilm, das Sequel von Harald Sicheritz drückt das Niveau der Kinoreihe jedoch noch einmal merklich herunter. "Hexe Lilli: Die Reise nach Mandolan", der wie sein Vorgänger auf den Büchern von Knister basiert, ist ein arg ideenloser und kraftloser Märchenfilm, der lediglich dank der 13-jährigen Hauptdarstellerin Alina Freund und ihrem computergenerierten Sidekick, einem rundlichen Flugdrachen namens Hektor (Sprecher: Michael Mittermeier), nicht zum völligen Ärgernis gerät.

Die kleine Lilli (Alina Freund) ist seit den turbulenten Ereignissen des ersten Teils eine waschechte Superhexe. Zwischen Alltagsproblemen, Hausaufgaben und Nervereien ihres kleinen Bruders bleibt dem Mädchen jedoch kaum Zeit zum Hexen. Ein Glück also, dass Großwesir Guliman (Jürgen Tarrach) und sein Hofmagier Abrasch (Ercan Durmaz) einen Hilferuf aus dem orientalischen Königreich Mandolan schicken: Lilli soll den von böser Hand verhexten Thron des Großwesirs entzaubern. Mit ein paar magischen Sprüchen und Hektor im Gepäck bricht Lilli per Zeitsprung in den fernen Orient auf, wo sie jedoch schnell feststellen muss, dass Guliman und Abrasch machthungrige Bösewichte sind. Der Straßenjunge Musa (Tanay Chheda) unterstützt die kleine Hexe bei ihrer Suche nach dem rechtmäßigen König.

Harald Sicheritz verpasst es, diese Geschichte mit dem nötigen Schwung zu erzählen. Spannung oder eine Teilhabe am Schicksal der Figuren, die bis auf Lilli und Hektor ausschließlich Randerscheinungen bleiben, kommt zu keiner Zeit auf, das vielversprechende Orient-Setting wirkt wie aus einer TV-Kulisse entlehnt und selbst das Finale im "Verbotenen Palast" gerinnt zu einer frappierend müden Veranstaltung. Da können auch die sympathische Protagonistin Alina Freund und der von Michael Mittermeier humorvoll vertonte CGI-Drache Hektor nicht mehr allzu viel Besserung herbeizaubern.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * (2 von 5)



Filmdaten

Hexe Lilli: Die Reise nach Mandolan


Deutschland/Spanien/Österreich 2011
Regie: Harald Sicheritz;
Darsteller: Alina Freund (Lilli), Tanay Chheda (Musa), Michael Mittermeier (Stimme von Hektor), Pilar Bardem (Surulunda), Ercan Durmaz (Abrash), Jürgen Tarrach (Guliman), Albert Perez (Hauptmann), Pegah Ferydoni (Leila), Michael Mendl (Nandi), Anja Kling (Mutter), Miguel Wansing Lorrio (Leon), Cosma Shiva Hagen (Stimme von Suki), Lars Rudolph (Kellner) u.a.;
Drehbuch: Bettine von Borries, Achim von Borries nach den Charakteren von Knister; Produzenten: Michael Coldewey, Martin Husmann, Corinna Mehner; Kamera: Thomas Kienast; Musik: Ian Honeyman; Schnitt: Alexander Dittner;

Länge: 90,56 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; deutscher Kinostart: 17. Februar 2011



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Schauspieler Gregory Peck (1916 - 2003) über die Rechte von Homosexuellen

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