05.08.2019

Die Reise zur geheimnisvollen Insel

Die visionären Abenteuergeschichten von Jules Verne tun bis heute ihre Wirkung. Dementsprechend regelmäßig werden die fantasievollen Werke des Franzosen fürs Kino aufbereitet: Am Anfang steht "Die Reise zum Mond" von Georges Méliès, einige Jahrzehnte und Jules Verne-Adaptionen später reiste selbst Jackie Chan "In 80 Tagen um die Welt" und eines der nächsten Projekte von David Fincher findet gerüchtehalber "20.000 Meilen unter dem Meer" statt. Es ist also wenig verwunderlich, dass mit "Die Reise zur geheimnisvollen Insel" mal wieder – ein jedoch sehr frei adaptierter – Roman von Jules Verne über die Leinwand flimmert. Die Fortsetzung zu "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde", der vor vier Jahren als einer der ersten 3D-Blockbuster reüssierte, überzeugt zwar vornehmlich mit Stars und Effekten, funktioniert als kurzweiliges Familienabenteuer aber trotzdem recht gut.

Der jugendliche Sean (Josh Hutcherson) empfängt ein verschlüsseltes Funksignal, das die Lage der von Jules Verne beschriebenen "Geheimnisvollen Insel" verrät, und tritt mit seinem Stiefvater Hank (Dwayne Johnson), der zunächst nicht an die Existenz des Ortes glaubt, eine Entdeckungsreise an. Gemeinsam mit einem vertrottelten Piloten und seiner aufregenden Tochter (Luis Guzmán & Vanessa Hudgens) stranden die beiden alsbald auf der Insel und treffen dort auf Seans Großvater (Michael Caine), den Entdecker der Insel, die alsbald im Meer zu versinken droht...

"Wer hat Lust auf Abenteuer?" lautet eine immer wiederkehrende Leitfrage, die den Kern des Films treffend beschreibt, denn Regisseur Brad Peyton liefert letztlich kaum mehr als ein Potpourri abenteuerlicher Szenen. Die an schönen Kulissen reiche Insel überzeugt dabei mit schicken Schauwerten, hinter denen ein sichtlich großer Produktionsaufwand steht. Die vorhandenen Logiklöcher interessieren vor diesem Hintergrund genauso wenig wie die eindimensionalen Figuren mit den zugehörigen Konflikten, die sich allesamt in Wohlgefallen auflösen: Was bei einem Film wie "Die Reise zur geheimnisvollen Insel" zählt, sind die (visuellen) Attraktionen. Und von denen hat der 3D-Abenteuerfilm einige zu bieten – von einem skurrilen Brustmuskeltanz Dwayne Johnsons über die Entdeckung von Atlantis bis zu Riesenechsen und geschrumpften Elefanten ist einiges dabei.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

Die Reise zur geheimnisvollen Insel
(Journey 2: The Mysterious Island)

USA 2012
Regie: Brad Peyton;
Darsteller: Dwayne Johnson (Hank), Michael Caine (Alexander), Josh Hutcherson (Sean), Luis Guzmán (Gabato), Vanessa Hudgens (Kailani), Kristin Davis (Liz), Anna Colwell (Jessica), Stephen Caudill (Polizist) u.a.;
Drehbuch: Brian Gunn, Mark Gunn nach dem Roman von Jules Verne; Produzenten: Beau Flynn, Charlotte Huggins, Tripp Vinson; Kamera: David Tattersall; Musik: Andrew Lockington; Schnitt: David Rennie;

Länge: 93,59 Minuten; FSK: ab 6 Jahren; deutscher Kinostart: 1. März 2012



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Zitat

"Warum bin ich so gut darin, Zicken zu spielen? Ich denke, es liegt daran, dass ich keine Zicke bin. Vielleicht ist das der Grund, warum Joan Crawford immer Ladies spielt."

("Why am I so good at playing bitches? I think it's because I'm not a bitch. Maybe that's why Joan Crawford always plays ladies.")

Schauspielerin Bette Davis, 30. Todestag am 6. Oktober 2019, mit einer Spitze gegen ihre Dauerrivalin Crawford

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