25. August 2005 
in Kürze: 

Zwei ungleiche Schwestern

"Louise, eine lebenslustige Kosmetikerin aus der Provinz kommt nach Paris, um ihre Schwester zu besuchen, aber auch, um einen Verleger zu treffen. Denn die Mittdreißigerin weiß nun endlich was sie will: Romane veröffentlichen und vom Schreiben leben! Natürlich geht es in ihrem Erstlingswerk um ihre eigene Beziehung zu der Liebe ihres Lebens, zu dem 'richtigen Mann'. Nervös, überspannt, aber auch voller freudiger Erwartung steigt sie aus dem Zug. Da hat Martine, ihre großbürgerliche und vom Leben frustrierte ältere Schwester, bereits einen enervierenden Morgen hinter sich: ihr Mann hatte durch lautes Atmen die Frühstücksruhe zerstört, der Sohn beim Abschiedskuss keine Rücksicht auf ihren ständig schmerzenden Nacken genommen und hätte das Dienstmädchen sie nicht erinnert, dann hätte sie auch noch die Ankunft ihrer Schwester vergessen! Und die hat sich ausgerechnet für den heutigen Samstag angekündigt, wo jeder Pariser weiß, dass man dann partout keinen Parkplatz findet! Martines Freude auf ein Wiedersehen mit der Schwester hält sich in engen Grenzen, hektisch und übellaunig fährt sie zum Bahnhof. Noch bevor die beiden aufeinander treffen ist klar: diese Schwestern trennen Welten! Es folgen drei Tage, in denen die überschwängliche Louise die unterkühlte, ständig auf ihre gesellschaftliche Stellung bedachte Martine auf eine schwere Probe stellt. Schließlich muss sich Martine, am Rande mehrerer Nervenzusammenbrüche, von ihrem Mann und ihren besten Freundinnen betrogen, die Frage nach dem Sinn ihres Lebens und nach der Gültigkeit ihrer Werte stellen. Auch an Louise geht diese schwesterliche tour de force nicht spurlos vorüber - als sie einsam und bedrückt die Rückreise antritt, da steht sie vielleicht am Anfang einer Karriere als Schriftstellerin, aber ihre Schwester scheint sie für immer verloren zu haben..."
(Text: Arsenal Film)

 
Filmdaten 
 
Filmtitel: Zwei ungleiche Schwestern 
Originaltitel: Les Soeurs Fachées (Frankreich 2004) 
Regie: Alexandra Leclère;
Darsteller: Isabelle Huppert (Martine), Catherine Frot (Louise), François Berléand (Pierre), Brigitte Catillon (Sophie), Michel Vuillermoz (Richard), Christiane Millet (Géraldine), Rose Thiery (Fernanda), Bruno Chiche (Charles) u.a.; Drehbuch: Alexandra Leclère; Kamera: Michel Amathieu; Musik: Philippe Sarde; Länge: 92 Minuten; FSK: ab 12 Jahren; ein Film im Verleih von Arsenal Film; Film-Homepage: http://www.zwei-ungleiche-schwestern.de


Archivierte Kurzinformation 


Zitat

"Er etablierte eine Form der Filmkritik, wie es sie vorher und nachher nicht mehr gab. Merker bestand darauf, bei der Auswahl der Filme und der Ausschnitte freie Hand zu haben - was heutzutage, im Zeitalter der immer gleichen Clips, undenkbar ist. Jahrelang gaben sogar die großen Verleihe nach, weshalb Hollywood bei ihm eine ebenso große Rolle spielte wie unabhängig gedrehte, schützenswerte Werke. Helmut Merker mochte nicht einzelne Filme, sondern er liebte das Kino."

Aus dem Nachruf von Milan Pavlovic in der Süddeutschen Zeitung zum Tode des früheren WDR-Filmredakteurs, Filmpublizisten und
-kritikers Helmut Merker (18.08.1942 - 03.09.2018)

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