13.02.2013
Fünf Freunde sollt ihr sein

Fünf Freunde 2


Fünf Freunde 2 "Endlich wieder zusammen!", jauchzt Anne (Neele Marie Nickel) während sie mit ihren Brüdern Julian (Quirin Oettl), Dick (Justus Schlingensiepen), Cousine Georgina, genannt George (Valeria Eisenbart), und Hund Timmy in ein neues Abenteuer radelt. Das erwartet in "Fünf Freunde 2" im Katzenmoor in Gestalt eines sagenumwobenen Smaragds namens das Grüne Auge und der Gauner Fil (Oliver Korittke) und Max (Stefan Konarske). Sie wollen den Stein und den reichen Erben Hardy (Kristo Ferkic) – und erwischen im Katzenmoor stattdessen den ahnungslosen Dick.

"Gibt Schlimmeres", kommentiert George Annes Ausruf und liefert damit kein schlechtes Gesamturteil der Fortsetzung von Mike Marzuks Kinoadaption der "Fünf Freunde". Das Kinderabenteuer lief erst 2012, zwar weniger erfolgreich als die nicht tot zu kriegende Vorlage, aber dennoch einträglich. Noch begeisterter über das Wiedersehen scheinen die Filmemacher. Das sind einmal mehr Regisseur Marzuk und Produzent Andreas Ulmke-Smeaton, der erklärt: "Wir haben von Anfang an gesagt, wenn wir erfolgreich sind, dann wollen wir auch mindestens noch einen zweiten Teil machen." Ähnlich war es wohl einst bei Enid Blyton. Die Autorin populärer Kinderbuchreihen wie "Hanni & Nanni" und "Die Schwarze Sieben", die ein seichter Mix aus Konservativismus, Biederkeit und Klamauk zu zeitlosen Klassikern macht, folgte diesem Prinzip bei der Buchvorlage von "Fünf Freunde 2" zwanzig Mal und verdiente damit 1925 laut Presseheft das "Jahresgehalt eines Topmanagers".

Fünf Freunde 2: Oliver Korittke, Stefan Konarske, Justus Schlingensiepen Wie motivierend Geld wirkt, weiß Ulmke-Smeaton, dessen Vorgängerfilm eine Millionen hiesige Kinobesucher anlockte: "Dann ist es auch eine Motivation für alle zu sagen: Mensch, jetzt wollen wir es noch einmal wissen!" Nämlich wie große Einnahmen das Fünf-Freunde-Franchise abwirft. Das Darsteller-Ensemble bemüht sich immerhin, den Figuren Kontur zu verleihen. Für die Drehbuchautoren Peer Klehmet und Sebastian Wehlings gilt das nicht. Wenn die Jungdetektive überhaupt Persönlichkeit besitzen, vermittelt sie unterschiedliche Kleidung. Am individuellsten ist Dick mit Stinke-Socken, zumal er eine kulinarische Vorliebe haben darf: Thunfisch-Ei-Salami-Spinat-Knoblauch-Pizza. Ein ebenso unappetitlicher Mix ist der Plot. Was neben Logiklücken und Spannungsarmut an Witzen bleibt, zerreden die Figuren unerbittlich. "Jetzt halt doch einfach mal die Klappe!", fordert sogar George. Ihre zentrale Rolle im ersten Teil übernimmt der gekidnappte Dick, Hardy wiederum dessen Platz in der durch Geheimgänge und Burgen schleichenden Clique.

Bekanntlich heißt es ja "Fünf Freunde", doch das Schlussbild unterwandert dreist das Grundkonzept des Originals. Treu bleibt "Fünf Freunde 2" dafür Blytons Stereotypen, Plattitüden und Repetition. Da stimmt es pessimistisch, wenn der Endsong trällert: "Das Kribbeln prickelt für das nächste Abenteuer." Beim Zuschauer prickelt kein Kribbeln, nur Ulmke-Smeaton juckt es offenbar in den Fingern: "Ich glaube sehr an das Motto: Never change a winning team." Dass dieses Team längst ausgedient haben sollte, spüren nicht nur die Filmschurken. Wie einer treffend bemerkt: "Langsam geht ihr mir ganz schön auf die Nerven."  

Lida Bach     
 

Quelle der Fotos: Constantin Film

 
Filmdaten 
 
Fünf Freunde 2  
 
Deutschland 2012
Regie: Mike Marzuk;
Darsteller: Valeria Eisenbart (George), Quirin Oettl (Julian), Justus Schlingensiepen (Dick), Neele-Marie Nickel (Anne), Petr Dvorak (Räuber), Kristo Ferkic (Hardy), Sebastian Gerold (Tempelhüter), Stefan Konarske (Max), Oliver Korittke (Fil), Peter Lohmeyer (Rookey), Noah Aron Matheis (Clown Peppino), Anatole Taubman (Agent Peter Turner), Sascha Tschorn (Clown Salvatore), Heio von Stetten (Herr Kent) u.a.;
Drehbuch: Peer Klehmet Sebastian Wehlings nach der Buchreihe "Fünf Freunde" von Enid Blyton; Produzenten: Andreas Ulmke-Smeaton, Ewa Karlström; Co-Produzent: Martin Moszkowicz; Kamera: Bernhard Jasper; Musik: Wolfram de Marco; Schnitt: Tobias Haas;

Länge: 91,51 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; ein Film im Verleih der Constantin Film Verleih GmbH; deutscher Kinostart: 31. Januar 2013



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<13.02.2013>


Zitat

"... Und dann ist der so klein. Da wusste ich, warum mir die Rolle angeboten wurde."

Schauspieler Jürgen Vogel spielt im demnächst in die Kinos kommenden Film "Der Mann aus dem Eis" Ötzi, dessen Leichnam er im Bozener Museum besucht hatte

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