18.11.2012
Bella hat's geschafft - Bis(s) zu(m) Ende

Breaking Dawn
– Bis(s) zum Ende der Nacht
(Teil 2)


Das Drama hat ein Ende und kein Vampir und Zuschauer muss mehr leiden. Am 22. November kommt "Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 2)" (genannt BD2) in die Kinos, der fünfte und letzte Teil der Verfilmung von Stephenie Meyers "Bis(s)"-Bestsellern.

Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 2): Robert Pattinson, Kristen Stewart Ging es im ersten Twilight-Film "Bis(s) zum Morgengrauen" unter der Regie von Catherine Hardwicke um eine Liebesgeschichte mit Widrigkeiten, konzentriert sich Regisseur Bill Condon im letzten Teil auf Harmonie und Horror. BD2 setzt nahtlos am Ende des ersten Teils an. Die Schriftzüge im Vorspann wandeln sich von Rot in Weiß, sie sollen einen daran erinnern, dass Bella (Kristen Stewart) nach der brutalen Geburt ihrer Tochter Renesmee (Mackenzie Foy) in der Verwandlung von Mensch zum Vampir steckt. Ihr Vampir-Göttergatte Edward (Robert Pattinson) musste sie am Ende von Teil 1 als Überlebensmaßnahme beißen. Renesmee, nun ein Hybrid aus Mensch und Vampir, wächst seit ihrer Geburt überdimensional rasant und besitzt das Können, anderen Personen ihre Gedanken durch Berührung mitzuteilen. Für die Volturi, Gesetzeshüter der Vampirwelt, gilt Renesmee als Tabubruch und ein Grund, den Cullen-Clan zu vernichten.

Bevor sich Bella und Edward aufmachen, um Freunde und Familienmitglieder aus aller Welt zu gewinnen, gegen die Volturi anzutreten, muss Bella ihren Vater Charlie (Billy Burke) von ihrer "Gesundheit" überzeugen. Billy Burke zeigt hier wahre Schauspielerqualität. Bei der ersten Begegnung im Cullen-Haus, das für den Film komplett nachgebaut wurde, kommen seine Gefühle als leidender Vater, der versucht, zu begreifen, doch verwirrt bleibt und all seine Kraft zusammennimmt, um seiner Tochter zu vertrauen, sehr authentisch auf die Leinwand. Mit sarkastischen Worten bringt er ein wenig Humor in die dunkle Welt. Leider nimmt man Kristen Stewart ihr Verlangen nach Menschenblut und den Leidensdruck, weder die Wahrheit sagen zu dürfen noch sich wie ein Mensch verhalten zu müssen, nicht ganz ab.

Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 2): Kristen Stewart, Mackenzie Foy Ebenso schwierig, ihr wirkliche Muttergefühle nachzuempfinden. Rein Mackenzie Foys Talent und niedlichem Aussehen ist es zu verdanken, dass in einer Frau das Gefühl von Mutterliebe entsteht. Auch Robert Pattinson steht die Figur als zu anfangs glücklicher Vampir und Ehemann, jedoch die Vaterrolle wirkt eher aufgesetzt. Zudem wird es langsam schwer, zu überdecken, dass Pattinson als Vampir nicht altert. Die vergangenen vier Jahre haben ihn doch markanter und erwachsener gemacht. Da hat es Taylor Lautners Figur des Jacob Black schon einfacher. Stets durchtrainiert und nun "geprägt", das heißt auf Lebenszeit mit Renesmee verbunden, wirkt er wie der große Bruder, den sich ein kleines Mädchen nur wünschen kann.

Unumstritten ist aller Beschützer-Instinkt und der kommt gerade bei Stewart gekonnt und real zu Geltung. Soll sie nun die Stärkste in der Vampirwelt sein, sowohl mental als auch körperlich. Fast schon zu leicht kann sie dem Verlangen nach menschlichem Blut entgegenhalten, besiegt ihren kräftigen Schwager Emmett (Kellan Lutz) im Armdrücken, vermöbelt ihren muskelbepackten Werwolfsfreund und hat die große Fähigkeit, ein Schutzschild um ihre Liebsten aufzubauen, das jeglicher Art von Angriffen anderer Vampirfähigkeiten standhält.

Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 2): Kellan Lutz, Kristen Stewart Buchkennern wird an bestimmter Stelle der Atem stocken, Freunden des Horrorfilms beginnen die Augen zu leuchten. Die brutalen Akte, die sich in BD1 auf die Geburt beschränkten, weiten sich in Teil 2 um ein großes Maß aus. Bill Condon, Regisseur von "Frankenstein" und "Gods and Monsters", führte bei beiden "Breaking Dawn"-Teilen Regie und hatte wohl mit Kameramann Guillermo Navarro jetzt viel Spaß, detailliert zu zeigen, wie – menschlich aussehenden – Vampiren, der Kopf mal halb oder ganz abgerissen wird. Grenzwertig für 12-Jährige. Dafür wird es zum Schluss harmonisch und bunt. Das Ende des Grauen(s). Die romantische Szene auf der Blumenwiese aus "Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen" wird aufgenommen und wer die ersten vier Teile zuvor nicht gesehen hat, bekommt noch mal eine Zusammenfassung.

In diesem Finalfilm, der von Drehbuchautorin Melissa Rosenberg auf 222 Seiten geschrieben und in einem halben Jahr von 2010 bis 2011 von Papier auf Leinwand gebracht wurde, reihen sich die Spezialeffekte nur so aneinander. Terry Windell, Visual Effects Supervisor, hat teils ordentliche Arbeit geleistet, gerade bei der großen Schlacht, Renesmees schnellem Wachstum sowie bei der Mehrzahl an Werwölfen und deren explizit gezeigter Verwandlung.

Bill Condon versucht, menschliche Gefühle wie Verzweiflung, Beschützer-Instinkt und Verlustängste in der irrealen Welt der Vampire spürbar zu machen, ohne dabei die Action zu vergessen. Eine gelungene Mischung mit einzelnen Abstrichen, einer Prise Humor und etwas Kitsch. Für alle "Twilight"-Fans und Nichtfans ein sehenswertes und gewünschtes Ende.  

Ulrike Braun / Wertung: * * * (3 von 5) 
 

Quelle der Fotos: Concorde Filmverleih

 
Filmdaten 
 
Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 2) 
(The Twilight Saga: Breaking Dawn - Part 2) 
 
USA 2012
Regie: Bill Condon;
Darsteller: Kristen Stewart (Bella Swan), Robert Pattinson (Edward Cullen), Taylor Lautner (Jacob Black), Mackenzie Foy (Renesmee), Peter Facinelli (Dr. Carlisle Cullen), Elizabeth Reaser (Esme Cullen), Ashley Greene (Alice Cullen), Jackson Rathbone (Jasper Hale), Kellan Lutz (Emmett Cullen), Nikki Reed (Rosalie Hale), Billy Burke (Charlie Swan), Michael Sheen (Aro), Dakota Fanning (Jane) u.a.;
Drehbuch: Melissa Rosenberg nach dem Roman von Stephenie Meyer; Produktion: Wyck Godfrey, Stephenie Meyer, Karen Rosenfelt; Kamera: Guillermo Navarro; Musik: Carter Burwell; Schnitt: Virginia Katz, Ian Slater; Visual Effects Supervisor: Terry Windell;

Länge: 115,58 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; ein Film im Verleih der Concorde Filmverleih GmbH; deutscher Kinostart: 22. November 2012



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Zitat

"Ich war sehr erfolgreich damit, ein totaler Idiot zu sein." (über seine Karriere)

"Ich schaue die Welt mit Kinderaugen an." (über die Bewahrung seiner Kindlichkeit)

US-Komiker Jerry Lewis (16.03.1926-20.08.2017)

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