22.04.2019
Christlicher Erbauungsfilm: starke Geschichte, tränendrüsige Präsentation

Breakthrough
- Zurück ins Leben


Breakthrough - Zurück ins Leben: Marcel Ruiz, Chrissy Metz Aufdringliche, abwechselnd trommelnde und schmalzig-schmachtende Rock/Rapmusik im christlichen Style tobt regelrecht in diesem Film vor den Bildern amerikanischer Stereotypen: das morgendliche Rührei mit Speck, das obligatorische Tischgebet mit Händchenhalten, das Hissen der amerikanischen Flagge im Schulhof, und die tägliche Hymne im Klassenzimmer mit dem Hand auf dem Herzen – was haben wir denn ausgelassen? Ach ja, wer Junge ist in Amerika muss Baseball spielen und Teil einer aufmüpfigen Highschool-Clique in der trotzigen Pubertätsphase sein.

Und siehe da: Im Schatten dieses lauten Wusts an Rhythmen und Klischees erblüht die zarte Blume der wahren Kunst – denn nicht nur die auf einer wahren Begebenheiten beruhende Geschichte geht unter die Haut, sondern auch die glänzende schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin, der Mutter Joyce Smith, gespielt von Chrissy Metz (bekannt aus der Serie "This Is Us"), und des Rettungsdienstmitarbeiters Tommy Shine, gespielt von Mike Colter (bekannt als Marvel-Held Luke Cage oder aus Serien wie "The Good Wife"). Kameramann Zoran Popovics Leistung mit der Schaffung unvergesslicher Unterwasserszenen ist auch besonders hervorzuheben.

Breakthrough - Zurück ins Leben: Chrissy Metz, Marcel Ruiz, Josh Lucas Die wahre und zugleich Filmgeschichte: Der 14-jährige John Smith (Marcel Ruiz) wurde als Baby in Guatemala von einem amerikanischen Missionarsehepaar adoptiert, und wuchs geliebt und beschützt inmitten einer konservativen Kleinstadt in Missouri auf. Zusammen mit zwei Freunden spielte er an einem Wintertag auf dem zugefrorenen Lake Sainte Louise, als das Eis durchbrach. Er war bereits 15 Minuten unter Wasser gewesen, als er hochgezogen wurde. 45 Minuten später, nach vergeblichen Wiederbelebungsversuchen, erklärten ihn die Ärzte im Cardinal Glennon Children's Hospital für tot. Die herbeigeeilte Mutter weinte und betete neben ihrem leblosen Kind, als der Puls plötzlich wieder einsetzte. Das sollte aber noch nicht das einzige Wunder bleiben, das für John passierte. So kommt denn auch der zweideutige Titel des Films zustande: Durchbruch ins Eis und durch den Tod hindurch ins Leben.

Der von plakativen Dialogen und peinlichen Rührseligkeiten durchzogene Film schadet leider dieser starken Geschichte, die das Potenzial hat, auch nicht-religiöse Menschen zu beeindrucken. Leider bleibt das Drehbuch, basierend auf dem Buch der Mutter Joyce Smith, "The Impossible: The Miraculous Story of a Mother's Faith and Her Child's Resurrection", eindimensional und berührt nur oberflächlich Themen außerhalb der Hauptgeschichte. Erfreulicherweise darf Chrissy Metz in einem Film spielen, wo es nicht um ihr Gewicht geht. Sie zieht alle Register der Hoffnung und Verzweiflung, der angriffslustigen Wut, der trotzigen, allen die Stirn bietenden Glaubensträgerin und der aufopfernd liebenden Mutter, die es auch schafft, über ihren eigenen Schatten zu springen, wenn es ihrem Kind hilft. Nur um ihrer Darbietung beizuwohnen, ist der Film schon sehenswert.  

Hilde Ottschofski / Wertung: * * * (3 von 5) 
 

Quelle der Fotos: 2018 Twentieth Century Fox

 
Filmdaten 
 
Breakthrough - Zurück ins Leben (Breakthrough (2019)) 
 
USA 2019
Regie: Roxann Dawson;
Darsteller: Chrissy Metz (Joyce Smith), Topher Grace (Pastor Jason Noble), Josh Lucas (Brian Smith), Marcel Ruiz (John Smith), Dennis Haysbert (Doctor Garrett), Rebecca Staab (Cindy Reiger), Sam Trammell (Dr. Kent Sutterer), Mike Colter (Tommy Shine), Ali Skovbye (Emma), Lisa Durupt (Paula Noble) u.a.;
Drehbuch: Grant Nieporte nach dem Buch von Joyce Smith; Produzent: DeVon Franklin; Kamera: Zoran Popovic; Musik: Marcelo Zarvos; Schnitt: Maysie Hoy;

Länge: 116,59 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; ein Film im Verleih von Twentieth Century Fox; deutscher Kinostart: 16. Mai 2019



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<22.04.2019>


Zitat

"Ich kannte sie, bevor sie Jungfrau wurde."

Ein Zitat zu Doris Day (3. April 1922 - 13. Mai 2019), das laut Wikipedia ihrem ehemaligen Leinwandpartner Oscar Levant zugeschrieben wird.

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