29. Mai 2003 
in Kürze: 

Verloren im Irak

"Nur wenige Filmemacher kennen sich mit Kurdistan, dessen Land und Menschen so gut aus wie der Iraner Bahman Ghobadi. Er hat sich der Belange der staatenlosen Minderheit angenommen, die über die Länder Irak, Iran und Türkei verstreut und politisch bedrängt leben muss. Die Kurden haben in ihm ein stimmgewaltiges Sprachrohr gefunden. Bereits mit seinem Film 'Die Zeit der trunkenen Pferde' (2000) hat Ghobadi beeindruckend das Schicksal kurdischer Kinder thematisiert. 
'Verloren im Irak' ist ein weiteres Insiderporträt über das kurdische Volk. Ghobadi bewegt sich in 'Verloren im Irak' auf dem Terrain surrealer Komik, die er schließlich zu einem bewegenden filmischen Werk entwickelt. Weniger düster als 'Zeit der trunkenen Pferde', beschreibt der Film die Kurden an den Grenzen von Iran und Irak nicht nur als Opfer. Es sind auch Menschen, die Musik, Kinder und das Leben lieben – und einen ziemlich deftigen Humor haben, der es ihnen ermöglicht, ihre Verfolgung zu ertragen. 'Verloren im Irak' zeigt ein Abenteuer voller lebendiger Musik, Romantik und den Gefahren in diesem Gebiet. Bahman Ghobadi versteht es ... das Dilemma der kurdischen Gesellschaft in der aktuell schwierigen politischen Konstellation erlebbar zu machen.
... In seinem neuen Film 'Verloren im Irak' begibt sich eine Gruppe iranisch-kurdischer Musiker auf die Suche nach ihrer berühmten, fast mystisch verehrten Sängerin Hanareh. Ihre abenteuerliche Reise führt sie in den Norden des Irak, in das von Saddam Hussein bombardierte Gebiet Kurdistans. Kurz nach dem iranisch-irakischen Krieg macht sich der alte Musiker Mirza mit seinen beiden Söhnen Barat und Audeh auf, eine gefährliche Reise anzutreten: der iranische Kurde will in den Norden des Iraks, um Hanareh, seine vor 23 Jahren verschwundene Frau, zu finden. Auf ihrem oft komischem, aber zunehmend bedrückendem Trip begleitet sie das Dröhnen von Saddam Husseins Kriegsmaschinerie, die sich nun an die Ausrottung der irakischen Kurden gemacht hat. Von den staubigen Landschaften des Irans führt sie ihr Weg in die schneebedeckten Berge des nördlichen Iraks, in ein Inferno von Elend und Vernichtung. Doch jeder von ihnen wird dort etwas finden, etwas, womit er am wenigsten gerechnet hat. Und jeder wird ein Stück Hoffnung mit zurückbringen." (Presse-Text)

 
Filmdaten 
 
Filmtitel: Verloren im Irak 
Originaltitel: Gamgashtei Dar Aragh (Avazhayé Sarzaminé Madariyam) (Iran 2002)
Alternativtitel: Marooned in Iraq (Songs From My Motherland)  
Regie: Bahman Ghobadi; Darsteller: Alahmorad Rashtiani (Audeh), Fa'eq Mohamadi (Barat), Iran Ghobadi (Hanareh) u.a.; Drehbuch: Bahman Ghobadi; Kamera: Saed Nikzat; Musik: Arsalan Kamkar; Länge: 97 Minuten; FSK: beantragt ab 6 Jahren; ein Film im Verleih der Movienet Film GmbH


Archivierte Kurzinformation 


Zitat

"Er etablierte eine Form der Filmkritik, wie es sie vorher und nachher nicht mehr gab. Merker bestand darauf, bei der Auswahl der Filme und der Ausschnitte freie Hand zu haben - was heutzutage, im Zeitalter der immer gleichen Clips, undenkbar ist. Jahrelang gaben sogar die großen Verleihe nach, weshalb Hollywood bei ihm eine ebenso große Rolle spielte wie unabhängig gedrehte, schützenswerte Werke. Helmut Merker mochte nicht einzelne Filme, sondern er liebte das Kino."

Aus dem Nachruf von Milan Pavlovic in der Süddeutschen Zeitung zum Tode des früheren WDR-Filmredakteurs, Filmpublizisten und
-kritikers Helmut Merker (18.08.1942 - 03.09.2018)

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