11.04.2018

Eine zauberhafte Nanny
- Knall auf Fall in ein neues Abenteuer

Nach dem nun fünf Jahre zurückliegenden Überraschungserfolg des Kinderfilms "Eine zauberhafte Nanny" war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Fortsetzung auf den Weg gebracht wird. Wie schon im ersten Teil schlüpft Emma Thompson in die Rolle der Nanny McPhee und ebenfalls wie beim Vorgänger hat Thompson das Drehbuch verfasst. Da die drei Buchvorlagen von Christianna Brand bereits für den ersten Film ausgeschöpft wurden, musste nun eine eigene Story her.

Im Großbritannien der frühen Vierzigerjahre, also zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, bewirtschaftet Mrs. Green (Maggie Gyllenhaal) eine Farm, die kurz vor dem Bankrott steht. Ihr Ehemann (Ewan McGregor) kämpft auf dem europäischen Festland gegen die Nazis, während sein Bruder Phil (Rhys Ifans) Spielschulden bezahlen will, indem er Mrs. Green die Farm abspenstig macht. Hinzu kommt noch, dass Mrs. Greens Neffe Cyril (Eros Vlahos) und ihre Nichte Celia (Rosie Taylor-Ritson) aus London zu Besuch kommen und sich so gar nicht mit den Farmkindern verstehen. Zum Glück erscheint in einer stürmischen Nacht die Nanny mitsamt Knollennase und Warze auf dem Kinn, um die Rasselbande zu disziplinieren.

Der Fokus der Story liegt dabei eindeutig auf den Streitereien der Kinder, die sich – wie sollte es auch anders sein? – im Verlauf des Films zusammenraufen und mit vereinten Kräften für den Erhalt der Farm kämpfen. Der Gegensatz zwischen Stadt- und Landkindern wird hier ebenso verhandelt wie ganz allgemeingültige charakterliche Unvereinbarkeiten und der daraus resultierende Zwang zur Kompromissfindung. Regisseurin Susanna White, die bisher vornehmlich für das amerikanische Fernsehen gearbeitet hat, inszeniert aus diesen Ressourcen ein fideles Abenteuer auf dem Lande, das auf Slapstick setzt und dabei teilweise über das Ziel hinaus schießt: computeranimierte Tanzferkel etwa, die sich im Synchronschwimmen üben, sind schon sehr grenzwertig.

Insgesamt liefert "Eine zauberhafte Nanny 2" aber eine weitgehend sympathische Geschichte für Kinder und somit ganz klassische Familienunterhaltung. Maggie Gyllenhaal hat in ihrer Rolle der chaotischen Mrs. Green sichtlich Spaß (und ist wohl das Highlight des Films) und auch die Kinderrollen, allen voran Eros Vlahos als versnobter Stadtjunge, sind gut besetzt. Da der Film aber auch rein gar nichts wagt und in seinen Grundzeugen allzu naiv ist, liefert er letztlich nicht mehr als solide, überaus harmlose und kurzweilige Unterhaltung für Kinder.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * (2 von 5)



Filmdaten

Eine zauberhafte Nanny - Knall auf Fall in ein neues Abenteuer
(Nanny McPhee and the Big Bang)

GB/Frankreich/USA 2010
Regie: Susanna White;
Darsteller: Emma Thompson (Nanny McPhee), Maggie Gyllenhaal (Isabel Green), Ewan McGregor (Mr. Green), Rhys Ifans (Phil Green), Maggie Smith (Mrs Docherty), Ralph Fiennes (Lord Gray), Asa Butterfield (Norman Green), Eros Vlahos (Cyril Gray), Sinead Matthews (Miss Topsey), Katy Brand (Miss Turvey), Rosie Taylor-Ritson (Celia Gray), Nonso Anozie (Sergeant Jeffreys) u.a.;
Drehbuch: Emma Thompson nach den Charakteren von Christianna Brand; Produzenten: Tim Bevan, Lindsay Doran, Eric Fellner; Kamera: Mike Eley; Musik: James Newton Howard; Schnitt: Sim Evan-Jones;

Länge: 109 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; deutscher Kinostart: 1. April 2010



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Zitat

"Ich schaue nicht auf irgendeinen meiner Filme mit Vorliebe oder Stolz zurück. Ich schaue auf meine Filme allgemein zurück... Ich kann nur die Redewendung benutzen: 'Ich bin verflucht'."

("I don't look back on any film I've done with fondness or pride. I look back on my films and on the past generally ... I can only used the phrase, 'Well, I'm damned.'")

Der britische Regisseur Nicolas Roeg (15.08.1928 - 23.11.2018; "Wenn die Gondeln Trauer tragen", "Der Mann, der vom Himmel fiel")

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