02.06.2019

Happy Feet 2

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – das gilt wohl auch für Kaiserpinguine. Denn wie sein Vater Mumble (Stimme im Original: Elijah Wood) aus dem ersten Teil tanzt auch Sprössling Erik aus der Reihe, indem er sich den Traditionen seiner antarktischen Pinguin-Kolonie verweigert. Sollte Mumble im Oscar-Gewinner "Happy Feet" noch singen und das von ihm geliebte Steppen unterbinden, sieht Erik im mittlerweile gesellschaftsfähigen Stepptanz keinen Sinn und will stattdessen – nach dem Vorbild des Papageitauchers Sven, der sich als komischer Pinguin ausgibt – lieber fliegen lernen. In der 3D-Fortsetzung seines Animationsfilms stellt Regisseur George Miller also erneut einen Außenseiter ins Zentrum. Dieses Mal agiert der Vater jedoch gleichberechtigt neben dem Sohn, weswegen "Happy Feet 2" schlussendlich auch eine Vater-Sohn-Geschichte ist. Die frohe Botschaft bleibt, was diesen Part des Films angeht, aber dieselbe: Jeder hat ein Recht aufs Anderssein und eigene Träume.

Ebenfalls aus dem Vorgänger übernimmt George Miller den kritischen Handlungsüberbau, der den schonungslosen Umgang der Menschheit mit der Natur thematisiert. Zwar nicht ganz so unmittelbar, aber durchaus auch für die kleinen Kinobesucher/innen verständlich, entfesseln die Menschen eine wahre Katastrophe für die Tiere. Weil die Polkappen schmelzen, verschiebt sich das Eis der Antarktis und versperrt den Ausgang der Pinguin-Kolonie. Ohne Zugang zum offenen Meer geraten tausende Pinguine in eine lebensbedrohende Hungersnot und nur mit Hilfe der Pinguin-Nachbarn rund um den heißblütigen Ramon sowie einer Gruppe Walrosse kann das Schlimmste abgewendet werden. Die Moral liegt klar auf der Hand: Wenn alle an einem Strang ziehen, können auch große Probleme gelöst werden.

Für emotionale Auflockerung zwischen den dramatischen Verfolgungsjagden und der heiklen Lage der Pinguine sorgen wie gehabt die Musical-Einlagen, die mit üppigen Choreographien und Songs von George Michael bis Pink aufwarten. Die hervorragend animierten und liebenswerten Figuren halten das Pinguin-Abenteuer auch abseits der Tanzeinlagen durchweg unter Strom. Wie die beiden lustigen Krills, die als wunderbare Sidekicks fungieren, stellt "Happy Feet 2" in kindgerechter Verpackung existenzielle Fragen – und bleibt dabei auch für die Älteren stets unterhaltsam.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * * (4 von 5)



Filmdaten

Happy Feet 2
(Happy Feet Two)

Australien/USA 2011
Regie: George Miller; Co-Regie: Gary Eck, David Peers;
Sprecher im Original: Elijah Wood (Mumble), Pink (Gloria), Ava Acres (Erik), Sofía Vergara (Carmen), Robin Williams (Ramon / Lovelace), Magda Szubanski (Miss Viola), Hugo Weaving (Noah der Ältere), Brad Pitt (Will der Krill), Matt Damon (Bill der Krill), Hank Azaria (Sven), Anthony LaPaglia u.a.;
Drehbuch: George Miller, Gary Eck, Warren Coleman, Paul Livingston; Produzenten: Bill Miller, George Miller, Doug Mitchell; Kamera: David Dulac, David Peers; Musik: John Powell; Schnitt: Christian Gazal;

Länge: 99,11 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; deutscher Kinostart: 1. Dezember 2011



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("It just seems silly to me that something so right and simple has to be fought for at all.")

Schauspieler Gregory Peck (1916 - 2003) über die Rechte von Homosexuellen

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