22.11.2018

Die Schatzritter

Die Gründungssage Luxemburgs dient Regisseurin Laura Schroeder als Hintergrund für ihr Kinodebüt "Die Schatzritter". Im Zentrum der Legende steht die verwunschene Meerjungfrau Melusina, die alle sieben Jahre auf die Erde zurückkehrt. Innerhalb der Woche ihrer Anwesenheit ist es Schatzsuchern möglich, den Schatz der Meerjungfrau zu finden und die Verwunschene damit von ihrem Fluch zu erlösen. Der elfjährige Jeff (Anton Glas) hegt ein besonders Interesse an dieser Legende, sieht er doch einen Zusammenhang zwischen der Ermordung seiner Mutter durch den unheimlichen Duc de Barry (Clemens Schick) und dem verborgenen Schatz, während sein Vater (Luc Feit) nach wie vor an einen Herzstillstand der Ehefrau glaubt. In den Sommerferien begibt sich Jeff mit seinen Freunden Leo (Thierry Koob), Julia (Lana Welter) und Killer (Tun Schon) auf Schatzsuche. Die Burg im angrenzenden Wald und das Auftauchen einer fremden Frau (Alexandra Neldel) markieren dabei erste Hinweise.

Vor allem wegen des Bösewichts Duc de Barry, der mit einem elektrischen Zitteraal in seiner Armprothese Angst und Schrecken verbreitet, erweist sich "Die Schatzritter" als bisweilen gruseliger Kinderfilm. Abgefedert wird dieser Aspekt jedoch durch die beiden vertrottelten Handlanger de Barrys, die mit ihrer tollpatschigen Art kaum eine Bedrohung darstellen – für ganz junge Kinobesucher/innen erscheint der Film dennoch nicht geeignet. Etwas ältere Kinder erwartet hingegen ein solides Kinderabenteuer in der Tradition der "Goonies", das Laura Schroeder mit phantastischen Elementen und viel Rätselraten versetzt. Dass die Geschichte dabei mitunter wie eine teils ungelenke Reihung von Szenen erscheint, mag der Beteiligung von insgesamt vier Drehbuchautoren geschuldet sein; die wenig aufsehenerregende Inszenierung geht indes auf das Konto der debütierenden Regisseurin, die allzu fest an bewährten Erzählmechanismen festhält. So kommt die deutsch-luxemburgische Koproduktion "Die Schatzritter" trotz der viel versprechenden Schauplätze wie der erwähnten Burgruine, einem unterirdischen Fluss oder der Krypta einer Kathedrale nie so recht in Schwung. Letztlich sind es die durchweg charmanten Kinderdarsteller, die den Abenteuerfilm zusammenhalten.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

Die Schatzritter
(D'Schatzritter an d'Geheimnis vum Melusina)

Luxemburg/Deutschland 2012
Regie: Laura Schroeder;
Darsteller: Anton Glas (Jeff Kutter), Lana Welter (Julia), Thierry Koob (Leo), Tun Schon (Killer), Alexandra Neldel (Melanie), Luc Feit (Michael Kutter), Clemens Schick (Duc de Barry), Jean-Paul Raths (Jean D'Arras), Jean-Francois Wolff (Thüring von Ringoltingen), Vicky Krieps (Marie Kutter) u.a.;
Drehbuch: Stefan Schaller, Martin Dolejs, Oliver Kahl, Eileen Byrne; Produzent: Bernard Michaux; Kamera: Peter von Haller; Musik: Natalia Dittrich; Schnitt: Uta Schmidt;

Länge: 104,25 Minuten; FSK: ab 6 Jahren; deutscher Kinostart: 30. August 2012



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Zitat

"Ich schaue nicht auf irgendeinen meiner Filme mit Vorliebe oder Stolz zurück. Ich schaue auf meine Filme allgemein zurück... Ich kann nur die Redewendung benutzen: 'Ich bin verflucht'."

("I don't look back on any film I've done with fondness or pride. I look back on my films and on the past generally ... I can only used the phrase, 'Well, I'm damned.'")

Der britische Regisseur Nicolas Roeg (15.08.1928 - 23.11.2018; "Wenn die Gondeln Trauer tragen", "Der Mann, der vom Himmel fiel")

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