28.04.2017

Die etwas anderen Cops

Es beginnt mitten in einer actionreichen Verfolgungsjagd, bei der Dwayne Johnson und Samuel L. Jackson zwei herrlich übertriebene NYPD-Supercops geben. In Zeitlupe durch die Luft wirbelnd machen sie die Ganoven mit leichter Geste unschädlich, bevor sie sich im Präsidium standesgemäß feiern lassen. Und da sitzen sie, im Hintergrund am Schreibtisch: Allen Gamble (Will Ferrell) und Terry Hoitz (Mark Wahlberg), die etwas anderen Cops (oder, wie sie im Original heißen: "The Other Guys"). Gamble ist mit dem Schreibtischjob völlig zufrieden, Hoitz hingegen wurde strafversetzt, weil er versehentlich einen beliebten Baseball-Spieler niederschoss, und will am liebsten wieder raus in den richtigen Streifenalltag. Seine Chance kommt, als die Supercops Jackson und Johnson während einer zweiten Verfolgungsjagd in maßloser Selbstüberschätzung von einem Hochhaus springen – und dabei kläglich zu Tode kommen. Gemeinsam mit seinem unfreiwilligen Partner Allen macht sich Hoitz an die Aufdeckung eines Finanzskandals.

"Die etwas anderen Cops" ist die vierte Zusammenarbeit zwischen Komiker Will Ferrell und Regisseur/Drehbuchautor Adam McKay ("Stiefbrüder"). Ihren durchgängig hohen Unterhaltungswert bezieht die Actionkomödie – ganz in der Tradition der bisherigen Ferrell/McKay-Filme stehend – nicht aus den Ermittlungen von Hoitz und Gamble, sondern vielmehr aus den kuriosen Figuren und deren Interaktionen. Der Fokus liegt auf den ungleichen Partnern Will Ferrell und Mark Wahlberg, dem Bürokraten und dem Draufgänger, die sich in zuverlässiger Regelmäßigkeit heiße Wortgefechte liefern.

Es liegt dabei vor allem an Will Ferrell, dass "Die etwas anderen Cops" mit seinen Buddy Movie-Kabbeleien stets unterhaltsam bleibt. Zum einen an seiner treffsicheren und komischen Darstellung, die Ferrell wie immer auch über seinen Körper vermittelt, zum anderen an seiner verschrobenen Figur selbst, die nur auf den ersten Blick als konservativer Bürokrat durchgeht: Unter der Oberfläche brodelt es gewaltig in Allen Gamble... Die komischen Szenen reizt Adam McKay ein ums andere Mal bis zum Letzten aus, überspannt den Bogen aber nur selten. Die Chemie seiner Leinwandhelden stimmt einfach und noch dazu gibt es eine Reihe gelungener Running Gags, die den ein oder anderen Kalauer und das unnötig bleihaltige Finale beinahe vergessen lassen.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * * * (3 von 5)



Filmdaten

Die etwas anderen Cops
(The Other Guys)

USA 2010
Regie: Adam McKay;
Darsteller: Mark Wahlberg (Terry Hoitz), Will Ferrell (Allen Gamble), Samuel L. Jackson (P.K. Highsmith), Dwayne Johnson (Christopher Danson), Eva Mendes (Dr. Sheila Gamble), Michael Keaton (Captain Gene Mauch), Damon Wayans Jr. (Fosse), Steve Coogan (David Ershon), Brooke Shields und Derek Jeter als sie selbst u.a.;
Drehbuch: Adam McKay, Chris Henchy; Produzenten: Patrick Crowley, Will Ferrell, Adam McKay, Jimmy Miller; Kamera: Oliver Wood; Musik: Jon Brion; Schnitt: Brent White;

Länge: 107,16 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; deutscher Kinostart: 14. Oktober 2010



Artikel empfehlen bei:  Mr. Wong Delicious Facebook  Webnews Linkarena  Hilfe

© filmrezension.de

home
  |  suche   |  wap  |  e-mail
 über uns  |  impressum  


 
Zitat

"Ich bin eine Hure, alle Schauspieler sind Huren. Wir verkaufen unsere Körper an den Meistbietenden."

("I'm a whore, all actors are whores. We sell our bodies to the highest bidder.")

William Holden

Drucken

Artikel empfehlen
Mr. Wong Delicious Facebook Webnews Linkarena 
Hilfe