10.04.2017

Fast & Furious 6

"Zeig mir, wie du fährst und ich sage dir, wer du bist", heißt es einmal ganz ironiefrei in "Fast & Furious 6". Und auch sonst bleibt alles beim Alten: Justin Lin, seit dem dritten Teil "Tokyo Drift" (USA 2006) Stammregisseur der Reihe, übernahm auch beim sechsten Teil die Inszenierung und wiedervereint den bekannten Cast der Vorgänger. Sehr routiniert liefert Lin genau das, was die Fangemeinde erwartet, und sorgt dafür, dass sich "Fast & Furious 6" über weite Strecken wie ein Familientreffen auf Testosteron anfühlt.

Gleich am Anfang rasen Dominic Toretto (Vin Diesel) und Brian O'Conner (Paul Walker) mit atemberaubender Geschwindigkeit über eine schmale Piste vor schmucker Kulisse, denn Brians Nachwuchs ist im Anmarsch. Der edle Plan, in der neuen Vaterrolle sauber zu bleiben, zerschlägt sich jedoch schnell: Der knallharte FBI-Agent Hobbs (Dwayne Johnson) ködert Toretto und seine Crew für die Jagd auf den Super-Kriminellen Shaw (Luke Evans), der angeblich mit Torettos tot geglaubter Geliebten Letty (Michelle Rodriguez) arbeitet.

Justin Lin fügt die altbekannten Zutaten der Reihe – vor allem schnelle Autos und Bikini-Höschen – zu einem erwartbaren sechsten Teil zusammen, der die Marke mit seinen zahlreichen Querverweisen auf die Vorgänger weiter ausbaut. Nicht umsonst wirkt die Titelsequenz, die Highlights und Schlüsselereignisse der bisherigen Teile zu einem Musikvideo montiert, wie der Vorspann einer Telenovela, der knackig auf das folgende Wiedersehen einstimmt. Im weiteren Verlauf geben überdrehte CGI-Stunts und scheppernde Action die Taktzahl vor, wobei die Story Themen wie Familie, Freundschaft oder den Ehrenkodex eines Gangsters anreißt.

Wer ein gesteigertes Interesse für magnetische Fahrwerke und "taktische Kriegsführung mit Fahrzeugen" aufbringt, sitzt auch beim neuesten "Fast & Furious"-Abenteuer im richtigen Film – alle anderen dürfen einen soliden Sommerblockbuster erwarten, der mit vielen Stereotypen und ausgedehnten Action-Tableaus streckenweise langweilt, insgesamt aber durchaus Spaß macht.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

Fast & Furious 6
(Furious 6)

USA 2013
Regie: Justin Lin;
Darsteller: Vin Diesel (Dominic Toretto), Paul Walker (Brian O'Conner), Dwayne Johnson (Hobbs), Jordana Brewster (Mia), Michelle Rodriguez (Letty), Tyrese Gibson (Roman), Sung Kang (Han), Gal Gadot (Gisele), Chris 'Ludacris' Bridges (Tej), Luke Evans (Shaw), Elsa Pataky (Elena) u.a.;
Drehbuch: Chris Morgan; Produzenten: Vin Diesel, Neal H. Moritz, Clayton Townsend; Kamera: Stephen F. Windon; Musik: Lucas Vidal; Schnitt: Greg D'Auria, Leigh Folsom-Boyd, Dylan Highsmith, Kelly Matsumoto, Christian Wagner;

Länge: 130,40 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; deutscher Kinostart: 23. Mai 2013



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"Du bist kein Star, solange sie Deinen Namen in Wladiwostok nicht richtig schreiben können."

("You're not a star till they can spell your name in Vladivostok.")

Schauspieler Roger Moore (14.10.1927 - 23.05.2017)

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