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Juli 2001
Totale Zerstörung als radikale
Katharsis?
Akira 2019. In Neo-Tokio ist die Hölle los - und Kaneda und Tetsuo sind
mittendrin. Im Jahre 1988 wurde durch die gigantische Explosion einer
unbekannten Waffe ganz Tokio zerstört. Um den Krater, der von der
Stadt übrig blieb, entstand Neo-Tokio in rasanter Geschwindigkeit.
Doch die Aufbruchsstimmung ist mittlerweile längst einer schleichenden
Depression gewichen. Studentenkrawalle, exzessiver Drogenkonsum und
bisweilen tödliche Kämpfe zwischen verfeindeten Gangs sind
die Eckpunkte, zwischen denen sich das Leben vieler Jugendlicher in
Neo-Tokio abspielt.
Kaneda und Tetsuo sind zwei dieser Jugendlichen. Sie kommen aus einem Heim, wo sie sich kennenlernten, hängen meistens in einer schmierigen Drogenkneipe ab oder machen auf ihren Motorrädern Jagd auf die "Clowns" - eine rivalisierende Gang. Bei einer dieser mitternächtlichen Jagden kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Tetsuo hat einen Zusammenstoß mit einem etwa achtjährigen Kind, aber obwohl das Motorrad in einem Flammenball explodiert, scheint der Junge unverletzt. Doch das soll nicht das einzige Seltsame sein, was Tetsuo in dieser Nacht erlebt: Der Junge hat zwar die Statur eines Achtjährigen, aber er hat das Gesicht eines Greises. Als Tetsuos Freunde am Ort des Geschehens auftauchen werden sie Zeuge, wie der Junge mit massivem Militäraufgebot abgeholt wird - auch der verletzte Tetsuo wird in einen der Militärhubschrauber geschafft. Wenig später erwacht Tetsuo in einer Militäreinrichtung. Sein Kopf ist bandagiert und er hat höllische Schmerzen, dennoch gelingt es ihm zu fliehen. Gemeinsam mit seiner Freundin will er die Stadt verlassen - er wird jedoch auf der Flucht zuerst von den "Clowns" und dann vom Militär gestellt. Kurz vorher hat er einen heftigen Anfall: Die Kopfschmerzen werden immer schlimmer und er beginnt zu halluzinieren. Wieder im Militärkrankenhaus werden die Halluzinationen intensiver, doch gleichzeitig beginnt er übernatürliche Kräfte zu entwickeln. Er erfährt, dass er dasselbe Schicksal teilt, wie der greise Junge, der ebenfalls telekinetische Kräfte hat. Um das Rätsel der Herkunft dieser Kräfte zu entschlüsseln, muss er herausfinden wer oder was Akira ist.... Praktische Hinweise: Wenn irgend möglich, sollte man sich den Film im japanischen Original mit Untertiteln oder in Englisch anschauen. Die Deutsche Synchronisation ist nämlich grauenhaft und bügelt gnadenlos über Feinheiten hinweg. Desweiteren ist dringend von der DVD von Laser Paradies abzuraten, sie hat eine äußerst miese Bildqualität. Im Juli 2001 erscheint in den USA eine Special Edition DVD, vielleicht wird diese ja auch in Deutschland veröffentlicht.
Daniel Möltner
/ Wertung:
* * * * * (5 von 5)
Filmdaten Akira
(Akira)
Regie: Katsuhiro Ôtomo; Buch: Izou Hashimoto, Katsuhiro Ôtomo; Kamera: Katsuji Misawa; Schnitt: Takeshi Seiyama; Sprecher (japan. Version): Mitsuo Iwata (Shôtarô Kaneda), Nozomu Sasaki, (Tetsuo Shima), Mami Koyama (Kei), Tessho Genda (Ryûsaku), Hiroshi Ôtake (Nezu) u.a.; Produzenten: Shunzo Kato, Ryohei Suzuki. Japan 1988, 124 (JP/USA) od.120 (D) Minuten, FSK: ab 16 Jahren.
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