22.05.2014
3D-Technik gut, Inhalt weniger

Das magische Haus


Nach den zwei "Sammys Abenteuer"-Filmen konnte man an den belgischen Regisseur Ben Stassen vorfreudige Erwartungen für seinen neuen, mit einem weit höheren Budget ausgestatteten 3D-Film haben. Leider hinkt "Das magische Haus" ohne die Nähe zu den Figuren, mit wenig Emotionalität, mit vielen Fragezeichen betreffend die Motivation der Handlung den anderen zwei europaweit erfolgreichen und gelungenen Sammy-Filmen weit hinterher.

Das magische Haus Ein ausgesetzter Kater (Stimme: Matthias Schweighöfer) sucht Unterschlupf in einem spukigen schlossähnlichen alten Haus. Zwei Hunde warnen ihn vor dem angeblich furchterregenden Haus – weder da noch im Nachhinein versteht man, warum. Erst mal gerät der vor dem Sturm Hilfesuchende an einen ablehnenden miesgelaunten Hasen Jack und seiner Gehilfin, der Maus Maggie. Die offene und grundlose Feindschaft, die unserem inzwischen bereits sympathischen rotgetigerten Kater entgegengebracht wird, wirkt für kindliche Zuschauer sehr befremdlich. Einige technisch gut umgesetzte Versuche des Eindringens in das Haus – z.B. das aus der Kater-Perspektive, an einem wackligen Ast entlanggehangelte Manöver und das kettenreaktionsartige Einfallen in den Keller bringen letztendlich doch Erfolg. Der Kater kommt ins Haus und erlangt die Aufmerksamkeit und die Sympathie des Besitzers, des alten Zauberers Lawrence (mit der markanten Stimme Dieter Hallervordens), der ihn wegen eines zeitgleichen Donners "Thunder" tauft, und seiner kreativ gestalteten und hochinteressanten aber leider mit viel zu großer Geschwindigkeit übergangenen Spiel- und Zauberfiguren. Über die nähere Betrachtung und auch Liebgewinnung hätte sich doch der kleine Zuschauer gefreut.

Die Handlung ist nicht kompliziert – Lawrence hat im Krankenhaus bei der Bespielung kranker Kinder einen Unfall und unterschreibt im Halbbewusstsein eine Vollmacht an seinen Neffen, der die Gelegenheit nutzt, um das alte Haus zum Verkauf anzubieten. Die Spielsachen machen sich mit dem Kater an die Arbeit und klügeln Pläne aus, die Hausbesichtigungen zu torpedieren, was ihnen auch mit Hilfe technisch gut umgesetzter Taubenkot-, Lebensmittelwurfattacken und später auch schwereren Gerätschaften gelingt.

Die Geschwindigkeit des Films ist rasant – für Kinder zu rasant. Dennoch sind die kreative und technische Kühnheit zu würdigen. Details, die nähere Betrachtung gebraucht hätten, gehen jedoch dabei verloren. Es bleibt zu wenig Zeit, um sich den Figuren emotional anzunähern, wodurch der bestimmt gewollte Zauber der Geschichte völlig am Ziel vorbeischießt.  

Hilde Ottschofski / Wertung: * * (2 von 5) 
 

Quelle des Fotos: StudioCanal

 
Filmdaten 
 
Das magische Haus (The House of Magic) 
 
Belgien 2013
Regie: Ben Stassen;
Deutsche Sprecher: Matthias Schweighöfer, Karoline Herfurth, Dieter Hallervorden, Alec und Sascha von The BossHoss u.a.;
Drehbuch: James Flynn, Dominic Paris, Ben Stassen; Produktion: nWave Pictures, Studio Canal International, Anton Capital Entertainment (ACE), Umedia; Musik: Ramin Djawadi;

Länge: 85,18 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; ein Film im Verleih der StudioCanal GmbH; deutscher Kinostart: 22. Mai 2014



Artikel empfehlen bei:  Mr. Wong Delicious Facebook  Webnews Linkarena  Hilfe

© filmrezension.de

home
  |  suche   |  wap  |  e-mail
 über uns  |  impressum  


 
 
 
 
 
Offizielle Seite zum Film
<22.05.2014>


Zitat

"... Und dann ist der so klein. Da wusste ich, warum mir die Rolle angeboten wurde."

Schauspieler Jürgen Vogel spielt im demnächst in die Kinos kommenden Film "Der Mann aus dem Eis" Ötzi, dessen Leichnam er im Bozener Museum besucht hatte

Drucken

Artikel empfehlen
Mr. Wong Delicious Facebook Webnews Linkarena 
Hilfe