22.10.2017

21 & Over

Eigentlich muss Chang (Justin Chon) heute früh ins Bett, denn für den morgigen Tag hat ihm sein herrischer Vater ein Vorstellungsgespräch organisiert. Dumm nur, dass seine Jugendfreunde Casey (Skylar Astin) und Miller (Miles Teller) plötzlich unangekündigt vor der Tür stehen, um den 21. Geburtstag ihres alten Kumpels zu begießen. Natürlich sollen es nur ein oder zwei kleine Drinks werden, doch die guten Vorsätze wirft Chang bald über Bord und säuft sich quer durch die Clubs in einen komatösen Zustand. Nun liegt es an den Kumpels, die Wohnung ihres Freundes auf eigene Faust zu finden, damit die Sache mit dem Vorstellungsgespräch glatt geht.

Man kommt kaum umhin, bei "21 & Over" an den Kassenhit "Hangover" zu denken. Die Regisseure Jon Lucas und Scott Moore lieferten nämlich das Drehbuch zur verkaterten Odyssee durch Las Vegas und inszenieren mit "21 & Over" einen Film nach eigener Vorlage, der ebenfalls von drei Freunden handelt, die sich ordentlich die Kante geben und allerhand kuriose Dinge erleben. Der Unterschied ist, dass Lucas und Moore die verhängnisvolle Sauftour dieses Mal on screen zeigen und "21 & Over" der gelegentliche Charme von "Hangover" gänzlich abgeht.

Die besoffene Odyssee der Kumpels dient den Filmemachern für eine Staffette von Stereotypen und pubertären Gags, die sich meist um Sex und Saufen drehen. So stoßen Casey und Miller auf eine Horde lateinamerikanischer Lesben oder Chang pinkelt von einem Tresen in die Menge. Besonders peinlich wird dieser "American Pie" für Arme immer dann, wenn rührende Momente das Chaos durchbrechen. Stückweise kommen diverse Lebensprobleme der Freunde, die sich längst auseinander entwickelt haben, ans Licht – und mitten im Trubel verguckt sich Casey in einer notdürftig an den Haaren herbei gezogenen Romanze in eine Studentin, die blöderweise mit einem tumben Schlägertypen liiert ist. Bei all dem hanebüchenen Unfug wünscht man sich bisweilen die erbitterte Konsequenz der Farrellys ("Verrückt nach Mary"), doch die halbgare Nummernrevue bleibt immer zahnlos.



Diese Filmkritik ist zuerst erschienen bei fluter.de.

 

Christian Horn / Wertung: * (1 von 5)



Filmdaten

21 & Over
(21 & Over)

USA 2013
Regie & Drehbuch: Jon Lucas, Scott Moore;
Darsteller: Justin Chon, Skylar Astin, Miles Teller, Sarah Wright, Jonathan Keltz, Francois Chau u.a.;
Produzenten: David Hoberman, Ryan Kavanaugh, Todd Lieberman, Hugo Shong; Kamera: Terry Stacey; Musik: Lyle Workman; Schnitt: John Refoua;

Länge: 93,14 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; deutscher Kinostart: 11. Juli 2013



Artikel empfehlen bei:  Mr. Wong Delicious Facebook  Webnews Linkarena  Hilfe

© filmrezension.de

home
  |  suche   |  wap  |  e-mail
 über uns  |  impressum  


 
Zitat

"... Und dann ist der so klein. Da wusste ich, warum mir die Rolle angeboten wurde."

Schauspieler Jürgen Vogel spielt im demnächst in die Kinos kommenden Film "Der Mann aus dem Eis" Ötzi, dessen Leichnam er im Bozener Museum besucht hatte

Drucken

Artikel empfehlen
Mr. Wong Delicious Facebook Webnews Linkarena 
Hilfe