23.08.2019

Die Stooges
- Drei Vollpfosten drehen ab

Während das Comedy-Trio "The Three Stooges" hierzulande eher unbekannt ist, gehören die drei überdrehten Brüder in den USA neben "Dick und Doof" zu den großen Klassikern des humorvollen Stummfilms. Ab den Zwanzigerjahren drehten die Chaosbrüder rund 200 Kurzfilme, in denen sie dem blanken Unsinn frönten: Backpfeifen, Kopfnüsse und Schläge auf den Hinterkopf zählten zum Standard-Repertoire der Stooges. Dass nun ausgerechnet Bobby und Peter Farrelly ("Dumm und Dümmer", "Verrückt nach Mary") eine Neuauflage der Slapstick-Veteranen vorlegen, erscheint nur logisch – denn wie die Stooges setzen auch die Farrellys seit jeher auf brachialen Humor und Tabubrüche.

Wie der Vorlage genügt auch den Farrellys der Rumpf einer Geschichte: Von ihren Eltern ins Waisenhaus verbracht, wachsen die drei Prügelknaben Larry (Sean Hayes), Curly (Will Sasso) und Moe (Chris Diamantopoulos) in der Obhut von Nonnen auf. Bis ins Erwachsenenalter machen die Brüder den Ersatzmüttern das Leben schwer. Als das Waisenhaus schließlich bankrott ist, schreiten die Stooges zur Tat und wollen die benötigten 830.000 Dollar in der Stadt auftreiben. Der Kulturschock mündet schnell ins Chaos und führt die Stooges über eine Verwechslung mit Auftragskillern bis ins Reality-TV.

Bei "Die Stooges" zählt alleine das Feuerwerk an mal mehr, meist weniger zündenden Gags, die vorlagentreu mit reichlich Cartoon-Gewalt der Marke Vorschlaghammer arbeiten: ausgerissene Achselhaare oder ein beinahe erwürgter Delfin gehören hier zum Programm. Atempausen legen die Farrellys nur wenige ein und die ungebrochene Konsequenz, mit der die Filmemacher Nonsens verbreiten, ist in gewisser Weise nichts anderes als anarchisch. Inszenatorisch huldigen die Farrellys mit der überzogenen Mimik und Gestik der Darsteller, der seriellen Erzählweise und gelegentlich eingeblendeten Schrifttafeln dem Stummfilm-Original. Hinzu kommt die Farrelly-typische Liebe zu den Figuren, die nie als Deppen dastehen, sondern immer Sympathieträger bleiben.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * (2 von 5)



Filmdaten

Die Stooges - Drei Vollpfosten drehen ab
(The Three Stooges)

USA 2012
Regie: Bobby und Peter Farrelly;
Darsteller: Sean Hayes (Larry), Will Sasso (Curly), Chris Diamantopoulos (Moe), Jane Lynch (Mutter Oberin), Sofía Vergara (Lydia), Jennifer Hudson (Schwester Rosemary), Craig Bierko (Mac), Stephen Collins (Mr. Harter), Larry David (Schwester Mary-Mengele), Kirby Heyborne (Teddy), Carly Craig (Mrs. Harter), Kate Upton (Schwester Bernice), Marianne Leone (Schwester Ricarda) u.a.;
Drehbuch: Mike Cerrone, Bobby und Peter Farrelly; Produzenten: Bobby Farrelly, Peter Farrelly, Bradley Thomas, Charles B. Wessler; Kamera: Matthew F. Leonetti; Musik: John Debney; Schnitt: Sam Seig;

Länge: 92,47 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; deutscher Kinostart: 11. Oktober 2012



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Schauspieler Gregory Peck (1916 - 2003) über die Rechte von Homosexuellen

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